Wenn Theater, Kultur und Bildung verschmelzen - Alma Gildenast tritt in die großen Fußstapfen ihres Vaters, Theaterpädagoge Rolf Gildenast

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Alma Gildenast und Thorsten Brunow mit dem Glücksdrachen, der in fast jedem der rund 40 Stücke von Rolf Gildenast seinen Auftritt hatte und auch weiterhin Teil des „theatergildenast“ bleiben wird.

„Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen und ich kann nicht anders. Das sagte schon mein Vater immer und bei mir ist es genauso“, erklärt Theaterschauspielerin Alma Gildenast.

Ihr Vater Rolf Gildenast war viele Jahre als Solotänzer am Musiktheater im Revier tätig. 2001 erhielt er nicht nur den Theaterpreis, sondern machte sich auch mit seinem eigenen Theater „theatergildenast“ selbstständig.
Nach seinem überraschenden Unfalltod im Jahr 2012 im Alter von 47 Jahren, will seine Tochter, die ebenfalls ausgebildete Künstlerin in den Bereichen Tanz, Gesang und Schauspiel ist und zurzeit als Schauspielerin am Mondpalast arbeitet, sein Werk weiterführen. „Ich brauchte die Zeit zum Trauern, aber jetzt möchte ich an die Arbeit meines Vaters anknüpfen“, so die 23-Jährige.

An die Arbeit des
Vaters anknüpfen


Das erste Projekt ist bereits gestartet. In Zusammenarbeit mit Schauspielkollege und Regisseur Thorsten Brunow wurde „Der Au-Weihnachtsmann“, dessen Uraufführung im Jahr 2005 war, wiederaufgelegt und zieht durch Kitas und Grundschulen. In dem Stück geht es um einen überarbeiteten Weihnachtsmann, der vor lauter Stress ausrutscht und sich den Po prellt und seine Arbeit an seinen Sohn weitergeben muss. Eine Geschichte, die jede Menge Spaß und Kinderlachen erahnen lässt.
„Die Grundideen meines Vaters bleiben in den Stücken erhalten, weil sie sehr erhaltenswert sind. Aber das Ganze bekommt durch mich und neue Schauspieler einen neuen Anstrich. Es ist eine große Ehre für mich, das Theater meines Vaters weiterführen zu können, zu dürfen und zu müssen“, sagt Gildenast gerührt.

Wie schon Rolf Gildenast legen auch seine Tochter und Kollege Thorsten Brunow großen Wert darauf „das Theater in die Welt zu tragen“ und Schauspiel, Kunst und Bildung zu kombinieren. Dafür zieht das Bühnenspiel durch Kitas und Schulen zumeist in Gelsenkirchen, aber auch das restliche Ruhrgebiet wird nicht ganz außer Acht gelassen. Eine feste Bühne gibt es nach wie vor nicht. „Wir wollen das Ruhrgebiet mit Kunst und Kultur beleben“, sagt Brunow. Auch weitere noch nicht bespielte, aber gut bespielbare Flächen sollen zukünftig genutzt werden. „Das Brachland soll lebendig werden. Im Ruhrgebiet gibt es genug freie, ungewöhnliche Orte und Flächen, die genutzt werden können“, so Brunow weiter.

„Es ist eine Ehre, das Theater meines Vaters weiterführen zu können, zu dürfen und zu müssen.“
Alma Gildenast, Theaterschauspielerin

Im Mittelpunkt der Stücke soll stets Gesang und Schauspiel stehen. „Wir sind beide keine Tänzer und möchten selbst viel mitspielen, daher liegt es auf der Hand“, meint Gildenast.
Nach dem „Au-Weihnachtsmann“, der am 22. Dezember das letzte Mal aufgeführt wird, geht es an das nächste Kinderprojekt. „Das große LapourLa“ (französich: Es ist da, weil es da ist), eine Adaption des Stückes „Das große Lalula“ von Rolf Gildenast. „Das Stück hatte er mir schon vor seinem Tod überlassen. Wir haben es umbenannt, da wir die Grundlage weiterentwickeln wollen und der neue Titel ebenfalls zur Philosophie meines Vaters passt“, sagt Alma Gildenast. „Es sind immer wieder andere Mitwirkende bei den Stücken dabei. Es es eine permante Weiterentwicklung, die das Ganze auch so spannend macht“, betont Brunow.
Desweiteren eröffnet im Januar nächsten Jahres die Theaterschule Gildenast. Hier wird Alma Gildenast einmal die Woche, immer dienstags, in der Tanzschule Swoboda in der Pfefferackerstraße 11 in Buer Theaterunterricht für Kinder geben. „Schon mein Vater hat in diesen Räumen geprobt“, erinnert sich die Schauspielerin.

„Zuletzt möchte ich mich in diesem Jahr noch um etwas kümmern, das schon 2013 bei der Veranstaltung zu Ehren meines Vaters im Musiktheater im Revier zur Sprache kam. Eine Schule in Gelsenkirchen soll nach ihm benannt werden.“
Für das nächste Jahr sind neben internen Vorstellungen in Kitas und Grundschulen auch öffentliche vorgesehen. Weitere Informationen zum „theatergildenast“ sind unter www.theatergildenast.de zu finden.
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