"Menschen helfen Menschen" Wer kümmert sich eigentlich um die Flüchtlinge im Übergangswohnheim Löwental? Teil I

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Gerade die jungen Flüchtlinge im Löwental haben es Franziska Kloos und ihren Mitstreiterinnen angetan.

„Wie leben eigentlich Asylbewerber?“ Eine nur scheinbar harmlose Frage, doch beim genaueren Hinsehen durchaus spannend. Da leben Menschen mitten unter uns. Doch was sind das für Menschen? Eine Frage, die sich engagierte Studenten der Folkwang Universität gestellt und auch beantwortet haben: „Es sind halt Menschen – wie du und ich!“

In der Unterkunft im Löwental leben Asylbewerber - sie kommen aus Westbalkanländern wie Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, durch ihre Herkunft geraten sie in schlechten Ruf, da sie aus sogenannten „Sicheren Herkunftsstaaten“ stammen, ist ihre Chance auf Asyl gleich Null. Die Anwohner stellten sich auf die Hinterbeine, als das Heim - welches eigentlich längst wieder geschlossen sein müsste - sogar noch erweitert werden sollte, das ist längst vom Tisch.

Ein beindruckendes Aha-Erlebnis

Ein Aha-Erlebnis: Das Pfingst-Open Air musste aufgrund von Ela abgebrochen werden. Nichts ging mehr, Bahnen und Busse fuhren nicht mehr, die Taxis kamen auch nicht mehr durch, das Handynetz brach zusammen. Viele vornehmlich junge Menschen, durchnässt, verfroren und geschockt, irrten durch Werden, wussten nicht, wohin. Erst spät fanden sie in der Turnhalle Unterschlupf. So manche Werdener Gaststätte geriet in den Verdacht, den Hilfesuchenden die Tür gewiesen zu haben.
Nicht so im Löwental - mit offenen Armen wurden die Gestrandeten eingeladen, sich im Übergangswohnheim aufzuwärmen. Hier halfen Menschen anderen Menschen, boten eine Herberge. Unkompliziert und ohne Ansehen der Person. Eine Geste, die viele überraschte und auch dazu anregte, in sich zu gehen und darüber nachzudenken, ob der schlechte Ruf der Asylbewerber im Löwental wirklich die ganze Wahrheit widerspiegelt.

Einfach hingegangen

Ähnliche Gedanken trieben Franziska Kloos und Rahel Löwentraut um. Beide studieren an der Folkwang-Uni Musikpädagogik, Rahel für den Elementarbereich, Franziska für die Schule. Im Sommer 2014 machte ihnen zu schaffen, dass es nicht unerhebliche fremdenfeindliche Stimmung auch in Werden gab. Franziska Kloos erinnert sich: „Das war die Zeit, in der Heidhausen ein Heim gebaut werden sollte, dort aber nicht gewollt wurde. Was wir damals gerne wissen wollten: Wie ist es eigentlich, im Asylbewerberheim zu leben? Da das Löwental für uns gut erreichbar ist, sind wir einfach hingegangen und haben mit den Leuten gesprochen. Und auch gleich durchblicken lassen, dass wir gerne mit Kindern arbeiten. So kam es, dass wir zuerst ein paar Mal mit den Kindern draußen hinterm Haus gespielt haben.“

Guter Draht zu den Kindern

Eine Hausaufgabenbetreuung hatte es immer wieder im Löwental gegeben. Im Januar 2014 wurde sie wieder ins Leben gerufen von Sarah Wehner in Kooperation mit Barbara Joosten, Diplom-Sozialpädagogin bei der Caritas. Durch verlässliche Regelmäßigkeit und starkes persönliches Engagement baute Sarah Wehner einen sehr guten Draht zu den Kindern und Jugendlichen auf. Sehr beliebt waren und sind ihre Spielrunden, die sie mit von zu Hause mitgebrachten Brettspielen bestreitet.
Mit schlechter werdendem Wetter brauchte man ein Dach überm Kopf: „Wir nahmen Kontakt auf zu Barbara Joosten von der Caritas, die uns gegenüber sehr wohlwollend war. Sie bot uns an, uns der bestehenden Hausaufgabenbetreuung anzuschließen. Das taten wir gerne. Hier begannen die Schwierigkeiten - wir wollten keines der Kinder ausschließen, aber die Gruppe der 3 bis 14 Jahre alten Kinder war altersmäßig sehr gemischt. Mit großer Konzentration Hausaufgaben zu machen und zu betreuen ist da gar nicht so einfach!“

Den zweiten Teil lesen Sie, liebe Leser, in der nächsten Ausgabe des Werden Kurier.
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1 Kommentar
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Manuela Burbach-Lips aus Dortmund-City | 15.04.2015 | 10:08  
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