Graffito, Chillecke und Musik für die neue Mensa

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Jennifer Redmann drückt auf den Auslöser. Die Fotoaktion am Partytag kam gut an. (Foto: Winkler)
 
Whatsapp und SMS stehen hoch im Kurs: Bei der Mensa-Party wurden Nachrichten analog verschickt. (Foto: Winkler)

„Guck doch mal bei 74, ob ich eine Nachricht gekriegt habe“, will die 15-Jährige wissen. An der anlogen Whatsapp-Wand herrscht jede Menge Betrieb. Aber auch am Roulette-Tisch bleiben die Plätze nicht lange leer.

„Super Party“, befindet Swen und schließt sich damit dem einmütigen Schülervotum an. Gefeiert wird mit jeder Menge Musik, selbstgebackenen Pizzabrötchen und Coacktails in der neuen Mensa der Möllhovenschule. Und die kommt bei jüngeren und älteren Schülern richtig gut an. Kein Wunder, denn das, was sich verändert hat, haben die 150 Schüler der Borbecker Förderschule genauso gewollt.

Ideenbus und Videointerviews

Als im Sommer der Ideenbus auf den Schulhof rollte, war die Begeisterung sofort da. In Videointerviews wurden die Wünsche der Schüler abgefragt. „Sicherlich waren da auch verrückte Sachen drunter“, erinnert sich Katrin Kretschmer von der Essener Jugendhilfe gGmbH. Doch der Traum von einem Aquarium in der Decke war schnell ausgeträumt. „Spätestens dann, als klar war, wieviel Geld wir für alles zur Verfügung haben. Da wurden solche Dinge direkt als zu teuer verworfen.“

Beteiligungsprojekt

Nicht nur die Räume, in denen die Woche über an der Möllhoven Schule in Borbeck gegessen wird, haben sich in den vergangenen Wochen sichtbar verändert. Im Rahmen des Beteiligungsprojektes „Noch schöner wohnen in der Möllhovenschule“ hat sich auch in Sachen Nutzung der Schulmensa etwas getan.
„Auch das geht auf die Initiative der Schüler zurück“, ergänzt Michael Schmerler von der Jugendhilfe Essen. Gemeinsam mit Katrin Kretschmer war er den gesamten Zeitraum über Ansprechpartner für die Kids.
„Und auf die sind wir mächtig stolz“, erklären die beiden. Ganze Arbeit haben die Schüler seit dem Projektstart nach den großen Ferien geleistet. „Sie haben Verantwortung übernommen und sind selbst aktiv geworden“, gibt es auch von Schulleiterin Iris Marx ein dickes Lob.

Ideenkatolog

Aus den Videointerviews wurde ein Ideenkatalog zusammengestellt, über den dann ganz demokratisch abgestimmt. Durchgesetzt hat sich das Graffito an der Wand. „Auch die chillige Sofaecke, die Musikanlage und ein Tisch zum Spielen wurden nach dem Mehrheitsbeschluss umgesetzt“, so Katrin Kretschmer.
Die 20-köpfe Gruppe, die sich gemeinsam mit den Projektbetreuern maßgeblich um die Realisierung der Ideen gekümmert hat, war in den letzten Wochen und Monaten montags nachmittags regelmäßig in der Schule anzutreffen. Trotz der vielen tollen Vorschläge durften die Schüler dabei nie den Kostenfaktor aus dem Blick verlieren. „Schließlich war unser Budget beschränkt. Da muss man dann schon mal genauer hingucken, was man für eine Couch so ausgeben kann.“

mitWirkung!

2.000 Euro haben die Möllhoven-Schüler vom Projekt „mitWirkung!“ der Stadt Essen erhalten. „Das war der finanzielle Sockel des Ganzen. Jugendhilfe und Schule haben dann noch einmal aufgestockt.“
Am Ende ist man an der Möllhovenschule aber noch lange nicht. „Es gibt noch viele Ideen in der Warteschleife. Einfach weil kein Geld mehr zur Verfügung stand“, erklärt Michael Schmerler. Die Projektleiter fänden´s klasse, wenn sich dafür ein Sponsor finden würde.
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