Evangelischer Kirchenkreis: 14 Kindergärten vor dem Aus

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Superintendent Rüdiger Höcker, Pfarrerin Ute Riegas-Chaikowski und Christiane Wegers, Geschäftsführerin der Kindergartengemeinschaft, informierten über die Ergebnisse der neuesten Kreissynode.
Gelsenkirchen: Kreiskirchenamt |

Die Kreissynode vom Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid hat sich wie alle sechs Monate auch am vergangenen Montag mit zurückliegenden und aktuellen Themen auseinandergesetzt.

Neben dem Jahresbericht und verschiedenen Beschlüssen wie beispielsweise über das Presbyterwahlgesetz und dem Lehrplanentwurf für die Konfirmandenarbeit, war vor allem die Zukunft der Evangelischen Kindergärten in Trägerschaft des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid zentrales Thema.

Von 108 stimmberechtigten Synodalen plus 30 Berater waren 90 anwesend. Die Ergebnisse, die Superintendent Rüdiger Höcker, Pfarrerin Ute Riegas-Chaikowski und Christian Wegers, Geschäftsführerin der Kindergartengemeinschaft, die 2008 gegründet wurde, nun präsentierten, waren drastisch. „Aktuell gibt es noch 22 Kindergärten. In den kommenden drei Jahren wird es aber nur noch acht Kindergärten an neun Standorten (eine Verbundeinrichtung) geben“, erklärte Höcker. „Das ist auch für uns sehr schmerzhaft, ist aber leider nicht mehr anders zu händeln. Seit zehn Jahren haben wir die ständige, große Herausforderung, den Haushalt stetig anzupassen, weil die Kosten steigen.“ Laut Höcker würden jedes Jahr 200 Gemeinde-Mitglieder aus den verschiedensten Gründen verloren gegangen. Aktuell habe man noch 93.000.

Bis 1. August 2016 keine Schließungen und danach auch keine Kündigungen

Die aktuell 1.226 Kinder werden dann auf die Standorte verteilt, von denen es zwei im Norden (Buer/Hassel), zwei im Süden (Gelsenkirchen/Wattenscheid) und vier in der Mitte geben soll. Im Kindergartenjahr 2015/2016 wird es aber noch zu keinen Schließungen oder einem Trägerwechsel kommen. Frühestens ab dem 1. August 2016 sollen die ersten Betriebsübergänge vollzogen werden. Im gesamten Verfahren soll es keine betriebsbedingten Kündigungen von Erziehern geben und aufgenommene Kinder sollen auf jeden Fall einen Kindergartenplatz gesichert bekommen.

Ziel der Schließungen ist, der Unterfinanzierung der Kindergartengemeinschaft entgegenzuwirken. Derzeit bringt der Kirchenkreis 10 Prozent der Kirchensteuereinnahmen als Eigenanteil ein. Damit ist der Haushalt nicht ausfinanziert. Um die Kosten zu decken, müssen im kommenden Kindergartenjahr jedoch 13 Prozent eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass der Eigenanteil aufgrund der zu erwartenden Tariferhöhungen schon bald bei rund 20 Prozent liegen wird, und dieser Anstieg nicht durch eine jährliche Anhebung der Kindpauschalen nach dem Kinderbildungsgesetz (KiBiz) um 1,5 Prozent ausgeglichen werden kann.
Darüber hinaus müssen die Einrichtungen zukünftig den Auflagen des Kinderbildungsgesetzes entsprechen. Derzeit erfüllen nur wenige den baulichen Vorgaben der Raumkozenpte für Kindergärten. Für Sanierungs- und Umbauarbeiten würden Gesamtkosten in Höhe von rund 4 Millionen Euro anfallen. Neubauten sind dagegen günstiger.

„Der Kirchenkreis teilt die Sorgen der Mitarbeitenden und Eltern. Eine solche Entscheidung wirft viele Fragen auf. Um diese zu besprechen, wird es nach den Sommerferien Einladungen zu Gesprächen zwischen Leitung des Kirchenkreises und den Eltern in den Kirchengemeinden geben“, so Höcker abschließend.

SPD will Gespräch mit dem Kirchenkreis suchen

> Zum aktuellen Beschluss der Synode des Evangelischen Kirchenkreises, sich von 14 der 22 Kindergärten in Gelsenkirchen und Wattenscheid zu trennen, nahm die SPD unter anderem in Person von Ralf Lehmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kinder, Jugend und Familie (KJF) Stellung.

> „Die Absicht der Evangelischen Kirche, sich aus Kostengründen von Kindergärten zu trennen, ist fü die Jugendpolitiker in Gelsenkirchen nicht neu. Die beschlossene Anzahl von Kitas hat uns aber überrascht. Auch wenn nicht feststeht, welche und wie viele Einrichtungen in Gelsenkirchen betroffen sein werden, wirft diese Entscheidung der Synode viele Fragen für die Sicherung der Versorgung mit Kita-Plätzen auf.“
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