Konzept gegen Gewalt: Zerreißprobe fürs DFL-Sicherheitspapier

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(Foto: Gerd Kaemper)
Das Sicherheitskonzept des Ligaverbandes DFL soll am Mittwoch von den 36 Profiklubs bei der Vollversammlung in Frankfurt/Main verabschiedet werden. In der Debatte um den Maßnahmenkatalog, in dem es unter anderem um eine Verschärfung der Video-Überwachung und der Einlasskontrollen geht, kritisieren Fußballanhänger und -vereine vor allem den Zeitdruck, unter dem sie bei dieser Entscheidung stehen.

Darüber hinaus fühlen sich viele Fans von Anfang an nicht genügend miteinbezogen in den Entscheidungsprozess. So stehen die Vereine vor der Mitgliederversammlung der DFL am Mittwoch sowohl von Politik als auch den Fans unter Druck.

„Das Problem ist, dass einige Vereine das Thema nicht ernst nehmen. Sie haben eine Verantwortung, für die Sicherheit der Zuschauer im Stadion zu sorgen. Es kann nicht sein, dass einige Vereine sagen: Gewalt im Fußball? Nie gehört!“, sagte Friedrich. „Das Sicherheitskonzept, das heute zur Abstimmung steht, sei „ein weiterer Schritt auf dem Weg zu gewaltfreiem Fußball“ in Deutschland. „Wir haben ein gemeinsames Ziel: Die Gewalt aus den Stadien und aus dem Umfeld von Fußballspielen zu verbannen. Mit Verabschiedung des Sicherheitskonzeptes können die Vereine zeigen, dass sie das Heft des Handelns in ihren Händen behalten wollen“, erklärte Innenminister Hans-Peter Friedrich. Dagegen bezeichnete die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, ein Zusammenschluss von Juristen, die regelmäßig Fußball-Anhänger vertritt, das Ansinnen der Politiker als verfassungswidrig: „Eine solche Forderung stelle eine Missachtung des Grundgesetzes dar“, hieß es in einer Pressemitteilung.
Hessens Ministerpräsident Bouffier möchte am liebsten die Fans an der Finanzierung von Polizeieinsätzen bei Bundesliga-Spielen beteiligen und hat einen „Sicherheits-Euro“ vorgeschlagen. Dies würde jährlich 13 Millionen Euro einbringen. Schalke-Manager Horst Heldt hält diesen Vorschlag jedoch für keine gute Idee: „Die Kartenpreise sind nicht niedrig. Es wäre der falsche Weg, die Fans finanziell zu belasten.“

Auf jeden Fall dürfen Vereine und Fans gleichermaßen gespannt sein, ob und in welcher Form das Sicherungskonzept heute verabschiedet wird.
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