Sichere Zuflucht und Perspektiven für Kinder in Not

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Anlässlich des diesjährigen Weltkindertages ist ein besonderer Blick auf Kinder angezeigt: Weltweit sind sechs Millionen Menschen auf der Flucht, jeder zweite Flüchtling ist ein Kind. „Wir rechnen in Essen in diesem Jahr mit rund 6.000 bis 7.000 Flüchtlingen, das entspricht in etwa der Bevölkerungszahl von Frillendorf“, so Prof. Dr. Ulrich Spie, Vorstandsvorsitzender Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Essen e.V..
In einem großen gesellschaftlichen Kraftakt werden die unmittelbar erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen und Obdach und die Grundversorgung gesichert. Gerade für die große Zahl der Flüchtlingskinder müssen jedoch auch Betreuungsangebote und Bildungskonzepte entwickelt werden sowie die gesundheitliche Grundversorgung gesichert sein. Es mangelt jedoch nicht nur an Impfstoff, sondern auch an entsprechenden Angeboten und Konzepten. „Die UN-Kinderrechtekonvention gilt für jedes Kind, unabhängig von seiner Herkunft oder seinem Aufenthaltsstatus“, so der Vorsitzende des Essener Kinderschutzbundes.
Der Essener Ortsverband richtet seine Angebotsstruktur an diesen akuten Bedarfen neu aus. „In unseren lernHÄUSERN haben wir aktuell 110 zusätzliche Plätze für Flüchtlingskinder geschaffen“, so Spie, „und wollen so den Spracherwerb ermöglichen“. Das Kindergesundheitsmobil fährt bereits seit April verstärkt Flüchtlingsunterkünfte an, über 300 Flüchtlingskinder konnten so bereits erreicht werden. Das Spielmobil plant mit seinen Teams zusätzliche Einsätze in den Flüchtlingsheimen und –dörfern. Die Kinder- und Familienzentren und Kindertagesstätten überprüfen die Erweiterung ihrer stadtteiloffenen Angebote für die Kinder und Eltern, die in unserem Land Zuflucht suchen. „Zum Gelingen dieser großen gesamtgesellschaftlichen Herausforderung ist es erforderlich“, so Spie, „dass jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt.“ Großes ehrenamtliches Engagement ist dafür ebenso erforderlich wie die finanzielle Förderung durch die Kommune, Land und Bund.
„Wir dürfen bei der aktuellen Problematik jedoch auch nicht die Not- und Gefährdungslagen der hier lebenden Kinder aus dem Blick verlieren“, warnt der Vorsitzende des Essener Ortsverbandes. Die Zahlen sind gleichermaßen erschreckend: Die Zahl der Inobhutnahmen in Essen stieg innerhalb von vier Jahren um 50 Prozent. 573 Kinder wurden im Vorjahr untergebracht. „Unsere Stadt ist mit dieser Entwicklung kein Außenseiter, sondern es spiegelt sich hier die bundes- und landesweite Entwicklung wider“, so Spie. Bundesweit starben 108 Kinder im Vorjahr an den Folgen von Gewalt, 75 Prozent dieser Kinder war unter sechs Jahre alt. Die Zahl der Fälle von Misshandlungen an Kindern stieg auf 4.204 Fälle. Die Zahl der erfassten Fälle von sexueller Gewalt gegenüber Kindern lag im Jahr bei 14.395 Fällen. Hier stieg die Zahl der betroffenen Kinder im Alter unter sechs Jahren um 35 Prozent an. Die Tendenz lautet, dass immer mehr Kinder von Gewalt betroffen sind und diese Kinder zunehmend jünger werden. „Unsere Aufgabe als Kinderschutzbund ist es, diese Kinder vor Gewalt zu schützen, und auch ihnen eine sichere Zuflucht zu gewähren“, so Spie.
Die Kapazitäten der bestehenden Kindernotaufnahme Spatzennest sind jedoch erschöpft. In den Jahren zuvor mussten jeweils über 100 Anfragen auf Unterbringung abgelehnt werden. Auch hier spiegelt sich der Trend wider, dass die Kinder, die vor Gewalt geschützt werden müssen, zunehmend jünger werden. „Über die Hälfte der Kinder, die im Vorjahr Zuflucht im Spatzennest fanden, waren unter sechs Jahre alt“, so Spie. Auch hier will der Kinderschutzbund das Angebot dem tatsächlichen Bedarf anpassen. „Wir planen eine zusätzliche Kindernotaufnahme, die von ihrem Betreuungskonzept und den Räumlichkeiten speziell an den Bedürfnissen von Klein- und Vorschulkindern ausgerichtet ist“, so Spie.
Der Kinderschutzbund Essen sieht sich mit diesen Aufgaben vor große Herausforderungen gestellt. Dafür ist eine breite Basis an Unterstützung erforderlich. „Diese dringend erforderliche Kinderschutzarbeit für Flüchtlingskinder und Kinder in Not können wir nur mit Hilfe von Mitgliedern, Spendern und ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern leisten“, so Spie. Jeder ist zur Mithilfe aufgerufen. „Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Kinder, die auf der Flucht und in Not sind, eine sichere Zuflucht finden und Perspektiven für ihre Entwicklung und Zukunft erhalten“, so Spie.
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