Amelie holt Doppelsilber

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WTB-Abteilungsleiter Reinhard Lehmann (r.) ist stolz auf Amelie Dierke und Trainer Michael Nowotnik. Foto: Georg Lukas
 
Amelie Dierke musste sich nur der Weltmeisterin Talea Prepens beugen. Foto: Daniela Dierke

Gleich zwei Silbermedaillen für WTB-Athletin Amelie Dierke bei den Deutschen Meisterschaften

Für WTB-Läuferin Amelie Dierke standen die Deutschen Meisterschaften in der Klasse U18 auf dem Programm. Bereits am Freitag ging es mit Trainer Michael Nowotnik auf den Weg nach Ulm.

Zunächst wurde am Samstag die kurze Distanz in Angriff genommen. Auch wenn sich drei Läufe über 100 Meter nach nicht viel anhören: Es wurde ein anstrengender Tag. Im Stadion begann es um 9.45 Uhr mit dem Aufwärmen. Auch vor Zwischen- und Endlauf stand das Aufwärmen auf dem Programm, bis letztendlich um 15 Uhr der Startschuss fürs Finale fiel. Mit ihrer Zeit von 12,04 Sekunden ging sie als Elftbeste in die Vorläufe, Amelie erwischte einen guten Start und gewann ihren Vorlauf mit 11,90 Sekunden. Ungläubig zunächst der Blick auf die Anzeigetafel, umso größer der Jubel: Endlich! Erstmals blieb die Werdenerin unter 12 Sekunden: „Was kann jetzt noch schief gehen?“

Fantastische Leistung

Im Zwischenlauf traf die WTB-Läuferin auf die bisherige Jahresbeste: Amelie musste direkt neben Beauty Somuah vom ASV Köln starten. Es war nervös im Feld, eine Lautsprecherdurchsage störte, die jungen Damen gingen aus den Blöcken, konzentrierten sich neu und starteten dann. Die Jahresbeste legte mächtig vor, während Amelie nicht ideal aus den Blöcken kam. Dierke lag zunächst zurück, zeigte dann aber Steherqualität und hätte in 11,97 Sekunden die Favoritin fast noch eingeholt, lag nur zwei Hundertstel Sekunden hinter der Siegerin. Das Finale wurde dann zum Krimi. In den Endlauf ging die Werdenerin mit der „nur“ sechstbesten Zeit, doch Amelie überraschte alle mit einer fantastischen Leistung. Die Konkurrenz erwischte den besseren Start und die Verfolgungsjagd begann. Nach und nach überholte sie ihre Mitstreiterinnen, fast zeitgleich liefen vier Läuferinnen über die Ziellinie. Mit Spannung schauten nun alle auf die Anzeigetafel, die länger als sonst dunkel blieb. Es war eine ganz enge Entscheidung, da sich Siegerin Talea Prepens aus Cloppenburg nur um 0,01 Sekunden vor Amelie über die Ziellinie geschoben hatte.

Vom Winde verweht

Nach nur 11,67 Sekunden sauste die Werderin ins Ziel. Eine sensationelle Zeit, doch wie so oft in diesem Jahr hatte Amelie Pech mit dem Wind. War bisher der Gegenwind Spielverderber, war es diesmal leider etwas zu viel von hinten. Der Rückenwind von 3,7 Metern pro Sekunde lag über dem erlaubten Wert von 2,0. Der Rekord kann also nicht in die Bestenlisten aufgenommen werden, doch WTB-Abteilungsleiter Reinhard Lehmann ist überzeugt: „Amelie wäre sicherlich auch ohne Wind schneller als 11,90 Sekunden gewesen. Wichtig ist aber die Platzierung. Silber bei den Deutschen. Wahnsinn.“ 11,67 Sekunden wären übrigens neuer Stadtrekord gewesen. Diesen hält ihre Vereinskollegin Britta Knickenberg seit dem Jahre 1978 mit 11,74 Sekunden. Die Werdener Delegation war sich einig: „Ein Supertag mit einem absolut nicht erwarteten Ausgang. Jetzt schon eine tolle Meisterschaft, egal, was noch über 200 Meter passiert…“
Am Sonntagmorgen galt es, ungewohnt früh aufzustehen. Die Beine fühlten sich noch schwer vom Vortag an, doch bereits um 10 Uhr fielen die Startschüsse für die Vorläufe über 200 Meter. Zu der leichten Müdigkeit kam noch ein hoher Erwartungsdruck, schließlich ging die Vorjahreszweite Amelie mit der zweitbesten Zeit dieser Saison ins Rennen. Die Zeiten der ersten vier Vorläufe zeigten, dass viele Läuferinnen mit der frühen Startzeit Probleme hatten. Den letzten Vorlauf ging Dierke etwas verhalten an, übernahm aber nach etwa hundert Metern die Initiative, ließ im Ziel austrudeln. Sie gewann in 24,84 Sekunden sicher ihren Lauf und qualifizierte sich als Drittbeste für das Finale.

Nur die Weltmeisterin war schneller

Hier hieß es: noch ein letztes Mal aufwärmen. Der blau-rote Dress des WTB leuchtete an den Startblöcken, das Feld sauste auf und davon, Amelie Dierke hielt erstaunlich gut mit. Dann setzte sich Talea Prepens ab, war nicht zu stoppen und gewann die deutsche Meisterschaft. Für die Experten nun wahrlich keine Überraschung, denn Prepens hatte Mitte Juli bei den U18-Weltmeisterschaften in Nairobi (Kenia) vor mehr als 50.000 Zuschauern im 200-Meter-Finale die Goldmedaille gewonnen. Es entwickelte sich ein heißer Kampf um den zweiten Rang, den die Werdenerin für sich entscheiden konnte. Mit 24,37 Sekunden verbesserte Amelie Dierke ihren eigenen Stadtrekord und holte sich erneut Silber. Auf beiden Strecken konnte die WTB-Athletin lediglich von einer Weltmeisterin gestoppt werden, damit gehörte sie zu den erfolgreichsten Teilnehmerinnen dieser Deutschen Meisterschaft. Im Heimatverein ist man außer Rand und Band ob dieser sensationellen Leistung. WTB-Abteilungsleiter Reinhard Lehmann gratulierte seiner Läuferin und vergaß auch nicht den Trainerkollegen: „Herzlichen Glückwunsch an Amelie Dierke und Michael Nowotnik!“ Für die flinke Werdenerin steht endlich Entspannung auf dem Programm. Nun geht es ab in den Urlaub…
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