Deilbachtal: Rettung rückt etwas näher - Konsortium gegründet

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Foto: Ruhr Museum/Hans Peter Gralingen

Die Rettung der Kulturlandschaft Deilbachtal ist endlich einen Schritt vorangekommen. Nach mehr als zehn Jahren Hin und Her zwischen Politik und Verwaltung hat der Kulturausschuss in seiner letzten Sitzung grünes Licht für die Gründung eines Konsortiums gegeben, das sich um die Gestaltung und künftige Nutzung kümmern soll.



„Angesichts der besonderen Bedeutung dieses frühindustriellen Ensembles in der Geschichte der Stadt und des Ruhrtals hat sich die SPD in den letzten Jahren intensiv für eine Entwicklung und Sanierung eingesetzt, trotz ständiger Auseinandersetzungen mit der CDU, die insbesondere im Planungsausschuss wiederholt etwas forderte, fragte oder gesperrt hat. Das Resultat war stets: Es ging nicht weiter“, berichtet Anke Löhl, Pressesprecherin der SPD Kupferdreh/Byfang.
Seit über einem Jahrzehnt diskutiert die Essener Politik nun schon über den Erhalt der Kulturdenkmäler in Kupferdreh. Das Besondere an Artefakten wie dem Deilbachhammer (Eisenhammer) und seinen Arbeiterhäuschen, der Hundebrücke oder der Voßnacker Ziegelei ist, dass sie an Ort und Stelle erhalten und nicht wie in einem Freilichtmuseum arrangiert worden sind. „In den zurückliegenden drei Jahren warb die SPD-Ratsfraktion intensiv darum, endlich zu einer Lösung zu kommen, bevor die historisch wertvollen Gebäude unwiederbringlich verloren sind“, so Anke Löhl.
Mit dem Pachtvertrag für die Deiler Mühle, der Mitte Juni eröffneten historischen Ausstellung im Kutschenhaus und der jetzigen Gründung des Konsortiums für den Eisenhammer konnten zumindest Teilerfolge erzielt werden.

Touristische Entwicklung

Angesichts dessen sind die Essener Sozialdemokraten zuversichtlich: „Das Deilbachtal wird langsam als das wahrgenommen, was es ist: eine Keimzelle der industriellen Revolution in unserer Region, die es unbedingt zu erhalten gilt“, konstatiert Hans Aring, stellvertretender Vorsitzender der Essener SPD-Ratsfraktion.
Bei der besseren touristischen Erschließung werde auch der neue Radweg mithelfen, der vom Baldeneysee bis in die Elfringhauser Schweiz führen wird und dabei das Deilbachtal durchquert. „Die Planungen für die neue Trasse sind hoffentlich bald abgeschlossen und der Bau kann beginnen. Damit kann ein wichtiger Schritt für die touristische Entwicklung vom Baldeneysee nach Süden gemacht werden“, erklärt Hans Aring weiter.
Besonders begrüßt die SPD das neue Heft des Ruhr Museums, in dem die einzelnen Denkmaleinheiten informativ dargestellt werden. Zeitgleich ist auch ein Heft erschienen - herausgeben vom Kupferdreher Stadtteil-Historiker Rainer Busch - das sich detailliert mit dem Deilbachtal und seiner historischen Bedeutung auseinandersetzt.

LVR-Gelder und andere Fördermittel sicherstellen

„Jetzt muss es darum gehen, für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen die Unterstützung des Landschaftsverbands Rheinland und andere Fördermittel für den Denkmalschutz sicherzustellen. Auch diese ewige Baustelle muss vom Kulturdezernenten endlich abgeschlossen werden“, fordert Hans Aring.
Mit eigenen Mitteln könne die Stadt Essen das Deilbachtal-Ensemble nicht retten, sind die Sozialdemokraten überzeugt. „Eine entsprechende Antragstellung an Stiftungen, Bund und Land ist längst überfällig, auch darauf hat die SPD-Fraktion schon vor zwei Jahren hingewiesen“, macht Hans Aring deutlich.
Hierzu sei es überdies notwendig, „dass das Konsortium nun bald seine Arbeit aufnimmt und dort konstruktiv an Lösungen gearbeitet wird und nicht wieder Forderungen, die einer Förderung entgegenstehen, die Arbeit blockieren“, ergänzt Anke Löhl.
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