Zurück in die Gesellschaft - Gefährdetenhilfe Borbeck feiert 20-jähriges Bestehen

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Einmal in der Woche sind Mitglieder der "Gefährdetenhilfe Borbeck" zu Gast im Männerhaus der JVA Gelsenkirchen. 2012 hatte der Borbeck Kurier Gelegenheit, bei einem solchen Treffen mit dabei zu sein. Archivfotos (2): cHER
 
Die Ehrenamtler nehmen sich viel Zeit für die Gespräche mit den Häftlingen.

Der Termin einmal in der Woche steht. Dann ist für die Mitglieder der Gefährdetenhilfe Borbeck e.V. ein Besuch im Männerhaus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Gelsenkirchen angesagt. Die Borbecker werden erwartet. Man kennt sich, spricht bei Kaffee und Plätzchen über Probleme, aber auch über den Glauben. Denn genau der ist Motivation für die regelmäßigen Besuche im Knast.

"Weil wir in unserem Leben die Liebe Gottes erfahren haben, wollen wir diese in Wort und Tat weitergeben", bringt Vorstandsmitglied Hans-Heinrich Beilharz das Engagement derer auf den Punkt, die im August 1996 die "Gefährdetenhilfe Borbeck e.V." ins Leben riefen. Eines haben die Gründungsmitglieder gemeinsam. Sie alle waren und sind Mitglieder der "Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde am Weidkamp."

Betreuung beginnt schon während der Haftzeit


Von Anfang an hat sich die "Gefährdetenhilfe" ein Ziel gesetzt: Man will straffälligen, gefährdeten oder haftentlassenen Personen bei der Wiedereingliederung in Gesellschaft und Berufswelt zur Seite zu stehen, sie unterstützen und begleiten.
Damit das gelingen kann, beginnt die Betreuung schon während der Haftzeit. „Das Interesse der Häftlinge an dem Angebot der 'Gefährdetenhilfe' ist groß. Es gibt lange Wartelisten.“ Wie wichtig die Unterstützung der Ehrenamtler ist, wissen die Sozialarbeiter der JVA: „Die Mehrzahl der Inhaftierten schafft nach ihrer Entlassung den Absprung. Der Beistand, den die Männer durch die ehrenamtlichen Betreuer erfahren, hat einen großen Stellenwert. Ihre Unterstützung ist das Tor nach draußen.“
Ein schönes Lob für die engagierten Betreuer. Auch von den Häftlingen bekommen sie eine Menge zurück. "Es ist toll mitzuerleben, wie die Männer ganz offen über ihre Schuld sprechen, ihre Freude, wenn sie erfahren, die Frohe Botschaft Jesu gilt auch für sie."

Gruppengespräche und Einzelbesuche


Neben den regelmäßigen Besuchen im Knast - dort finden Gruppengespräche aber auch Einzelbesuche statt - gibt es Briefkontakt mit den Gefangenen, sie werden bei Ausgängen und im Hafturlaub begleitet. Die Mitglieder der "Gefährdetenhilfe" engagieren sich bei der Vermittlung von Therapieplätzen. "Und wir leisten Hilfestellung bei Wegen zum JobCenter, zu Gericht oder einer Arbeitsstelle", fasst Beilharz zusammen.
Einen besonderen Schwerpunkt der Arbeit bildet die Betreuung kurz nach der Haftentlassung. "Denn gerade da ist es wichtig, dass jemand da ist, damit keiner ins Bodenlose stützt." Auch hierbei spielen Arbeit und Beschäftigung eine große Rolle. "Die Vermittlung in einen Job ist ganz wichtig", weiß Beilharz. Deshalb pflegt die "Gefährdetenhilfe" enge Kontakte zu einem Unternehmensnetzwerk. "So können verschiedene Berufsfelder angeboten werden, die Haftentlassenen finden schneller eine Beschäftigung."

Justizminister steht auf der Gästeliste


Das 20-jährige Bestehen der "Gefährdetenhilfe" wird am Samstag, 27. August, in den Räumen der Alten Schmiede gefeiert. "Freunde, Förderer, Mitglieder mit ihren Angehörigen und viele 'Ehemalige' aus der Gefangenenarbeit werden dann unsere Gäste sein", freuen sich Heiner Beilharz und seine Mitstreiter auf den Nachmittag. Mit dabei sein in der Alten Schmiede wird dann auch NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. "Er hat bereits zugesagt." Die ehrenamtlichen Betreuer nehmen sich Zeit für Gespräche mit den Gefangenen.

Gesellschafter der Alten Schmiede


Die Gefährdetenhilfe Borbeck e.V. hat ihren Sitz in der Armstraße 29. Sie ist neben dem Verein "Zug um Zug e.V." und der "evangelischen Jugend Weigle-Haus" Gesellschafter der gemeinnützigen Kfz-Werkstatt "Alte Schmiede gGmbH". Seit 2003 bietet die Alte Schmiede sozial benachteiligten oder bildungsfernen Jugendlichen, teilweise ohne Hauptschulabschluss, die Möglichkeit, eine Ausbildung im Kfz-Bereich zu absolvieren.
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