Kriminalität sinkt in Essen

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Martina Thon, Leiterin der Kriminaldirektion, und Polizeipräsident Frank Richter freuen sich über die sinkende Kriminalität in Essen. Foto: Nils Krüger
Essen: Polizeipräsidium |

Die Gesamtkriminalität in Essen nimmt weiter ab. Vermögens- und Fälschungsdelikte stellen den größten Anteil an kriminellen Verhalten. Polizei kämpft mit hoher Personalbelastung.

„In Essen wohnt man in einer der sichersten Großstädte Deutschlands“, resümiert Polizeipräsident Frank Richter die Kriminalitätsbilanz für das Jahr 2017. In der Gesamtkriminalität registriert die Polizei für Essen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 5.671 Straftaten auf 55.779 (-9,23 Prozent). Dieser Rückgang ist maßgeblich durch eine Abnahme von Diebstählen und Wohnungseinbrüchen bedingt. Mit 1.644 Wohnungseinbruchsdiebstählen konnte das Polizeipräsidium die niedrigste Zahl seit 2008 präsentieren. Ein seit 2015 besonders gesetzter Fokus auf Prävention und Bekämpfung hat sich mit dieser Verringerung um 25,88 Prozent für Frank Richter bewährt. Dazu kommt die um 4,78 Prozent gestiegene Gesamtaufklärungsquote auf 58,31 Prozent. Die höchste Aufklärungsquote seit 1990. „Das sind sehr gute Zahlen“, meint Richter.

Raum für Verbesserung

Trotzdem sind dies keine Zahlen, auf denen man sich ausruhen könne. „Es gibt noch Luft nach oben“, meint Martina Thon, Leiterin der Kriminaldirektion. 31,87 Prozent der Gesamtkriminalität geht auf Vermögens- und Fälschungsdelikte zurück. In diesem Rahmen sorgt sich die Polizei über „Straftaten zum Nachteil von Senioren“. In 425 Fällen fielen Senioren auf Trickbetrüger herein. Auch wenn 81,65 Prozent dieser Fälle lediglich als Versuch endeten, sieht das Polizeipräsidium die Notwendigkeit der Prävention.
Weiterhin ist die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Essen von 380 auf 457 Fälle gestiegen, die einen Anteil von 0,82 Prozent der Gesamtkriminalität ausmachen. Der Anstieg kann allerdings durch ein zunehmendes Bewusstsein für Taten wie sexuelle Nötigung herrühren, die von den Opfern öfter zur Anzeige gebracht werden.
Zusätzlich ist die Aufklärungsquote für Taschendiebstahl verschwindend gering mit 4,69 Prozent. Auch hier die Leistung der Polizei zu verbessern liegt Martina Thon am Herzen.

Hohe Personalbelastung

Die insgesamt erfreulichen Zahlen sind trotz eines verminderten Personalhaushaltes zustande gekommen. Sowohl 30 offen gewordene Stellen, als auch interne Umstrukturierung ließen insgesamt die Belastung der Beamten steigen. „Wir haben exzellente Zahlen, trotz hoher Belastung“, meint Polizeipräsident Frank Richter. „Doch das kann man nicht unendlich so weiterführen.“Trotzdem freut sich Frank Richter über die Zusammenarbeit mit den Bürgern, die diese Zahlen mit möglich gemacht haben. „Wir können stolz darauf sein, wenn die Leute ein Vertrauen in die Polizei haben.“
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