Polizeinotruf 110 wird von Betrügern missbraucht

Essen: Freisenbruch | Bisher kannte ich solche Geschichten nur aus der Zeitung. Jetzt ist es mir selbst passiert.
Vorgestern bekam ich einen Anruf, den ich nicht persönlich entgegennehmen konnte, weil ich nicht zuhause war. Ich habe aber auf meinem Display die Nummer gesehen:

0201 11033969

Weil meine Telefonnummer nicht im Telefonbuch steht, hat mich diese mir unbekannte Nummer misstrauisch und neugierig gemacht, und ich habe sie angerufen, um herauszufinden, wer das wohl sein könnte.

Wer hat sich gemeldet?
Der Polizeinotruf!

Es ist doch einfach nicht zu fassen! Es ist genauso, wie man es immer mal wieder in der Zeitung liest: Da werden Leute angeblich von der Polizei angerufen und mit irgendwelchen Aussagen unter Druck gesetzt.

Wenn man die Nummer auseinanderdividiert, liest sie sich so:
0201 110 33969

D.h. die zusätzlichen 5 Ziffern haben keine Bedeutung.

Ich bin froh, dass ich den Anruf nicht entgegennehmen konnte. Vielleicht wäre ich wie viele andere zunächst irritiert oder erschrocken gewesen.
Ich gehe davon aus, dass meine Nummer per Zufall gewählt worden ist, weil sie, wie gesagt, nicht im Telefonbuch steht.

Das Landeskriminalamt NRW berichtet, dass sich aktuell Fälle mit Betrug am Telefon häufen. Die Kriminellen geben sich dabei als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus und manipulieren ihre Opfer stundenlang am Telefon. Sie erzählen ihnen beispielsweise, dass ihr Haus auf einer Liste mit geplanten Einbrüchen gefunden wurde und sie möglichst alle Wertgegenstände und Bargeld an einen „Kollegen“ zur sicheren Aufbewahrung geben sollen.

Mit dieser Betrugsmasche scheinen die Kriminellen erschreckend erfolgreich zu sein. Wie das Landeskriminalamt NRW angibt, liegt der bisher höchste Beuteschaden bei einer einzelnen Tat bei 523.850 Euro.

Was man sich merken sollte, um nicht reinzufallen:

Polizeibeamte rufen niemals von der Notrufnummer 110 aus an. Das Raffinierte bei dem Anruf, den ich erhalten habe, war, dass die Nummer nach der Ortsvorwahl achtstellig war.
Weiter rät die Polizei, beim Verdacht eines Betrugs sich den Namen des Beamten nennen zu lassen, sofort aufzulegen und sich dann von der örtlichen Polizeibehörde die Echtheit eines Anrufs bestätigen zu lassen.
Wenn man dennoch Opfer eines solchen Anrufs geworden ist, sollte man umgehend  Anzeige bei der Polizei erstatten.
Sich auf eine Diskussion einzulassen, bringt gar nichts, weil die Anrufe wohl meist aus Callcentern im Ausland erfolgen.

Jedenfalls bin ich jetzt gewarnt und werde hoffentlich beim nächsten betrügerischen Anruf angemessen reagieren.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 22.11.2017 | 10:57  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 22.11.2017 | 10:59  
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Franz Burger aus Bottrop | 22.11.2017 | 20:00  
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Henry Sten aus Emmerich am Rhein | 23.11.2017 | 00:26  
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Manfred Jug aus Essen-Steele | 24.11.2017 | 08:36  
Detlef Leweux aus Essen-Steele | 24.11.2017 | 12:10  
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Uwe Schönberger aus Gelsenkirchen | 24.11.2017 | 20:43  
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