Digitale Spiele - was bedeuten sie für unsere Lebenswelt?

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Soziologen der Universität Essen untersuchen die Auswirkungen digitaler Spiele. (Foto: Klaus Lemke)
Essen: Universität Duisburg-Essen | Ganz versunken und trotzdem hellwach sitzen manche Zocker vor dem Computer, reagieren erst spät, wenn sie angesprochen werden: Die Begeisterung für virtuelle Wirklichkeiten zieht sich durch alle Altersgruppen.

Doch was bedeutet das für unsere Lebenswelt? Dieser Frage nähert sich ein neues Buch, das Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) herausgegeben haben: Soziologische Perspektiven auf Digitale Spiele.
„Obwohl Computerspiele ein beliebtes Medienthema sind, gibt es bis jetzt noch keine soziologische Diskussion dazu“, sagen die beiden Herausgeber Diego Compagna und Stefan Derpmann. Sie wollen das ändern und fragen: Wie frei ist das freie Spielen wirklich, welchen Zwängen wird der Nutzer unterworfen? Gibt es nicht auch hier eine gesellschaftliche Ordnung?

Mehr Sport nach Bewegungsspielen?

13 Autoren betrachten unter anderem die Selbstbilder in solchen Games; sie erkunden, welche Kompetenzen in team-orientierten Angeboten entwickelt werden, denn wer erfolgreich ist, spornt andere an. Bewegungsspiele können die Sportkultur bei Kindern verändern und dazu beitragen, dass sie aktiv bleiben. Und welche Verlockungen warten im Internet auf die Generation 2.0? Sogar die Wirtschaft hat Einfluss: Mit dem Handel von virtuellen Gegenständen beschäftigt sich ein Beitrag und bringt dabei die juristische Perspektive aufs Tapet.

Schillernd ist dieser Kosmos, und auch wenn manch beliebte Idee von anderen Machern kopiert wird, steckt er doch voller Abwechslung. Ob Künstler, Kämpfer oder Städtebauer – jeder findet seine Rolle, um aus der täglichen Routine auszubrechen. Verliert man doch einmal die Orientierung, ist das in dieser Welt ungefährlich und wird als unterhaltsam erlebt.

Der neue Band ordnet das Spielen als soziales Phänomen ein, fragt nach der Relevanz für die soziologische Forschung, stellt empirische Studien vor und bettet das Ganze in gesamtgesellschaftliche Prozesse ein. Erklärt werden die verschiedenen Spielformen sowie die Verzahnung mit realweltlichen Aspekten. Die Autoren wollen damit eine fruchtbare Auseinandersetzung anstoßen.

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Diego Compagna, Stefan Derpmann (Hg.): Soziologische Perspektiven auf Digitale Spiele. Virtuelle Handlungsräume und neue Formen sozialer Wirklichkeit, UVK, 29 Euro, ISBN 978-3-86764-388-7
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6 Kommentare
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Renate Sültz aus Lünen | 15.08.2013 | 21:43  
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Renate Sültz aus Lünen | 15.08.2013 | 21:44  
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 16.08.2013 | 10:28  
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Renate Sültz aus Lünen | 16.08.2013 | 11:10  
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 16.08.2013 | 11:42  
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Renate Sültz aus Lünen | 16.08.2013 | 13:08  
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