Spätes Eigentor rettet Schalke die Europa League-Qualifikation

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Kein Durchkommen! Eric Maxim Choupo-Moting (am Ball) wurde bereits nach der ersten Halbzeit ausgewechselt. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Tranquillo Barnetta wurde eingewechselt und bereitete das 1:0 durch eine lang geschlagene Flanke vor. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins-Arena |

Der FC Schalke 04 hat den SC Paderborn im letzten Heimspiel der Saison mit 1:0 besiegt. Der Siegtreffer fiel in der 88. Spielminute durch Paderborns Kapitän Uwe Hünemeier, der den Ball mit seinem Hinterkopf unglücklich ins eigene Tor lenkte. Durch den zehnten Heimsieg und den gleichzeitigen Niederlagen der Konkurrenz sicherte sich der S04 einen Spieltag vor Saisonende die Qualifikation zur Europa League.

Egal, wie der 34. Spieltag ausgeht: Schalke wird mindestens Tabellensechster und spielt damit in der kommenden Saison in der Europa League. Holen die Schalker am letzten Spieltag in Hamburg mindestens einen Punkt, verteidigt man sogar den fünften Platz vor dem FC Augsburg. Egal, wie dieser in Mönchengladbach spielen wird.

Gegen den SC Paderborn verdienten sich die Schalker den Sieg unter dem Strich aber eigentlich nicht. Der Aufsteiger war spielerisch besser und hatte mehr Torchancen. Bezeichnend für das Spiel war das entscheidende Tor, das ausgerechnet von Paderborns Hünemeier in das eigene Gehäuse gelenkt wurde. Für Schalke-Fans ein doppelter Genuss, da Hünemeier von 2000 bis 2004 für Borussia Dortmund spielte. Ansonsten war das Spiel aus Sicht der königsblauen Anhänger kein Genuss.

Schalke in Halbzeit eins mit Paderborn überfordert

Es war von Beginn an zu spüren, dass die Spieler des S04 nach der turbulenten Woche mit den drei Spieler-Rauswürfen verunsichert waren. Bereits nach sieben Minuten musste Schalke-Torwart Ralf Fährmann seine ganze Klasse aufbieten und einen Schuss von Moritz Stoppelkamp zur Seite abwehren. Nur fünf Minuten später hätte Srdjan Lakic ebenfalls das 0:1 erzielen können, bekam den Ball aber nur schlecht unter Kontrolle, so dass sein überhasteter Abschluss ebenfalls geklärt werden konnte.

Schalkes Spiel war geprägt von vielen Fehlpässen. Insbesondere die linke Seite um Sead Kolasinac und Eric Maxim Choupo-Moting war in den ersten 45 Minuten ein Totalausfall. Dabei war es Choupo-Moting, der Schalkes erste Torchance hatte. In der 17. Minute hätte der Kameruner aber aus sehr spitzem Winkel den Ball besser zum freistehenden Klaas-Jan Huntelaar quer spielen sollen, anstatt selbst den Abschluss zu suchen und nur das linke Außennetz zu treffen.

Kirchhoff und Choupo-Moting zur Halbzeit ausgewechselt

Paderborn spielte dagegen weiterhin stark nach vorne. Dem Aufsteiger war zu keinem Zeitpunkt anzumerken, dass er auf dem vorletzten Tabellenplatz und vor dem Abstieg steht. Erneut Stoppelkamp (21./31.), Hünemeier (34.) und Süleyman Koc (43.) hatten beste Gelegenheiten, ihre Farben in Führung zu bringen. Dabei hatte der S04 insbesondere bei der Chance von Hünemeier viel Glück und einen stark reagierenden Fährmann, der den Flugkopfball des Gäste-Kapitäns auf der Linie mit seinem rechten Arm abwehren konnte, weil Hünemeier nicht genau genug geköpft hatte.

Schalke-Trainer Roberto Di Matteo reagierte zur Halbzeit auf das schlechte Schalker Spiel und wechselte für Choupo-Moting Julian Draxler und für Jan Kirchhoff Leon Goretzka ein. Draxler war es auch, der dann nach nur 58 Sekunden das 1:0 hätte erzielen müssen, im letzten Moment aber von der Paderborner Abwehr gestoppt werden konnte. Nur zwei Minuten danach prüfte Kolasinac mit einem strammen Gewaltschuss aus 18 Metern Paderborns Torwart Lukas Kruse, der den Ball nur noch mit den Fäusten abwehren konnte. Die Gäste spielten in der zweiten Halbzeit nicht mehr so drückend und hatten erst in der 78. Minute durch ihren besten Torschützen (sechs Treffer) und heutigen Einwechselspieler Elias Kachunga eine gute Chance. Doch Kachungas Schuss aus der Drehung konnte Fährmann noch so gerade eben um den linken Pfosten zur Ecke klären.

Paderborn am 34. Spieltag auf Schalker Schützenhilfe angewiesen

Die „Knappen“ erhöhten in den letzten Minuten dann noch einmal etwas den Druck. Draxler (81.) und Farfan (83.) hatten den Torschrei schon auf ihren Lippen, verzogen aber entweder knapp (Draxler) oder scheiterten an Kruses guter Reaktion (Farfan). Beim 1:0 war Kruse dann aber auch machtlos. Ein lang geschlagener Ball vom eingewechselten Tranquillo Barnetta in den Paderborner Strafraum fand zwar nicht den Kopf von Huntelaar, der das Kopfballduell gegen Hünemeier knapp verlor. Dafür köpfte eben dieser mit dem Hinterkopf den Ball ins eigene Netz (88.). Es war gleichzeitig die letzte auffallende Aktion in 90 unterhaltsamen Minuten.

Durch die 16. Saisonniederlage und den gleichzeitigen Sieg des VfB Stuttgart mit S04-Jahrhunderttrainer Huub Stevens, rutschten die Ostwestfalen auf den letzten Tabellenplatz ab und können - allerdings nur mit Schützenhilfe - am letzten Spieltag den Relegationsplatz 16 erreichen. Dafür müsste der SCP sein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gewinnen und gleichzeitig auf eine Heimniederlage des Hamburger SV hoffen. Der spielt am 34. Spieltag gegen den FC Schalke 04.
Tor: 1:0 Eigentor Uwe Hünemeier (88.)
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