Janina Krüger: Powerfrau und gute Netzwerkerin

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Janina Krüger spricht mit Leidenschaft über ihre Arbeit bei der Ehrenamt Agentur Essen e.V. Im März war sie beim Bürger- und Verkehrsverein Borbeck zu Gast. Franz Josef Gründges leitete die Talkrunde mit der Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur. (Foto: Winkler)
 
Janina Krüger (Foto: Winkler)

Sie war von Anfang an dabei. Hat 2004 am Konzept für die Ehrenamt Agentur Essen e.V. mitgearbeitet, 2005 als Gründungsmitglied den Verein mit auf den Weg gebracht. Janina Krüger ist eine Powerfrau, eine gute Netzwerkerin und voller Leidenschaft für das, was sie tut.

Die Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur Essen war ursprünglich in einem Software Unternehmen beschäftigt. Doch seit neun Jahren dreht sich bei der Essenerin beruflich alles um das Ehrenamt. „Wir sind quasi die Arbeitsagentur für das Ehrenamt“, beschreibt sie ihre Aufgabe mit einem kleinen Augenzwinkern.
Gemeinnützige Organisationen können ihre Angebote für freiwillige Mitarbeit bei der Ehrenamt Agentur anmelden und bewerben. Und auch diejenigen, die nach Familienphase oder Berufstätigkeit nach neuen Zielen streben, sind bei Janina Krüger und ihrem Team genau richtig

Ehrenamtler werden begleitet

15 hauptamtliche Mitarbeiter stehen der Geschäftsführerin im Tagesgeschäft zur Seite. Und das dreht sich um Beratung, die Vermittlung und Begleitung von ehrenamtlichem Engagement in den Bereichen Kultur, Sport, Gesundheit, Bildung oder auch Umwelt. „Bei uns können sich die Leute ganz unverbindlich über die vielfältigen Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements informieren“, erklärt sie.

Vorlesen oder Verteilen von Lebensmittelns

Ob Vorlesen im Kindergarten oder Altenheim, die Pflege von Biotopen oder die Verteilung von Lebensmitteln oder Kleiderspenden an bedürftige Mitbürger, Hausaufgabenbetreuung oder die Begleitung Jugendlicher auf ihrem Weg in die Arbeitswelt - die Bandbreite ist groß.
Ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Mitarbeiter der Ehrenamt Agentur sei im Regelfall der einfachste Weg hinein ins Ehrenamt, weiß die Fachfrau. „Viele haben durchaus konkrete Vorstellungen davon, wie und wo sie sich selbst sehen. Kennen Organisationen vor Ort und die Menschen, die dahinter stehen. Allerdings scheuen sie sich, direkt dort vorstellig zu werden, wollen keine Erwartungen wecken, die sie dann doch nicht erfüllen können.“
Der größte Teil der 5.000 Ehrenamtler, die die Agentur bereits vermittelt hat, sind 60 Jahre und älter. „Allerdings liegt das Engagement derer zwischen 29 und 40 Jahren nur knapp dahinter.“ Und auch Jugendliche finden Betätigungsfelder. In Borbeck betreut und begleitet die Agentur derzeit knapp 40 Ehrenamtliche.

Sprachpartnerinnen

Mit „17/70 - junge Paten für Senioren“ oder den „Sprachpartnerinnen“, einem Projekt, in dem sich deutsche Frauen und Frauen mit Zuwanderungshintergrund treffen, sich zwischen den Kulturen austauschen und den Einstieg in die deutsche Kultur damit erleichtern, hat die Ehrenamt Agentur eigene Projekte auf den Weg gebracht. „Von denen gibt es inzwischen acht“, erklärt Janina Krüger. „Es handelt sich um Mentoringprogramme, Projekte zur sinnvollen Freizeitgestaltung oder Qualifizierung von Ehrenamtlichen zur Hausaufgabenbetreuung für Grundschulkinder.“

Politik ist gefordert

Bis 2030 will die Geschäftsführerin der Ehrenamt Agentur in jedem Fall weitermachen - so lautet Janina Krügers großes Ziel. „Ich habe die Vision, dass die Agentur bis dahin auch finanziell dauerhaft auf sicheren Beinen steht. Bislang finanzieren wir unsere Beratungs- und Vermittlungsarbeit sowie die eigenen Projekte und Veranstaltungsformate allein aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.“
Mit ihrem Engagement möchte sie dem Ehrenamt in Essen ein Gesicht geben. Ohne Unterstützung der Politik sei das jedoch nicht möglich. „Das Ehrenamt muss in unserer Gesellschaft einen entsprechenden Stellenwert bekommen. Der Weg ist klar. Dafür muss die Politik Sorge tragen“
Im Umkehrschluss warnt Janina Krüger jedoch davor, eine verlässsliche Ehrenamtsstruktur als Rechtfertigung zur Kürzung finanzieller Mittel ins Feld zu führen. „Ehrenamt kann Hauptamtlichkeit nicht ersetzen. Egal, wie voll und leer die kommunalen Kassen sind.“
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