SC Hassel, Horst 08 und Rotthausen ballern sich an die Spitze

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Gelsenkirchen: Fußballplätze |

Der 1. Spieltag der Amateurfußballer hatte es in sich. Die Gelsenkirchener Teams präsentierten sich fast alle in fantastischer Frühform. So feierten der SC Hassel, SV Horst-Emscher 08 und der SSV/FCA Rotthausen Kantersiege.

Nur der Bezirksliga-Neuling DJK TuS Rotthausen und das ambitionierte Viktoria Resse mussten Schlappen einstecken. Während Rotthausen um Cheftrainer Thomas Kania deutlich den Kürzeren zog, verpennte Resse einfach die Anfangsminuten. Der Stadtspiegel gibt ihnen ab der Bezirksliga aufwärts einen Überblick über die Spiele des vergangenen Wochenendes.

Westfalenliga
SC Hassel – Mengede 08/20 5:1 (2:0)

Der SC Hassel macht am Sonntag kurzen Prozess mit seinem Gegner. Am Ende feierte die Schrank-Elf einen deutlichen Heimsieg. Einzig der Gegentreffer sorgte für einen faden Beigeschmack. „Ich habe die Jungs nach dem Spiel sofort wieder auf den Teppich geholt. Ich kenne sie ja alle und man darf sie nicht zu viel loben“, schmunzelte Cheftrainer Michael Schrank. „Außerdem gibt es immer Kritikpunkte, die man anbringen kann. So hätten wir nach dem 2:0 einfach weiterspielen sollen wie bisher. Doch die Tore waren auch tatsächlich schön herausgespielt“, wollte Schrank nicht nur auf hohem Niveau meckern.

Dabei tat sich vor allem der eingewechselte Daniel Moritz hervor, der gleich am 1. Spieltag einen Doppelpack schnürte. „Mengede hatte in der der ersten Halbzeit keine richtige Torchance und auch wenn der Gäste-Trainer nach dem Spiel zu mir sagt, dass zwei drei wichtige Spieler fehlten, so muss man in dieser Liga auch erst einmal fünf Treffer erzielen“, war Schrank unter dem Strich zufrieden.
Tore: 1:0 Mike Rogowski (16.), 2:0 Pierre Bendig (20.), 3:0/5:0 Daniel Moritz (68./72.), 4:0 Vaidas Rocys (70.), 5:1 (88.)

Landesliga, Staffel 3
Hedefspor Hattingen – Horst-Emscher 08 1:4 (0:1)

„Ach, jetzt hört mir doch mal alle auf, das ist ja Wahnsinn.“ Jörg Krempicki wollte nichts von der Spitzenposition wissen. Doch er kommt nicht drum herum. Im Duell der Aufsteiger setzten sich die Gäste deutlich durch und grüßen direkt von Platz zwei nach dem 1. Spieltag. Spieler des Spiels war Tolga Cengelcik. Der gerade einmal 18-Jahre junge Stürmer knipste am Sonntag dreimal. „Die Spieler können das alle richtig einschätzen, aber das Umfeld muss ich jetzt schon wieder beruhigen“, so Krempicki weiter, der wusste, warum er auch alle nicht zu viel loben wollte.

„In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, da hätte Hattingen auch 2:0 führen können. Erst in der zweiten Halbzeit haben wir richtig stark gespielt“, so Krempicki, der sich freut, das Thema Ascheplatz nun auch abgehakt zu haben. Denn Hattingen ist der einzige Klub in der Liga, der noch auf solch einem Untergrund spielt. „Man hat gemerkt, dass nicht alle sofort damit klar kamen.“ Einer, der richtig gut damit klar kam, war der 18-jährige Tolga Cengelcik. „Nicht nur, dass er drei Tore gemacht hat. Sondern auch die Art und Weise war schon klasse. Das ist schon gewaltig für einen 18-Jährigen“, so sein Cheftrainer weiter, der aber auch die Mitspieler nicht vergaß. „Ohne Gero oder Alex wäre Tolga auch nur die Hälfte wert. Alle ergänzen sich sehr gut.“

Krempicki hatte bereits letztes Jahr vom Klassenerhalt gesprochen, stieg dann auf. Jetzt sprach er vor der Saison erneut vom Klassenerhalt. Understatement? „Ich will nicht am Ende wie der letzte Depp dastehen. Wir haben alle Tore nach Kontern erzielt, weil Hattingen viel Druck aufgebaut hat. Das kommt unserem schnellen Spiel in der Offensive entgegen, da können wir unsere Technik voll ausnutzen. Aber wir werden uns schwerer gegen die Teams tun, die hinten drin stehen“, mahnt Krempicki, der 14 Tagen auf seine zentralen Spieler Serkan Köse und Cezary Liedtke verzichten muss. Köse ist im Urlaub, Liedtke hat eine Blutung im Knie. „Was ich noch hervorheben will, ist, dass es ein sehr faires Spiel war“, so Krempicki abschließend.
Tore: 0:1/0:2/1:3 Tolga Cengelcik (45./55./80.), 1:2 (67.), 1:4 Pierre Nowitzki (86.)

