Gefangene der Umgebung

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So sieht ein typischer Arbeitsplatz in der Malgruppe aus: Heidi Bomeisl und ihre Kolleginnen platzieren alle benötigten Utensilien um sich auf dem Tisch.
 
Verwendet werden darf alles, was gefällt: Aquarell, Acryl, Puderfarbe oder Stifte.
Malgruppe der Apostelkirche stellt aus



Alleine macht es einfach keinen Spass. Da trifft man sich viel lieber zusammen und geht dem Hobby in entspannter und lustiger Atmosphäre nach. Und weil es allen so geht, treffen sich die Damen der Malgruppe jeden Dienstag in der Sakristei der Apostelkirche, um kreativ zu werden.


Zu Beginn packen alle ihre Malutensilien auf den Tisch: Pinsel, Blöcke und alle Arten von Farben sowie das Zubehör für die angedachte Technik. Dass man da schon manchmal die Qual der Wahl hat, davon kann nicht nur Barbara Bigge ein Lieb singen: „Früher waren wir ein reiner Aquarellkurs. Jetzt kann sich jede aussuchen, wie sie malen möchte. Man kann wählen zwischen Acryl, Airbrush oder Puderfarbe. Wer will, kann auch einfach nur mit Stiften zeichnen. Nur Ölfarben benutzen wir nicht. Persönlich bin ich eine Anhängerin der Mischtechnik.“ Das nennen die Damen ihre künstlerische Freiheit, was auch sicherlich der Grund für die große Vielfalt an individuellen und einzigartigen Bildern ist.

Inspiration bieten Fotos ebenso wie Bilder auf Facebook

Bestand hat die Malgruppe schon seit mehr als 12 Jahren. Früher gab es eine Kursleiterin, welche angeleitet und erklärt hat, heute machen die Damen alles in Eigenregie. Nach dem Auspacken erfolgt zunächst eine Aufwärmphase: Einfach mal fließen lassen! Dann widmet sich jede dem Thema, auf das sie an diesem Abend Lust hat. „Das kann alles Mögliche sein“, erklärt Elke Behrmann. „Persönlich finde ich Leuchttürme sehr spannend, weil ich eine besondere Verbindung zu Norddeutschland habe. Diese fotografiere ich oft vorher ab und bringe sie dann fotorealistisch auf das Papier.“
Oft wird auch das Motiv der Blume gewählt, wie Bigge es an diesem Abend vormacht: Wasser auf das Papier, mehrere große Tropfen flüssige rote Farbe daraus, mit einem Stift Umrisse gezeichnet und fertig sind die Tulpen. „Manche malen eher zart, ich mag den gewagten explosiven Stil“, ergänzt sie.
Dabei kommt es durchaus vor, dass man an einem Tag nicht von der Muse geküsst wird. „Dann liegt vor einem einfach das weiße Blatt und schaut einen frech an“, witzelt Hiltrud Blank. „Malen und Kreativität hängt sehr stark von der Tagesform ab, mal klappt es toll, mal gar nicht beziehungsweise man ist mit seinem Werk so gar nicht zufrieden.“

Großer Dank an Holm Schwanke und Pfarrer Werner Sonnenberg

Dass diese Empfindung eher subjektiv ist und andere durchaus das Gegenteil wahrnehmen, zeigt die Tatsache, dass die Malgruppe schon zum vierten Mal ausstellt. Die ersten Male hingen die Werke der Damen in der Apostelnotkirche. „Für diese Gelegenheiten geht immer ein immenser Dank an Pfarrer Sonnenberg, der uns das ermöglicht und uns dabei unterstützt. Er hatte schon seit Beginn an ein offenes Ohr für die Malgruppe und ohne ihn wäre vieles nicht möglich gewesen“, so Heidi Bomeisl.
Die aktuelle Ausstellung findet gerade im Evangelischen Fachseminar für Altenpflege statt. Dort sind noch bis September 2017 etwa 50 Bilder ausgestellt, die auch erworben werden können.
„Wie freuen uns sehr, dass die Malgruppe unseren weißen Wänden Farbe verleiht“, erklärt Holm Schwanke, Schulleiter des Fachseminars. „Wir sind vor Kurzem umgezogen und haben nun weite Flure, die wir Künstlern und Künstlergruppen als Plattform für ihre Kunst zur Verfügung stellen wollen. Das wertet unsere Räume auf und auch unsere Schülerinnen und Schüler erfahren dadurch eine weitere Art der Wertschätzung.“
Zu sehen sind die Bilder der Malgruppe im Fachseminar für Altenpflege Am Fernmeldeamt 15 in der 5. Etage jeweils montags bis freitags von 8-15 Uhr und nach Vereinbarung.
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