„Kneifel-Kreisel“ kommt! In der Bezirksvertretung herrschte große Erleichterung

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Das Autohaus Kneifel verzichtet auf ein Stück Fläche, um den Kreisverkehr zu ermöglichen.

„Steter Tropfen höhlt den Stein - es hat sich gelohnt!“ Heidemarie Szech war fast schon gerührt, dass in ihrer letzten Sitzung als BV-Mitglied endlich die frohe Nachricht verkündet werden konnte: der Kreisel kommt!

Schon lange gab es Unmut über die unbefriedigende und auch gefährliche Situation am stark befahrenen Knotenpunkt in Vor der Brücke, doch die Politiker schienen bei der Verwaltung „vor die Wand“ zu laufen. Immer wieder wurde geblockt, ein Kreisverkehrsplatz sei aus Platzgründen nicht herstellbar, ein signalisierter Knotenpunkt als unwirtschaftlich einzustufen.
Das Amt schlug einen Umbau unter Beibehaltung des Verlaufs der heutigen Vorfahrtstraße vor. Doch die Bezirksvertretung IX wollte partout nicht einsehen, dass Alternativen ohne nähere Prüfung außer Acht gelassen würden, stimmte deswegen diesem Lösungsvorschlag einstimmig nicht zu. Also alles zurück auf „Start“. Dann gab es am 28. August 2013 einen Ortstermin unter Beteiligung des Ehepaars Kneifel, Eigentümer des direkt am Knotenpunkt gelegenen Autohauses.

Ortstermin

Ergebnis des Ortstermins war, dass der Bau eines Kreisverkehrsplatzes, diesmal aber unter Inanspruchnahme von etwa 25 Quadratmetern des privaten Grundstücks, geprüft werden sollte. Familie Kneifel sagte den Verkauf der Fläche zu, die Prüfung ergab, dass nun ein Kreisverkehrsplatz mit Minimaldurchmesser grundsätzlich möglich sei. „Warum nicht gleich so“, wunderten sich die Bezirksvertreter, wollten aber durch ihren unterschwelligen Ärger über die jahrelange Verweigerungshaltung der Behörde nicht die gute Laune der „Endlich ist es geschafft!“ – Atmosphäre zerstören.
Heidemarie Szech war jedenfalls stolz auf das Durchhaltevermögen der Bezirksvertretung gegen alle Widerstände: „Hier haben sich Sturheit und Dickköpfigkeit gelohnt!“ Dr. Klaus Wetter lobte: „Klasse, dass die Eheleute Kneifel da geholfen haben“, und Gerald Janke seufzte: „Dass ich das noch erleben darf…“ Auch Daniel Behmenburg war heilfroh, hielt aber fest: „Das hätten wir eher haben können!“

27 Meter Durchmesser

Die neue Straßenplanung sieht einen dreiarmigen kleinen Kreisverkehrsplatz mit einem Durchmesser von 27 Metern und einem Gefälle von 2,5 Prozent von der August-Thyssen-Straße in die Ringstraße vor. Der Kreisverkehrsplatz hat eine 3 Meter breite Rotunde für den Schwerlastverkehr und eine Kreisinsel mit einem Durchmesser von 9 Metern. Beleuchtete Zebrastreifen und vor der Gaststätte und dem Kirchenvorplatz entstehende großzügigere Gehwege schützen die Fußgänger. Für den an dieser Stelle regen Radverkehr werden auf der Heiligenhauser Straße Schutzstreifen markiert. Durch den Kreisverkehr und auf der Ringstraße wird der Radverkehr auf der Fahrbahn geführt. Auf der nördlichen Seite der August-Thyssen-Straße bleibt der gemeinsame Geh- und Radweg erhalten.
Der Höseler Weg erhält einen neuen separaten Einmündungsbereich. Durch die Rückversetzung weiter in die Heiligenhauser Straße, werden die Sichtbeziehungen für ein sicheres Aus- und Einfahren verbessert.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1.000.000 Euro, Eigenanteil der Stadt Essen werden etwa 350.000 Euro sein, vorgesehener Baubeginn ist im Jahr 2016.
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