Landesliga, Staffel 4
SpVg Emsdetten – YEG Hassel 1:1 (0:0)

Das nächste Duell zweier Aufsteiger. Dieses Mal ohne Sieger. Und 89 Minuten lang sah es sogar nach einer trostlosen Nullnummer aus. Doch dann überschlugen sich die Dinge in den letzten Minuten. Zunächst ging der Gastgeber in Führung, doch Ali Serhan rettete seine Farben mit dem späten Ausgleich. „Emsdetten hatte im Prinzip nur eine Torchance und die war gleich drin“, blickte Hassels Spielertrainer Oktay Güney auf das Spiel zurück.

Er freute sich natürlich, dass der Ausgleich noch gelang. „Wir haben selbst nach dem späten 1:0 noch daran geglaubt, wenigstens einen Punkt mit nach Hause zu nehmen“, so Güney weiter. Ein langer Freistoß und ein paar Sekunden später war dann auch tatsächlich das Glück für die Gäste perfekt. „Ingesamt war es aber auch ein ausgeglichenes Spiel. Und wenn man in der 92. Minute den Ausgleich schießt, sollte man mit dem Punkt auch zufrieden sein“, so Güney abschließend.
Tore: 1:0 (89.), 1:1 Ali Serhan (90.+2)

Bezirksliga, Staffel 9
Viktoria Resse – BSV Schüren 1:2 (1:2)

Im Prinzip war das Spiel nach nicht einmal zehn Minuten für die Gastgeber gegessen. Denn die Gäste führten zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0. „Ärgerlich. Wir haben so viel in der Saisonvorbereitung gearbeitet, haben auch den Gegner im Vorfeld beobachtet und dann ist es sehr enttäuschend, wenn du so überrumpelt wirst. Wir waren zaghaft und schlafmützig“, ärgerte sich Resses Cheftrainer Norbert Sander. „Jetzt im Nachgang kann man nun mal sagen, dass diese Minuten spielentscheidend waren.“ Sander ärgert sich auch deswegen, weil beim ersten Gegentreffer die Mannschaft nicht entschlossen genug war, beim zweiten war der Schuss abgefälscht. „Die Reaktion danach war ok. Schäfer hat auch noch den Außenpfosten getroffen, Schüren danach die Latte. Es ging also hin und her und wir haben ja noch relativ schnell den Anschluss durch Schäfer dann geschafft. Und ab der 35. Minute waren wir sogar in Überzahl“, erzählt Sander. Doch selbst das vermochte den Gastgebern nicht zu helfen.

„Wir waren dann nicht clever genug. Schüren hat in der zweiten Halbzeit aber auch umgestellt und im Prinzip war es wie ein Handballspiel. Unser Torwart hatte glaube ich in den zweiten 45 Minuten nur noch zweimal den Ball. Aber wir haben bis auf zwei Torchancen es nicht geschafft, große Möglichkeiten uns herauszuspielen“, war Sander unzufrieden. Immerhin, auch daraus konnte er Schlüsse ziehen. „Zwei Erkenntnisse haben mir dieses Spiel gebracht: Erstens können wir uns nach wie vor nicht über 90 Minuten konzentrieren und zweitens sind wir aber auch nicht schlechter als einer der Topfavoriten in dieser Liga auf den Aufstieg.“ Dennoch wurmte es Sander am Dienstag noch immer: „Diese ersten zehn Minuten sind nach wie vor nicht nachvollziehbar.“
Tore: 0:1 (3.), 0:2 (9.), 1:2 Kevin Schäfer
Bes. Vorkommnis: Rote Karte Schüren (35./Grobes Foulspiel)


Bezirksliga, Staffel 10
VfB Günnigfeld – DJK TuS Rotthausen 5:2 (3:2)

