50 Jahre Jugendfeuerwehr Essen: Festakt und Feier auf Zollverein

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  Mit ziemlich genau 112 Ernennungen, Ehrungen, Auszeichnungen begann der Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Essener Jugendfeuerwehr im Welterbe Zollverein.

Ein gut aufgelegter Oberbürgermeister Thomas Kufen begrüßte die Gäste, überbrachte den Dank der Stadt Essen und dankte auch persönlich für das lang anhaltende ehrenamtliche Engagement. Gleich zu Beginn gab er mit einem Augenzwinkern zu, dass er schon ein wenig aufgeregt sei. "Weil wir ja gleich ein paar Ernennungen vornehmen und ich Sorge habe, etwas falsch zu machen. Schließlich sind ja hier alles Feuerwehr-Profis", sagte er mit Blick auf die zahlreichen, zehn- bis siebzehnjährigen Jugendfeuerwehrmitglieder. Thomas Kufen zitierte den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der einmal gesagt habe, dass die Feuerwehr die früheste, lebendigste und mutigste Bürgerinitiative überhaupt sei. "Ich glaube", so Kufen weiter, "dass Richard von Weizsäcker nichts dagegen hätte, dass wir das auch für die Jugendfeuerwehr anwenden". Beim anschließenden "Auszeichnungsmarathon" erhielt Kufen Unterstützung von Feuerwehrdezernent Christian Kromberg und Essens stellvertretendem Feuerwehr-Chef Thomas Lembeck.

Fast 1.200 Kinder und Jugendliche sowie Betreuer und Ausbilder leisteten Großartiges

In dem zurückliegenden halben Jahrhundert haben fast 1.200 Kinder und Jugendliche, besonders aber auch ihre Betreuer und Ausbilder, Großartiges geleistet. Aus einer kleinen Keimzelle sind im Laufe der Jahre zwölf Jugendgruppen mit rund 200 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis siebzehn Jahren gewachsen. Sie tasten sich an das umfassende Thema Feuerwehr heran und werden langsam aber sicher zu hinschauenden und zupackenden Mitgliedern der Gesellschaft. Auch die klassische Jugendarbeit mit Spiel, Sport, Tagesausflügen und Ferienlagern ist Bestandteil des Angebotes. Viele von Ihnen (etwa 65 Prozent) wechseln in die Freiwillige Feuerwehr oder sind von der starken Gemeinschaft so überzeugt, dass sie ihr Hobby später zur Berufung machen und zur Berufsfeuerwehr gehen.

Essens Feuerwehrdezernent Christian Kromberg überbrachte die Grußworte der Stadt Essen. In seiner Ansprache betonte er als Feuerwehrdezernent und auch als Vertreter der Stadt Essen: "Wir sind stolz darauf, dass heute so viele Kinder, Jugendliche und in der Jugendfeuerwehr Verantwortliche den Weg nach Essen gefunden haben, um hier zu diskutieren, wie es um die Zukunft der Jugendfeuerwehr in NRW bestellt ist". "Die Jugendfeuerwehr hat auch in meinem ganz persönlichen Leben einen Platz gefunden", so Kromberg weiter. Sein Sohn ist seit einiger Zeit Mitglied in einer Essener Jugendfeuerwehrgruppe. Aus Erzählungen von Übungsnachmittagen erkenne er deutlich, wie wichtig die dort geleistete Erziehungsarbeit für die Jungen und Mädchen in unserer Stadt sei.

Bevor die eigentliche Tagung begann, gab es zunächst einige spannende und verblüffende physikalische Experimente. Jean Pütz, Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator (viele erinnern sich noch an die "Hobbythek") ist Beirat im Vorstand des Verbandes der Feuerwehren NRW (VdF) und hat es sich nicht nehmen lassen, mit seiner "Pützmunter"-Show, mit der er seit zehn Jahren tourt, heute einen Abstecher nach Zollverein zu machen. Er zog das Publikum in seinen Bann, mit physikalischen Fakten und gesellschaftspolitischen Ansichten. Chapeau.
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