In der Alten Schmiede erhalten Jugendliche eine Chance

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Hans-Heinrich Beilharz ist seit zehn Jahren Geschäftsführer der Alten Schmiede. An der Hülsmannstraße bekommen Jugendliche eine Chance auf Ausbildung. (Foto: Winkler)
 
Bereits zwölf Auszubildende konnten ihren Gesellenbrief erreichen und haben ihren Weg im ersten Arbeitsmarkt gemacht. (Foto: Winkler)

Ein Meilenstein des sozialen Engagements: Die „Alte Schmiede“ in Borbeck feierte ihr zehnjähriges Bestehen. Prominenz wie Oberbürgermeister Reinhard Paß oder Ulrich Meier, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Essen, machten sich ein Bild von der gemeinnützigen Arbeit auf dem Gelände an der Hülsmannstraße.

Seit einer Dekade geben die Geschäftsführer Robert Bosch als Diplom-Sozialpädagoge/Sozialarbeiter und Hans-Heinrich Beilharz (Foto) als Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine zweite Chance auf dem Arbeitsmarkt.
In der Alten Schmiede wird versucht, junge Menschen mit Behinderungen oder schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt aufzufangen und ihnen eine Ausbildung zum Mechatroniker zu ermöglichen. So konnten seit Eröffnung der Einrichtung bereits zwölf Auszubildende ihren Gesellenbrief erreichen und in „richtige“ Werkstätten integriert werden.

Gegen die Perspektivlosigkeit

Den Initiatoren gelingt es, Jugendliche wie Marcel Pracht vor der Arbeits-und Perspektivlosigkeit zu bewahren und sie in den Arbeitsmarkt einzubauen: „Aufgrund meiner Noten und meines Hauptschulabschlusses, war kein Betrieb bereit, mich auszubilden. Deshalb hielt ich mich mit Nebenjobs eine Zeit lang über Wasser“, erzählt er. Pracht hörte von der Alten Schmiede und machte daraufhin ein Praktikum in der Werkstatt. „Dabei fühlte ich mich sehr wohl und kam schlussendlich als Auszubildender wieder. Das Betriebsklima war von Anfang an sehr gut und herzlich und man gibt mir hier eine Chance, die ich nirgendwo anders bekommen hätte.“

Am Anfang gab es Zweifler

Zu Beginn des gemeinschaftlichen Projektes der „Gefährdetenhilfe Borbeck“, des „Zug um Zug“-Vereins und des „Weigle-Hauses“ zweifelten jedoch viele Kritiker an dessen Nutzen. Dem widersprach Hans-Heinrich Beilharz entschlossen: „Viele Besserwisser stellten unser Engagement zu Anfang in Frage. Mit der Begründung, dass es doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein sei. Doch jeder Mitarbeiter unseres Teams, der vor der sozialen Abwärtsspirale bewahrt werden kann, ist ein großer Erfolg und eine Bestätigung für unser Projekt und die Intention dahinter.“ Er dankte der Firma Deichmann, die Geld für einen zusätzlichen Auszubildenden im nächsten Jahr bereitstellt.

Sozialer Gedanke

Auch Oberbürgermeister Reinhard Paß bedankte sich für die geleistete Arbeit. Dabei stellte er heraus, dass die oft geforderte Nächstenliebe in der Werkstatt auch gelebt werde. Ulrich Meier von der Kreishandwerkerschaft Essen attestierte der Einrichtung erstklassige Arbeit für die Gesamtgesellschaft: „In der Alten Schmiede steht der soziale und gesellschaftliche Gedanke noch absolut im Vordergrund. Auf diese Weise ist es möglich, fernab von profitorientiertem Denken etwas zu schaffen, das der Gesellschaft auch etwas zurückgibt, sofern man dieses Angebot annimmt.“ So wie die Alte Schmiede damit werbe, alle Auto-Fabrikate zu reparieren, so könne man dies auch auf die Menschen übertragen. „Hier werden alle Fabrikate unabhängig von Bildungsstand oder Behinderung gefördert und es wird ihnen ein positiver Lebensweg ermöglicht.“

Text: Sven Böttger
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