Die Ideen sprudeln

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Das ehrwürdige Haus Scheppen und der Sporthafen des Fahrtensegler- und Kanuvereins. Foto: Bangert
 
Der Grundriss der gesamten Anlage mit den Geländen von EFKV und Sportjugend. Foto: Sportjugend Essen

In der BV-Sitzung wurde das Projekt Kinder- und Bildungsstätte im Sport-Haus Scheppen vorgestellt


Das ehrwürdige Haus Scheppen wird endlich aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und mit Kinderlachen gefüllt! Vorsitzender Jens Schuhknecht und Bildungsreferent Jörg Bosak, gleichzeitig „Skipper“ des Segelspielplatzes, berichteten über die ersten Schritte der Übernahme des Gebäudes im Baldeneysee durch die Essener Sportjugend.

Jens Schuhknecht über die Ausgangslage: „Die Stadt hatte keine Lösung für das Gebäude und hat dann uns gefragt. Nach einer ersten Besichtigung waren wir begeistert. 1.000 Ideen sprudelten, wir wollten etwas für die Kinder und Jugendlichen tun, deshalb pachten wir nun das Gelände von der Immobilienwirtschaft.“
Das alte Gemäuer war zugewuchert, musste wie im Märchen freigeschnitten werden, die Räumlichkeiten der ehemaligen Gastronomie verströmen nun wirklich keinen coolen Charme, scheinen aber ausbaufähig, so Jörg Bosak: „Wir waren Feuer und Flamme. Drinnen ist eine alte Kneipe, die ist zwar nicht so hip, aber irgendwie maritim, Küche und Spülküche sind ok, da kann man was draus machen. Wir wollen Haus Scheppen wieder mit Leben füllen!“

Ausflüge und Segelkurse

Bosak schwärmte: „Der Standort kann Start und auch Ziel von Ausflügen werden, die Hespertalbahn, die Weisse Flotte, es gibt da viele Möglichkeiten: Geführte Themen-Radtouren für Kids, Skaten, Geocaching, Joggen, Walken. Ein Schwerpunkt wird natürlich auf dem Wasser liegen, hier können wir Segeln anbieten, Paddeln, Stand up Paddling.“ Erste Kurse des Segelspielplatzes liefen schon an, Kinder der Heckerschule und Fischlaker Schule sind bereits in den Optis unterwegs, die erhöhten Sicherheitsstandards garantiert eine zusätzliche „Landwache“ der DLRG. Jörg Bosak flachste: „Wir haben auch schon einen mobilen Steg dorthin transportiert, so ähnlich wie bei Christo, nur nicht so groß.“
Für die Sommerferien werden Sportferienwoche und Erlebnistage angeboten, sind auch schon ausgebucht. Eine zukünftige Nutzung für Schulen und Vereine ist in Vorbereitung, zusätzliche Angebote wie Kinderkochschule, Abenteuererlebnisse, Bogenschießen, Cross Boccia und Klettern angedacht. Auch sollen Workshops sowie Multiplikatoren-Schulungen durchgeführt werden.

Schwimmen im See?

Weitere Schritte für den Ausbau und Erhalt der Angebote sind Grünpflege
und Renovierung der Räume, die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Zurzeit laufen Überlegungen, dauerhaft Personal vor Ort zu stationieren, selbst für eine Nutzung in den Wintermonaten gibt es Ideen. Jens Schuhknecht betonte: „Das Sport-Haus Scheppen wird kein gängiges Jugendzentrum werden, sondern für konkrete Nutzung von Angeboten bereit stehen. Wir sind noch in der Experimentierphase, wir haben da noch viel vor!“ Das Haus soll sich verändern, wenn auch der Denkmalschutz manche Idee bremst, die Sportjugend wird viel reinstecken aus eigenen Mitteln. Bei einem Ortstermin mit Oberbürgermeister Thomas Kufen und Dezernent Peter Renzel schlug der OB vor, an dieser Stelle „Schwimmen im See“ zu initiieren.

Politiker begeistert

Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann dankte für den erfrischenden Vortrag: „Toll, dass hier ein sehr schönes Stück Essener Geschichte wieder auferweckt wurde.“ Ähnlich sah es Daniel Behmenburg, der aber auch an die mangelnden Möglichkeiten für Jugendliche erinnerte: „Diese neue Stätte ist eine gute Ergänzung der Jugendarbeit im Bezirk.“
Ulla Lötzer hatte bereits beim Radfahren mit Erstaunen das neue Leben im Haus entdeckt, wird sich demnächst genauer informieren. Auch regte sie eine Öffnung der Kurse für Flüchtlingskinder an. Hier stehe der Sport zu seiner Verantwortung, so Jens Schuhknecht: Besondere Angebote zur Integration der Flüchtlinge seien durchaus denkbar, müssten jedoch zunächst mit dem Gesamtkonzept in Einklang gebracht werden. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Reinhold Schulzki ist selbst passionierter Segler, liegt an Haus Scheppen vor Anker, regte enge Zusammenarbeit mit dem „Essener Fahrtensegler- und Kanuverein“ an, direkter Nachbar der neuen Kinder- und Bildungsstätte. Erste Kontakte machen bereits Mut für eine zukünftige Kooperation.
Auch Daniela Rittkowski war angetan von diesem Projekt: „Ich bin besonders erfreut über das vielfältige Angebot, gerade das Zusammenspiel von Sport und Bildung gefällt mir sehr.“ Die Jugendbeauftragte des Bezirks meldete sich gleich spontan zum Segelkurs an, Jörg Bosak lächelte: „Sie können ruhig alle mal bei uns reinschnuppern!“
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