So soll die Kampmannbrücke bezahlbar sein

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Mehr schlecht als recht fungiert die alte Kampmannbrücke als Verbindungsweg zwischen Heisingen und Kupferdreh. Zusätzliche Verkehre, die durch die Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke entstünden, könnte das Bauwerk nicht bewältigen. Daher soll zuerst die neue Brücke gebaut werden. Foto: Archiv
In dieser Woche treten der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bau- und Verkehsausschuss zusammen, um - nach Streichung der Landesmittel - über die alternative Finanzierung der Kampmannbrücke zu beraten.
Beratungsgegenstand ist ein von der Verwaltung ausgearbeitetes Konzept zum zeitnahen Neubau des Brückenwerks zwischen dem Heisinger und dem Kupferdreher Ruhrufer mit finanziellen Eigenmitteln der Stadt.
Bereits für 2014 visiert die Bauverwaltung den Brückenneubau an. „Aufgrund der erheblichen und umfangreichen Schäden am Brückenbauwerk ist ein Neubau der Brücke zwingend erforderlich“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.
Der Neubau der Kampmannbrücke samt Unterbauten und Gründung sei unumgänglich, „da eine Ertüchtigung der vorhandenen Brücke für Verkehrslasten nach den gültigen Regelwerken nicht möglich ist“.
Zudem wurde festgestellt, dass die vorhandene Bausubstanz fortlaufender Schädigung der tragenden Brü­ckenteile unterworfen ist, was bereits zu einer Herabstufung der Verkehrslasten und einer Reduzierung der Fahrbahnbreite auf nur einen mittigen Fahrstreifen geführt hat.
Da die Verkehrssicherheit der Balkenbrücke, die 1951 erbaut worden war, auf Dauer nicht mehr gewährleistet werden könne, sei, so die Verwaltung, ein zeitnaher Umbau unabweisbar.
Weil die Straßen- und Brückenbaumaßnahme nun also nicht mit Mitteln aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz (Finanzhilfen des Bundes) bezuschusst wird, fehlen der Stadt de facto rund 6,5 Mio. Euro bei veranschlagten Gesamtkosten von 10,4 Mio. Euro.
Geplant ist, dass die Stadt 2013 260.000 Euro und 2014 1,3 Mio. Euro für den Brückenneubau zur Verfügung stellt. Doch woher soll das Geld kommen? Laut Verwaltungsplänen soll die Summe durch Umschichtungen innerhalb des Budgets des Amtes für Straßenbau und Verkehrstechnik aufgebracht werden. „Dabei kommt es zu keiner Verschiebung bzw. Streichung geplanter Baumaßnahmen“, versichert die Verwaltung. Die weiteren Belastungen in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro schließlich würden 2015 und in den Folgejahren bei der Aufstellung der zukünftigen Haushaltspläne Berücksichtigung finden.
Ohne Schwund aber geht es laut Volksmund nie und so muss auch in Sachen städtischer Eigenfinanzierung des Brückenneubaus hier und da etwas abgezwackt werden, damit das Vorgaben gelingt. Die Verwaltung schlägt vor, die 260.000 Euro für 2013 bei der Erneuerung vom Ampelanlagen einzusparen. Um die 1,3 Mio. Euro im kommenden Jahr zusammenzubekommen, will man im städtischen Haushalt an verschiedenen Stellen sparen, so etwa beim Ausbau von Siedlungsstraßen, der Einrichtung von Parkplätzen, bei der Straßenbauplanung, der Umstellung der Beleuchtung auf LED und bei der Erneuerung von Beleuchtungsanlagen.

Brückenbau vor Kanalbau

Nach Initiativen aus der Lokalpolitik plant die Verwaltung außerdem, den Neubau der Kampmannbrücke der Kanalbaumaßnahme der Stadtwerke Essen an Kupferdreher und Langenberger Straße zeitlich vorzuziehen.
Voraussichtlich für vier Jahre wird die Kupferdreher Straße nämlich nur einspurig befahrbar sein, wenn es mit dem Kanalbau ernst wird, denn neben klassischem Leitungsbau muss ein Regenrückhaltebecken - zum Teil unterhalb der Kupferdreher Straße - gebaut werden. Und weil allein der Brückenneubau eine zweieinhalbjährige Vollsperrung der Straße Kampmannbrücke verursacht, wäre Kupferdreh „für einen sehr langen Zeit-raum verkehrstechnisch quasi abgeschnitten“, führte man beide Baumaßnahmen zeitgleich durch.
Daher soll nach den Vorschlägen der Verwaltung zunächst die Kampmannbrücke neu errichtet werden. Nach deren Fertigstellung könne ein Großteil der Verkehre, die infolge der Kanalarbeiten von der Kupferdreher Straße verdrängt werden, Kupferdreh über diese neue Wegeverbindung erreichen.
Von einer umgekehrten Abfolge der Baumaßnahmen - also erst Kanalbau, dann Brücke - rät die Verwaltung indes ab: „Die heute in ihrer Leistungsfähigkeit stark beschränkte alte Kampmannbrücke würde diese zusätzlichen Verkehre nicht bewältigen können. Insofern kann ein Zuwarten des Brückenneubaus und Vorziehen der Kanalbauarbeiten in Kupferdreh aus verkehrlichen Gründen nicht empfohlen werden.“
Am 20. März wird sich der Rat der Stadt mit der Verwaltungsvorlage befassen, eine Entscheidung wird erwartet.
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