Jubiläumsausstellung der Fotofreunde Borbeck bis 5. November im Schloss

Anzeige
Die Fotofreunde Borbeck feiern ihr 65-jähriges Bestehen mit einer großen Ausstellung im Wirtschaftsgebäude von Schoß Borbeck. Letzte Chance zur Besichtigung besteht am Samstag. Denn nur bis zum 5. November können die Arbeiten dort angesehen werden. (Foto: Debus-Gohl)
 
Thomas Ley und Dagmar Petersohn. (Foto: Debus-Gohl)

Zweimal im Jahr präsentieren die Mitglieder der „Borbecker Fotofreunde“ im Rahmen einer Gesamtausstellung der Kreativgruppen, die ihre Heimat im Schloss Borbeck gefunden haben, ihre neuen Arbeiten im Wirtschaftsgebäude. Aber die laufende Ausstellung ist etwas ganz Besonderes.

Vor 65 Jahren gründete der Essener Richard Wagner den Fotoclub, der Mitglied im Deutschen Verband der Fotografie (DVF) ist. Dieses außergewöhnliche Jubiläum wird vom 22.Oktober bis 5. November mit einer bildgewaltigen Ausstellung gefeiert. Großformatige Fotos aus allen Bereichen des Lebens ziehen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.
Von Tier-, Sport- und Landschaftsaufnahmen über experimentelle bis zur Studiofotografie – die Qualität und Vielfältigkeit der ausgestellten Arbeiten ist beeindruckend.

Keine Lust auf den Foto-Ruhestand


Günter Schneider, seit 1973 Clubmitglied und damit der „Dienstälteste“, hat noch lange nicht vor, in den „Foto-Ruhestand“ zu gehen. „Wir treffen uns jeden Freitag von 19 bis 21 Uhr hier im Wirtschaftsgebäude zum Austausch untereinander, zum Fachsimpeln und zum Planen von Workshops und Exkursionen“, erzählt er.
Besonders stolz ist er auf die zahlreichen Preise und Auszeichnungen, mit der die Clubmitglieder im Laufe der langen Vereinsgeschichte geehrt wurden. Die Beteiligung an Bezirks-, Landes-, deutschen und internationalen Fotomeisterschaften ist für die Fotografen die logische Folge ihres Hobbys. Und da sind sie richtig erfolgreich, nicht nur heute, sondern auch schon in der Vergangenheit.

Gewinnerfoto mit einer Nonne


Kurt Olivier, mit neunzig Jahren das älteste Clubmitglied, gewann 1986 auf der 19. Photokina in Köln einen Opel Kadett GSI. Sein Gewinnerfoto einer Nonne, die sich mit einem Kind auf einer Aschenbahn ein Wettrennen liefert, hat er immer in seiner Brieftasche dabei und bedauert: „Ich fotografiere immer noch analog, bin aber leider nicht mehr mobil. Das wöchentliche Treffen verpasse ich aber nie, ein Kollege holt mich netterweise ab und bringt mich wieder nach Hause."
Auch in neuer Zeit nehmen die Fotofreunde mit großem Erfolg an nationalen und internationalen Wettbewerben teil.
Dagmar Petersohn, die in diesem Jahr der Titel AFIAP (Artiste de la Fédération Internationale de l'Art Photographique) zuerkannt wurde, vertritt sehr unterschiedliche fotografische Positionen. „Teilweise entstehen spontane Aufnahmen, aber ich suche mir auch bewusst Motive aus." So ist ihr preisgekröntes Foto „opening 4“ entstanden. „Ich habe mich immer über Fotos von nackten Frauen mit geöffneten Beinen geärgert, weil ich der Meinung bin, dass man Erotik subtil darstellen sollte“. Und das ist ihr perfekt gelungen. Der geöffnete Reißverschluss schaltet sofort das Kopfkino an. „Ich fotografiere nur noch digital, man will ja das Ergebnis schnellstmöglich sehen“, schmunzelt sie, „außerdem habe ich viel Spaß daran zu experimentieren und durch die Fotografie zusammen mit der Bildbearbeitung am Computer drücke ich meine Kreativität aus“.

Jede Menge Preise abgeräumt


Die FIAP ist eine weltweite Dachorganisation der nationalen Fotoverbände aus derzeit 86 Mitgliedsländern. In Deutschland ist der DVF Mitglied der FIAP. Vereinszweck ist es, die künstlerische Fotografie in all ihren Aspekten zu fördern.
Thomas Ley, schon fünfzehn Jahre Clubmitglied, Träger des Ehrentitels EFIAP (Excellence FIAP) in Silber, hat seinen ganz eigenen fotografischen Ausdruck gefunden. „Ich habe schon in der siebten Klasse im Rahmen der Foto-AG angefangen zu fotografieren, damals analog, aber 2005 bin ich dann auf die Digital-Fotografie umgestiegen“. Für die Wettbewerbsfotografie hat er sich auf Studio-Aufnahmen spezialisiert. Seine Arbeiten mit dem Titel „Light Lines“ verbinden eine klare grafische Formensprache mit dem weiblichen Körper. „Ich wollte den harten Kanten der Lichtlinien die weichen Rundungen gegenüberstellen“ erklärt er.

2018 richten Borbecker deutsche Fotomeisterschaft aus


Auch Peter Hullermann, Landesvorsitzender des DVF-Westfalen, freut sich über die gelungene Ausstellung und verrät Pläne für die Zukunft. „Der DVF richtet regelmäßig Wettbewerbe aus. Es gibt zehn Landesverbände des Vereins mit dreiunddreißig Fotoclubs und sechshundertzwei Mitgliedern. Im Jahr 2018 werden die Borbecker Fotofreunde die deutsche Fotomeisterschaft ausrichten“.
Bis dahin gibt es noch jede Menge zu organisieren und natürlich zu fotografieren – das Lieblingshobby der Borbecker Fotofreunde.

Text: Doris Brändlein
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.