Tanz der Pfeifen: Ganz schön verorgelt

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Um verschiedene Todesarten ging es im Ballett von Denis Untila.Fotos: Mario Perricone

Die Ankündigung versprach höchsten Genuss: Unter dem Titel "Vibrations" erwartet das Publikum eine inspirierende Kombination aus Orgelmusik und Tanz. Zu Gast: die Compagnie des Aalto Ballett Essen.

Und diese bringt erfahrungsgemäß unter der Leitung von Ben Van Cauwenbergh oder Gastchoreografen wie Alexander Ekman oder Jiří Kylián extrem sehenswertes Ballett auf die Bühne.
Doch diesmal sollte es ganz anders werden... Die beiden jungen Compagnie-Mitglieder Armen Hakobyan und Denis Untila choreografierten ihre Stücke Frequencies und Post Mortem. Tänzerisch durchaus gelungen und mit interessanten Ansätzen. Und in den wenigen Momenten, in denen musikalische Zuspielungen zu hören waren und die Orgel verstummte, ein echtes Erlebnis.
Doch dann kam er: Roland Maria Stangier, Professor für Orgel und Improvisation. Und verorgelte den ganzen Abend...
Es wäre doch so schön gewesen, anspruchsvollen Tanz gemeinsam mit der Königin der Instumente zu erleben.
Doch eigentlich stand an diesem Abend nur Roland Maria Stangier mit abgedrehten Improvisationen und einem ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung auf der Bühne. Die Tänzerinnen und Tänzer: nur geduldetes Beiwerk. Oder in vielen Stücken gleich ganz von der Bühne verbannt.
Ein Zitat des Titularorganisten der Kreuzeskirche, Roland Maria Stangier, aus dem Programmheft sagt schon alles: "Ich habe den beiden Choreografen dann dutzende Musikvorschläge unterbreitet, aber sie haben sich natürlich auch selber eingebracht. ... Die Musikauswahl muss schließlich für beide Seiten passen."
Passte sie offensichtlich aber nicht, auch wenn das Publikum, zumeist Fans des Aalto Ballett Essen, brav applaudierten. Denn die Leistung der Compagnie und der Choreografen war ja bestens. Nur einer störte: Der Mann an der Orgel.
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Carlotta Rabea Joachim aus Essen-Werden | 22.05.2017 | 23:39  
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