Stoppenberger Schüler erforschen, was Ameisen am liebsten mögen

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Florian Schillak und Jonah Humkamp (v.l.) nahmen mit ihrem Projekt, in dem sie die Ameisenart Messor barbarus erforschen, am Landeswettbewerb teil.
 

Messor barbarus dürfte den meisten Menschen so unbekannt sein, dass sie dabei nicht an Ameisen denken. Wäre aber richtig. Ganz anders ergeht es zwei Schülern aus dem Essener Norden. Sie sind mit der Ameisenart so vertraut, dass sie mit ihren Beob­achtungen am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilnahmen.



Seit 50 Jahren fördert „Jugend forscht“ Talente. Der Stiftung geht es um die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, also um die MINT- Fächer. Die Fragestellung wählt man selbst aus, reicht sein Projekt ein und nimmt an einem Regionalwettbewerb teil.

Messor barbarus ist das Forschungsobjekt


Das taten Jonah Humkamp und Florian Alexander Schillak. Die Schüler aus der 7a des Gymnasiums am Stoppenberg traten mit ihrem Projekt an. Da sie jünger als 14 Jahre sind, taten sie das in der Kategorie „Schüler experimentieren“.
Der 12-jährige Jonah und der 13-jährige Florian präsentierten ein Projekt aus dem Fachgebiet Biologie. Sie stellten die Frage: „Welche Samen bevorzugt die Ameisenart Messor barbarus?“ Und kamen prompt aufs Siegertreppchen, zusammen mit Duisburger Schülerinnen und ihrem Thema „Origami in der Mathematik“.
Der Sieg bedeutete die nächste Runde, die Teilnahme am Landeswettbewerb NRW . Ausgetragen wurde er im Haus der Technik am Hauptbahnhof. Dort reichte es zwar nicht zum Sieg mitsamt Teilnahme am Bundeswettbewerb, jedoch für den 3. Platz im Bereich Biologie. Was nicht nur die Schüler, sondern auch ihre Lehrerin Jessica Wohlgemuth zufrieden stellt: „Das war für die beiden und auch für unsere Schule, die sich zum ersten Mal für den Landeswettbewerb qualifizieren konnte, ein toller Erfolg.“

Teilnahme bei "Jugend forscht"


Die beiden wollen ihr Projekt weiter verfolgen. Zwar kommt die Ameisenart Messor barbarus bisher in Südeuropa, Afrika und Asien vor, doch ist schon so manche Tier- bzw. Pflanzenart im Zuge der globalen Erwärmung von Süd nach Nord gewandert. Das könnte auch Messor barabarus in einiger Zeit tun, woraus sich, so Jessica Wohlgemuth, die Frage ergibt, welche Bedeutung das für unsere heimischen Wiesenökosysteme haben könnte.
Bei ihren Versuchen setzten die Schüler den Tieren Salatsamen, Grassamen, Leinsaat, Dinkelsamen, Mariendistelsamen, Lärchensamen und Spinatsamen vor: „Alle vier Testkolonien bevorzugten Salatsamen“. Diese sind schmal und leicht, also gut zu transportieren, enthalten viel Protein und sind und mit ihrem hohen Fettgehalt sehr gute Energielieferanten.

Ameisenart könnte bei uns einwandern


Sollte Messor barbarus also eines Tages auch bei uns zu beobachten sein, werden sie vermutlich Samen von Pflanzen bevorzugen, die ähnliche Eigenschaften besitzen: „Welche das sein könnten, erforschen die Schüler gerade“, berichtet ihre Lehrerin. Diese Pflanzen würden sich dann nicht mehr so stark ausbreiten, weil die Ameisen Vorratshaltung betreiben und die Samen mit einem Speichelsekret am Auskeimen hindern.
Ein Blick in die Zukunft, weshalb die beiden Stoppenberger in die Mission passen, welche die Stiftung Jugend forscht e.V. für sich formuliert: die Zukunftsfähigkeit sicher stellen.

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Fotos: Debus-Gohl
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