Das Heldt-Tönnies-Protokoll vor dem Prag-Spiel

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Wie lange ist Horst Heldt noch Manager des FC Schalke 04? (Foto: Gerd Kaemper)
 
Clemens Tönnies (m.) traf sich am Donnerstagnachmittag zu einem Gespräch mit Horst Heldt, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: FC Schalke 04 |

Vor dem Schalke-Spiel gegen Sparta Prag haben sich Manager Horst Heldt und Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies zu einem Gespräch über Heldts Zukunft getroffen. Das Gespräch ergab, dass es noch ein weiteres Gespräch geben muss.

An dem Gespräch mit Heldt und Tönnies nahm auch Tönnies’ Stellvertreter, Dr. Jens Buchta, teil. Was das Trio besprach, ist unklar. „Wir haben uns darauf geeinigt, nichts über die Inhalte bekanntzugeben“, sagte Heldt nach dem 2:2 gegen Sparta Prag. „Das Gespräch war konstruktiv, aber wir benötigen noch ein zweites Gespräch, das zeitnah stattfinden wird. Daher ist das heutige ergebnisoffen geblieben.“ Was zeitnah bedeutet, wollte Heldt nicht genauer definieren. Stattdessen wiederholte er mehrmals auf Nachfrage, dass dieses Gespräch „zeitnah“ stattfinde. Laut eigener Aussage wird der 45-Jährige aber beim Bundesliga-Spiel am Sonntag in Mönchengladbach selbst vor Ort sein. Damit scheint ein vorzeitiger Rückritt des Schalke-Managers ausgeschlossen.

Mainz-Manager Heidel hat ein Schalke-Angebot vorliegen

Seit Tagen überschlagen sich die Gerüchte, was mit Heldt „auf Schalke“ passiert. Fakt ist, dass sein Vertrag am 30. Juni 2016 ausläuft und erst am Donnerstagnachmittag zum ersten Mal Gespräche über seine Zukunft geführt wurden. Es gilt als sicher, dass der Aufsichtsrat den Vertrag mit Heldt nicht verlängern will. Dafür spricht, dass Tönnies bereits Anfang diesen Jahres mit Mönchengladbach-Manager Max Eberl verhandelt und vor kurzem dem Mainz-Manager Christian Heidel ein Angebot vorgelegt hat. Mainz will Heidel aber nicht mit sofortiger Wirkung abgeben. Der dienstälteste Manager in Fußball-Deutschland (23 Jahre) und gebürtige Mainzer hat noch bis zum 30. Juni 2017 einen Vertrag bei den Rheinhessen. Angeblich müsste der S04 2 Millionen Euro an Ablösesumme für den Manager überweisen, wenn man ihn im kommenden Sommer aus seinem Vertrag heraus kaufen möchte.

Wie es tatsächlich weitergeht, ist derzeit aber unklar. Fakt ist, dass sich der Schalker Aufsichtsrat am Donnerstag um 18 Uhr im „Raum Libuda“ zu einer außerordentlichen Sitzung traf, die knapp 80 Minuten dauerte. Tönnies kam erst in der 31. Spielminute zu seinem Platz und hatte somit unter anderem das 1:0 durch Franco Di Santo verpasst. „Es hat eine Sitzung stattgefunden, ich war aber nicht dabei und bin auch nicht über die Inhalte informiert. Es war aber auch eine interne Sitzung. Ich gehöre dem Vorstand und nicht dem Aufsichtsrat an“, erklärte Heldt. Tönnies selbst wollte sich nicht äußern. „Ich werde heute gar nichts sagen“, sagte Tönnies in der Halbzeit. „Er wird heute nichts mehr sagen“, bestätigte auch Heldt nach der Partie.

Heldt, der als Manager im Juli 2010 vom VfB Stuttgart zu den Königsblauen wechselte, hatte bereits vor über einer Woche verkündet, dass er für sich eine Entscheidung getroffen habe, wie es für ihn weitergeht. Ursprünglich hatte Heldt auch schon davon gesprochen, dass es noch diese Woche Ergebnisse geben wird und diese verkündet werden. Ob das angekündigte zweite Gespräch mit Tönnies und damit verbunden auch tatsächliche Ergebnisse aber noch in dieser Woche verkündet werden, ist eher unrealistisch. Dennoch deutete Heldt an: „Ich wäre mit Spekulationen vorsichtig. Egal, in welche Richtung. Es ist noch nichts entschieden, aber es ist wichtig, sich auszutauschen und sich an einen Tisch zu setzen. Das hat jetzt stattgefunden. Weil es aber viele Themen gibt, die wir noch nicht alle besprechen konnten, gibt es noch ein zweites Gespräch.“

Horst Heldt: „Diese Frage kann sich so nicht beantworten“

Die Journalisten ließ Heldt dann einmal mehr irritiert zurück, als er die Frage, ob er in seiner Meinung, die er schon getroffen habe, bestärkt wurde, nicht beantworten konnte. „Mit dieser Frage habe ich nicht gerechnet und kann ich so nicht beantworten. Es bleibt dabei, dass das Gespräch mit Clemens Tönnies konstruktiv war und es noch ein zweites Gespräch geben wird.“

Die Atmosphäre in dem Gespräch selbst sei aber nicht schlecht gewesen, so Heldt. „Es gab keine Notwendigkeit, angespannt zu sein. Dafür kennen wir uns zu gut und zu lange. Klar haben wir teilweise auch verschiedene Meinungen gehabt, weil es viele Themen gab. Aber wenn es desaströs gelaufen wäre, dann würde es kein zweites Gespräch geben. Im Gegenteil. Es war konstruktiv und daher werden wir es zeitnah fortführen.“

Damit wollte Heldt Spekulationen entgegentreten, wonach es während des Spiels zwischen Tönnies und ihm noch eine heftige Diskussion in einer Loge gegeben haben soll. „Wir haben uns darüber abgestimmt, wer was wie und wann sagt“, kommentierte Heldt diese Szene. Die Diskussion schien für den Betrachter aber deutlich hitziger zu sein, als es Heldt nach der Partie darstellte.
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