Eintauchen in die Welt des Spielzeugs

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Mit viel Leidenschaft haben Hannelore Müller (links) und Ute Bender ihre Sammlung zusammengestellt. (Foto: Michael Gohl / West Anzeiger Essen)
 
Rund 50 Puppenstuben aus vergangenen Zeiten können im privaten Spielzeug-Museum an der Kötterstraße 26 bewundert werden. (Foto: Michael Gohl / West Anzeiger Essen)

In einem kleinen privaten Spielzeug-Museum an der Kötterstraße 26 in Altendorf haben sich zwei Geschwister einen großen Traum erfüllt.

Hannelore Müller und Ute Bender sammeln schon seit 25 Jahren Erinnerungen aus ihrer Kindheit. Darunter befinden sich Puppen, Häuschen, Möbel und Kuscheltiere. Kindern geht bei solchen Spielzeugen früher wie heute das Herz auf.

Es wäre doch schade, wenn Spielzeug aus früheren Jahren in Vergessenheit gerät. So kamen die beiden Schwestern auf die Idee, ihre gesammelten Schmuckstücke nicht nur für sich selbst zu behalten und ab und an mal wieder in der Zeit zurück in die Tage ihrer Kindheit zu springen, sondern wollten auch andere daran teil haben lassen.

Ein Gedanke der sich bestätigt, denn das Privatmuseum wird sehr oft von Besuchern jeder Altersklasse aufgesucht. „Wenn man den Herrschaften in die Augen schaut, während sie gerade eines unserer Ausstellungsstücke betrachten, erhascht man das ein oder andere Schmunzeln“, so die Schwestern.

Kein Wunder. Bei Spielzeug von 1840 aus der Biedermeierzeit bis hin zum Jahre 1960 können schonmal Geschichten aus der eigenen Kindheit hochkommen.

Hannelore Müller und Ute Bender freuen sich auf jeden einzelnen Besucher, der einen spielerischen Blick auf längst vergangene Zeiten werfen möchten und dies zu schätzen weiß. Mit der Zeit wurde die Sammlung immer umfangreicher. So wurden aus zunächst acht Porzellan-Puppen schnell zehn.
„Vor sechs Jahren war es soweit: Ich blickte auf die leeren Wände in der ehemaligen Werkstatt für Sanitär- und Heizungsbau und dachte: Das wäre doch ideal, um ein privates Spielzeug-Museum zu eröffnen“, erinnert sich Ute Bender.

Doch zunächst galt es, viel Arbeit in das Projekt zu investieren. Wände mussten gestrichen, die Räume hergerichtet werden. Sohn Gerhard Bender half dabei, Regale und Schränke zu bauen, in denen sich genug Platz für die Sammlungen der beiden Schwestern finden würde.

Im November 2008 öffneten sich erstmals die Türen des sehenswerten Kleinods im Essener Westen und die Besucher durften staunen, was es dort alles zu entdecken gibt. Seitdem sind die Schwestern und der Laden unzertrennlich.
Ob Frau oder Mann kommen immer wieder viele, um sich die rund 50 feinen Puppenstuben und deren kleine Details anzuschauen. Drei Räume gefüllt mit Puppenhäusern, Puppenstuben, Kaufläden, Steifftieren, Puppen, Bauernhöfen, Burgen, Blechspielzeug und vielem mehr.

Ute Bender: „Ein Besucher sagte einmal: Da möchte man doch direkt hineinkriechen und darin wohnen!“

Die beiden Schwestern haben alle ihre Sammelstücke begutachtet und auf deren Qualität geachtet. So schauen sie auch immer bei neuen Stücken, die sie beispielsweise auf Flohmärkten entdecken, sehr genau hin. So ist sicher, dass alles, was in ihrem Museum Platz findet, im besten Zustand ist.

„Wir sammeln Dinge von 1840 aus der Biedermeierzeit bis zum Jahr 1960“, erklärt Hannelore Müller. „Und es dürfen nur Originale und keine Replikas sein.“
Schwester Ute Bender ergänzt: „Danach wurde vieles nur noch maschinell und aus Kunststoff hergestellt. Das gefällt uns gar nicht.“

Auch an ihre ersten Puppen können sich die Sammlerinnen noch gut erinnern: „Unsere Mutter wuchs im Waisenhaus auf und daher war es ihr sehr wichtig, uns mit gutem Spielzeug zu versorgen: in Handarbeit gefertigt, aus Holz und schönen Stoffen.“

Immer wieder aufs Neue können sich Hannelore Müller und Ute Bender sowie ihre Besucher über die liebevolle und sehenswerte Puppenhaus-Architektur aus längst vergangenen Zeiten freuen.

„Unser Anliegen ist es, diese Erinnerungen auch für die Nachwelt zu erhalten. Auch die Kinder von heute erfreuen sich an dem Spielzeug ihrer Großeltern.“
Wenn man beim nächsten Gang in den Keller oder Dachboden über ein schönes altes Stück stolpern sollte, kann man sich gerne bei den beiden melden.

„Die Regale sind zwar schon sehr gut gefüllt, für wirklich interessante Stücke lässt sich aber immer noch eine schöne Ecke finden.“

Ein Lokalkompass-Beitrag von Lara Giesen und Frank Blum.

Infos:

Das private Spielzeug-Museum der Schwestern Hannelore Müller und Ute Bender befindet sich an der Kötterstraße 26 in Altendorf.

Ausgestellt werden Puppenhäuser, Puppenstuben, Kaufläden, Steifftiere, Puppen, Bauernhöfe, Burgen, Blechspielzeug und vieles mehr.

Ein Besuch des Museums ist für Einzelpersonen und Gruppen nur nach telefonischer Absprache möglich. Telefon 625522.
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1 Kommentar
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Gitte Hedderich aus Herten | 24.01.2016 | 06:39  
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