Unternehmerverband setzte mit USA-Tag Signal für deutsch-amerikanische Freundschaft - US-Botschafter Emerson lobt deutsche Unternehmer

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Der Unternehmerverband und sein Ehrengast - US-Botschafter Emerson (Mitte) mit dem Vorsitzenden Wim Abbing und Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz (Foto: Unternehmerverband)
   

Ein klares Bekenntnis zur deutsch-amerikanischen Freundschaft war der USA-Tag, den der Unternehmerverband in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK jetzt veranstaltete.

„Der amerikanische Traum – Chancen für die regionale Wirtschaft auf dem US-Markt“


hieß es im Duisburger HAUS DER UNTERNEHMER. 100 Gäste – Unternehmer, Politiker , darunter Duisburgs Bürgermeister Volker Mosblech, und Amerikaexperten trafen dabei u. a. den amerikanischen Botschafter John B. Emerson sowie CDU-Europapolitiker Elmar Brok, der direkt von den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP berichtete.

Durch den informativen Nachmittag führte der bekannte Journalist Dr. Jan Philipp Burgard persönlicher Referent des WDR-Intendanten Tom Buhrow.

In einer interessanten Podiumsdiskussion zum Thema

"Praxischeck USA - Herausforderungen und Chancen für deutsche Unternehmen"

sprachen Experten und Unternehmer über ihre US-Erfahrungen und lieferten spannende Einblicke in den konkreten Handel mit Amerika. Drei Unternehmer und ein Politiker diskutierten hier über ihre persönlichen Amerikaerfahrungen.

Neben Gastgeber Wim Abbing waren dieses Gerd W. Kichniawy - CEO GATC LP, Atlanta/USA sowie Unternehmer Robert Prager SETTER International GmbH und der Bundestagsabgeordnete und TTIP-Experte Peter Beyer (CDU), die den Zuhörern interessante Einblicke in die Praxis bei Firmen Ansiedlungen in den USA gaben.

Alle Talkgäste lobten die Geradlinigkeit und die Verlässlichkeit der amerikanischen Partner. In den USA wisse man eigentlich immer sehr schnell, woran man sei.

Wim Abbing berichtete von hohen Umwelt- und Lebensmittelstandards, die in Deutschland unterschätzt würden.

Gerd W. Kichniawy, seines Zeichens Ehrenbürger der US-Stadt Georgia, warnte die Unternehmer, sich mit der amerikanischen Bürokratie anzulegen:

„Da zieht man immer den Kürzeren.“

Robert Prager machte auf die großen Unterschiede innerhalb der USA aufmerksam. Der Norden und der Süden seien nicht zu vergleichen.

Peter Beyer betonte, dass die tatsächlichen und vermeintlichen Spannungen im Verhältnis zu den USA auf die konkrete Zusammenarbeit der Unternehmen kaum Einfluss hätten. In den Medien werde oft ein Zerrbild der deutsch-amerikanischen Beziehungen gezeichnet.

Gut gelaunt fuhr dann US-Botschafter John Bonnell Emerson am HAUS DER UNTERNEHMER vor. Er kam direkt von einem Termin mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Bergwerk "Schacht Auguste Victoria 8" in Marl Lippramsdorf. Emerson zeigte sich beeindruckt von der Arbeit unter Tage. Nachdem der höchste Repräsentant der USA in Deutschland die „alte“ Industrie des Reviers kennenlernen durfte, begegnete ihm in Duisburg nun die „moderne“ Industrie.

Und die Unternehmer empfingen den amerikanischen Wirtschaftsanwalt, der seit August 2013 Botschafter seines Landes in Deutschland ist, mit offenen Armen, denn schließlich trifft man nicht aller Tage einen so hochrangigen Vertreter eines der wichtigsten Auslandsmärkte dieser Region.

Emerson sparte nicht mit anerkennenden Worten für die deutsche Wirtschaft. Er lobte insbesondere die langfristige, nachhaltige Perspektive der hiesigen Unternehmerschaft. Hiervon könne die US-Wirtschaft lernen.

