U-Heft für Kinder jetzt auch für den Zahnarzt

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´Die kleine Aviva (6) findet das neue zahnärztliche Untersuchungsheft super. Sie hat sowieso keine Angst vorm Zahnarzt.

Das gelbe Kinderuntersuchungsheft ist seit vielen Jahren jedem bekannt. Ab sofort wird es zu jeder Geburt auch ein U-Heft für den Besuch beim Zahnarzt geben.

Denn die meisten Babys bekommen zwischen dem neunten und elften Lebensmonat die ersten Zähnchen und die müssen gepflegt werden.
„Es ist wichtig, dass den Eltern bewusst gemacht wird, dass die Kleinen ab den ersten Zähnchen zum Zahnarzt sollten. So lernen die Kinder auch, dass der Zahnarzt etwas Normales ist und haben später weniger Angst“, so Dr. Dagwin Lauer, Zahnarzt und Vorsitzender des Arbeitskreises Zahngesundheit Gelsenkirchen.

Das neue Heft ist einfach in das allgemeine Untersuchungsheft eingeklebt. „Wer schon ältere Kinder hat, kann es sich dann auch einfach rausreißen und in das vorhandene U-Heft reinlegen. So muss nicht wieder alles abgeschrieben werden“, sagt Lauer.
In Gelsenkirchen sprechen Stadt und Zahnärzteschaft schon länger über die Möglichkeit, die zahnärztliche Untersuchung an die gelben U-Hefte zu koppeln, jetzt haben sich auch die vier zahnärztlichen Körperschaften, die Zahnärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe auf den erweiterten Kinderpass geeinigt.

„Wir haben die Vorsorgepässe auch schon vorher an unsere Patienten verteilt, aber eben erst wenn sie das erste Mal unsere Praxis betraten und das ist in manchen Fällen fast zu spät. Jetzt können wir viel mehr Leute viel früher erreichen“, freut sich Zahnarzt Dr. Ralf Rieger.

Je früher man mit der richtigen Zahnpflege startet, umso größer sind die Chancen auch später keine Probleme zu bekommen. Daumenlutschen, Schnuller und die falschen Getränke können bei Kindern schon früh erhebliche Schäden an den Beißerchen anrichten. Präventive Gespräche mit den Eltern sollen daher Zahnfehlstellungen verhindern.
„Die UZ 1 (erste zahnärztliche Untersuchung)startet bei einem Jahr und endet mit dem sechsten Lebensjahr. In der Zeit kann schon viel richtig oder eben auch viel falsch gelaufen sein. Leider hört das auch mit dem Schulalter nicht auf, aber irgendwo muss ja eine Grenze gezogen werden. Wir hoffen, dass die Kinder sich bis dahin so an den Zahnarzt gewöhnt haben, dass sie auch weiterhin regelmäßig zur Untersuchung kommen“, so Lauer.

Besonders freuen sich die Zahnärzte darüber, dass der zahnärztliche Teil des Untersuchungsheftes viersprachig ist. Neben Deutsch, steht alles auch auf Englisch, Türkisch und Russisch in der Broschüre. „Das ist ein großer Schritt, gerade die größten hier lebenden Migrantengruppen sollen es damit auch leicht haben alles auszufüllen zu können“, sagt Rieger.
„Jetzt müssen die Eltern das Angebot nur noch nutzen, denn zwingen können wir natürlich trotzdem niemanden“, sagt Lauer.
Die Einführung des zahnärztlichen Kinderuntersuchungsheftes in Nordrhein Westfalen sei Vorbild für ganz Deutschland.
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