Die Gäste aus Rotthausen sind brutal in der Bezirksliga angekommen. Bei einem der Meisterschaftsfavoriten musste der Aufsteiger gleich fünf Dinger aus dem Netz fischen. Dennoch zeigte sich Cheftrainer Thomas Kania unter dem Strich nicht unzufrieden. „Insgesamt war es von der Art und Weise in Ordnung.“

Dabei haderte er mit der Anfangsphase. „Die ersten Minuten haben wir völlig verschlafen. Erst nach 20 Minuten kamen wir ins Spiel, sogar relativ gut und nach 45 Minuten stand es aus unserer Sicht ja auch nur 2:3, so dass wir uns gut herangekämpft hatten“, blickte Kania zurück. Dann aber zog der Gastgeber ordentlich an. „In der zweiten Halbzeit haben wir feststellen dürfen, dass Günnigfeld eine große Nummer ist. Die haben echt eine gute Truppe und werden oben mitspielen“, ist sich Kania sicher. Am Ende war er der Meinung, dass der Sieg um ein Tor zu hoch ausgefallen sei. Dennoch: „Es war über 90 Minuten gesehen ein Klassenunterschied“, nahm Kania kein Blatt vor dem Mund.
Tore: 1:0 (3.), 2:0 (6.), 3:0 (10.), 3:1/3:2 Christian Czezak (16./41.), 4:2 (57.), 5:2 (90.)

SSV/FCA Rotthausen – Firtinaspor Herne 4:0 (3:0)
Spitzenzeiter, Spitzenreiter, hey, hey. Der SSV/FCA Rotthausen trumpfte zum Saisonauftakt richtig groß auf und ballerte sich gleich mal an die Tabellenspitze. Dabei machten die Gastgeber bereits in Halbzeit eins kurzen Prozess mit Herne. Rotthausens Trainer Mark Greine war für die Redaktion leider bislang nicht zu erreichen, doch er dürfte mehr als zufrieden gewesen sein. Gökhan Turan fiel mit einem Doppelpack auf.
Tore: 1:0 Huseyin Akkaya (18./Elfmeter), 2:0/4:0 Gökhan Turan (41./54.), 3:0 Henrik Strahlendorf (44.)

Bezirksliga, Staffel 11
TuS Haltern II – SSV Buer 1:2 (0:0)

Der SSV Buer ist gut in die Saison gekommen. Der Tabellendritte der Vorsaison gewann bei der Reserve von TuS Haltern mit 2:1. „Für die Vorbereitung, die wir hatten war das schon ordentlich“, zeigte sich Buers Trainer Holger Siska nach dem Spiel einigermaßen zufrieden. Der stets kritische Cheftrainer mahnte aber zugleich: „Das wird für eine komplette Saison nicht reichen. Aber das wissen wir ja auch momentan richtig einzuordnen.“

Siska hatte bereits im Vorfeld davon gesprochen, dass man noch ein paar Wochen zu Saisonbeginn brauchen werde, um richtig reinzukommen. Dafür fehlten einfach zu viele Spieler in den letzten Wochen. „Wir haben zunächst bewusst etwas verhaltener gespielt und standen dafür hinten sehr kompakt. In Hälfte zwei haben wir dann aggressiver gespielt und haben früher gestört. Und am Ende hatten wir etwas Glück und auch Qualität. Zwei Sachen, die wir in der letzten Saison in einem Spiel nicht immer zugleich hatten.“
Tore: 0:1 Christian Bottermann (65.), 0:2 Andre Borkowitz (71.), 1:2 (87./FE)

SC Schaffrath – SF Merfeld 0:0
Das Duell der Aufsteiger fand am Sonntag keinen Sieger. Nicht einmal ein Tor wollte in dieser Begegnung fallen. „Nach 90 gespielten Minuten muss man sagen, dass diese Punkteteilung sicherlich gerecht ist“, urteilte Schaffraths Cheftrainer Franco Busu. „Wobei wir die besseren Großchancen hatten. Allein zwischen der 25. und 35. Minute laufen wir dreimal alleinstehend auf den Torwart zu, machen die Pille aber nicht rein“, ärgerte sich Busu über verpasste Möglichkeiten. „In der zweiten Hälfte war es ein reines Kampfspiel. Und in meinen Augen hätten wir auch zwei Elfmeter bekommen müssen. Andererseits kann man auch von Glück reden, da wir in der 85. Minute auch einen Handelfmeter hätten gegen uns bekommen können“, so Busu abschließend.
Tore: Fehlanzeige
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