Einfach nur schön... "Hommage an Udo" mit Johannes Brinkmann im "Haus Springob"

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Mitsingen, mitklatschen und mittanzen – das alles war im "Haus Springob" angesagt, als Johannes Brinkmann Udo Jürgens-Songs auf seine Weise interpretierte. (Foto: Janz)

Zum zweiten Mal präsentierte der Schauspieler, Sänger und Autor Johannes Brinkmann seine "Hommage an Udo" im Freisenbrucher "Haus Springob". Was bleibt, ist ein fröhlicher Abend, der gleichzeitig nachdenklich stimmte, die Herzen der Zuschauer berührte und ein Gefühl erzeugte, das nur sehr wenige Künstler im Repertoire haben: absolute Herzlichkeit!

Von Detlef Leweux
Fotos von Norbert Janz

Natürlich haben wir alle im Publikum bei "Griechischer Wein", "Ich war noch niemals in New York" oder "Aber bitte mit Sahne" mitgeklatscht, mitgesungen und mitgetanzt. Das war von einem Abend mit Udo Jürgens-Liedern ja wohl auch zu erwarten.
Doch Johannes Brinkmann gelang noch etwas ganz Anderes, vielleicht noch Größeres: Er unterhielt sein Publikum, aber er nahm es auch mit auf eine Reise. Denn viele Menschen verbinden mit den unvergessenen Songs des großen Udo Jürgens ganz persönliche Lebens-Abschnitte oder -Ereignisse und genau für die blieb an diesem Abend reichlich Platz.
Ein Tisch, ein Barhocker, ein Mikro, mehr benötigt Johannes Brinkmann nicht, um gleich vom ersten Lied an eine besondere Stimmung zu entfachen. Die Musik des Entertainers Jürgens hat er mit Peter Schnell von "Ruhrschnellweg" neu arrangiert, er selbst singt live. Und wie! Brinkmann will den Superstar keineswegs "nachmachen", er interpretiert lieber und liebevoll. Dabei besticht er durch seine vom Schauspiel her sehr ausgeprägte, geschulte, klare Stimme und manchmal, so in einigen Sequenzen, da glaubt man doch, dass er genau einen typischen Udo-Ton getroffen hat.
Feinfühlig ist Brinkmanns Spiel mit dem Publikum. Um seinen Stuhl hat er Zettel auf dem Boden verteilt. Zwischen den Liedern hebt er sie auf und zitiert Lebensweisheiten des Udo Jürgens. Dabei kommt dann auch dessen sozialpolitische und gesellschaftspolitische Kritik nicht zu kurz. Denn Lieder wie "Griechischer Wein" zum Thema Gastarbeiter-Situation und "Ehrenwertes Haus" zum Thema Spießbürgertum waren und sind ja alles andere als Gassenhauer.
Daran erinnert auch immer wieder Brinkmanns fulminante Singstimme. Mal herzerfrischend mitreißend, mal zerbrechlich, leise, nachdenklich stimmend. Mit Udo Jürgens werden sich – zurecht – noch viele Künstler beschäftigen. Mit Johannes Brinkmann gibt es aber zum Glück einen, dem das ganz fantastisch gelingt: ehrlich, voller Emotionen, mit viel Hintersinnigkeit und irgendwie genauso, wie es der unsterbliche Udo bestimmt gewollt hätte.
Ein großes Lob geht auch an die Gastgeber im Haus Springob, Angela und Horst Rzimski. Dass sie in einer immer lauter werdenden Event-Welt, wo ein Kracher den nächsten toppen muss, auch einem Abend mit leiseren Tönen eine Chance geben, steht für Feingefühl. So hatten die Besucher nach Brinkmanns Auftritt noch genügend Zeit für persönliche Gespräche mit dem Künstler und gemeinsame Erinnerungen. So muss eine Hommage sein – einfach nur schön!
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