Eindringlich warb der US-Botschafter für die Chancen des geplanten Freihandelsabkommens TTIP. Neue Arbeitsplätze könnten dadurch auf beiden Seiten des Atlantiks entstehen. Weder die USA noch Europa wollten mit dem Abkommen niedrigere Standards, etwa in den Punkten Verbraucher- und Umweltschutz.

Es ginge um gemeinsame Standards, die gerade kleinen und mittleren Unternehmen den gemeinsamen Handel erleichtern würden. Angesichts der vielen Krisen und Konflikte in der Welt sei die deutsch-amerikanische Freundschaft wichtiger denn je.

„Wir müssen zusammen bleiben und zusammen finden, um die gemeinsamen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bestehen“, so Emerson.

„Gerade unser industriell geprägter Mittelstand handelt bereits seit vielen Jahren mit amerikanischen Partnern. Viele Betriebe haben Joint Ventures in den USA getätigt oder eigene Werke und Vertriebsstrukturen aufgebaut“
, erläuterte Wim Abbing, Vorstandsvorsitzende der Unternehmerverbandsgruppe, stellvertretender IHK-Präsident und selbst weltweit agierender Unternehmer (er ist Geschäftsführer der PROBAT-Werke von Gimborn Maschinenfabrik GmbH, Emmerich) in seiner Rede.

Deutschland habe als Exportland fundamentales Interesse am Abbau von Handelshemmnissen, so Abbing:

„Wenn wir es nicht schaffen, mit den Amerikanern gemeinsame Spielregeln für den Handel zu vereinbaren, werden andere diese Regeln bestimmen – und gewiss für uns schlechtere Standards durchsetzen.“

Und Abbing lobte die regelrechte industrielle Willkommenskultur:

"Die USA wissen um die Qualität der Wertschöpfung durch die Industrie und sie haben durch die Weltwirtschaftskrisen des vergangenen Jahrzehnts gelernt, dass auf dem Dienstleistungs- und Finanzsektor allein keine Volkswirtschaft gründen darf!"


Nach einer Pause berichtete Europapolitiker Elmar Brok in seinem Beitrag über den aktuellen Stand der TTIP-Verhandlungen. Es sei geradezu absurd, dass in Deutschland, dem Exportland Nummer eins, der Widerstand gegen das Freihandelsabkommen am größten sei.

„Wir profitieren wie keine andere Volkswirtschaft vom freien Handel“, so Brok.

Selbstkritisch fügte „Mr. Europa“ hinzu, dass Politik und Wirtschaft die Debatte zu lange verschlafen hätten. In den sozialen Netzwerken würden vor allem die TTIP-Gegner mobilisieren. Die Wirtschaft dürfe dabei nicht immer mit dem Finger auf die Verantwortung der Politik zeigen.

„Die Unternehmen müssen gesellschaftliche Prozesse mitgestalten, das schafft die Politik nicht allein“, mahnte Brok.

In die gleiche Richtung argumentierte Andreas Povel, General Manager American Chamber of Commerce in Germany (AmCham), in einem beeindruckenden Vortrag. Er forderte die anwesenden Unternehmer auf, als „TTIP-Botschafter“ für das Freihandelsabkommen und seine Chancen zu werben.

Für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betonte Stefan Mair, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, dass man zwar spät in die TTIP-Auseinandersetzung eingegriffen habe, man aber jetzt eine Aufholjagd der Befürworter eines Freihandelsabkommens mit den USA beobachten könne.

Abschließend zeigte sich Wim Abbing in seinem Schlusswort zufrieden mit den Ergebnissen des USA-Tages.

„Wir Unternehmer müssen jetzt Überzeugungsarbeit leisten. Dafür haben wir jetzt das richtige Rüstzeug an der Hand“, so der Vorstandsvorsitzende. Bei Burgern und Hot Dogs ließen die Unternehmer den USA-Tag ausklingen.

Bereits in wenigen Tagen geht es dann schon wieder international im HAUS DER UNTERNEHMER zu. Ex-Botschafter Wolfgang Ischinger wird dann die aktuelle weltweite Lage anlässlich des Unternehmertages des Verbandes erläutern.
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