Spätes Glück: Schalke siegt 3:0 gegen Hoffenheim

Anzeige
Schalkes Publikumsliebling Pukki erzielte das 3:0. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Lange Zeit war für Schalke kein Durchkommen gegen die Hoffenheimer Defensive. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Veltins Arena |

Ostern im Pott ist gerettet: In einem lange Zeit sehr zähen Spiel besiegte der FC Schalke 04 den Tabellenvorletzten TSG Hoffenheim mit 3:0 (0:0) und wahrt damit die Chancen auf die direkte Champions League-Qualifikation. Die Gäste aus dem Kraichgau waren 90 Minuten lang in der Offensive an Harmlosigkeit nicht zu überbieten und dürften mit dieser Leistung es nur sehr schwer haben, in der 1. Bundesliga zu bleiben. Die Knappen wussten allerdings 70 Minuten lang kein Kapital daraus zu schlagen, bis Marco Höger den Torreigen eröffnete. Die TSG brach dann zusammen und hätte sich am Ende nicht beschweren dürfen, wenn die Königsblauen nicht sogar noch höher gewonnen hätten. Schalkes Trainer Jens Keller zeigte heute ein ganz besonders glückliches Händchen, da er die Torschützen zum 2:0 (Raffael) und 3:0 (Pukki) eingewechselt hatte.

In der Schalker Startaufstellung gab es keinerlei Überraschungen. Der wiedergenesene Ciprian Marica stürmte von Beginn an und Roman Neustädter, der noch beim letzten Bundesligaspiel in Nürnberg eine Pause bekommen hatte, ersetzte den verletzten Jermaine Jones.
Schalke legte zunächst gut los und erspielte sich gute Chancen zu Beginn der Partie. Nach einer langen Flanke von Atsuto Uchida, spielte Michel Bastos den Ball von links sofort wieder in die Mitte, wo Jefferson Farfan den Ball ohne zu zögern direkt aus der Luft aufs Tor schoss. Sein Versuch landete allerdings klar über dem Tor der Gäste (9.). Nur zwei Minuten später war es erneut Farfan, der eine scharfe Uchida-Hereingabe nur um Zentimeter verpasst. In der 18. Minute landete ein Bastos-Freistoß einen Meter neben dem Tor. In der 23. Minute ein bemerkenswerter Moment, als Gäste-Stürmer Joselu aus spitzem Winkel an Schalkes Schlussmann Timo Hildebrand scheiterte. Bemerkenswert deswegen, weil es für das gesamte Spiel die einzige gefährliche Torchance der Hoffenheimer bleiben sollte.

Dem S04 fiel bis zur Halbzeit allerdings auch nichts mehr ein, so dass es mit einem torlosen Unentschieden in die Pause ging. Beide Teams kamen unverändert wieder und auch das Niveau knüpfte gnadenlos an die letzten 20 Minuten der ersten Halbzeit an: es passierte nichts. Bezeichnend dafür war Marica, der völlig überraschend 17 Metern aus zentraler Position hätte schießen können, den Ball aber aus aussichtsreicher Position noch vertändelte (56.).

Es dauerte bis zur 71. Minute, ehe in der heute nicht ganz ausverkauften Veltins-Arena die Fans wieder in Bewegung kamen. Nach einem schnellen Konter, den Höger selbst aus der eigenen Hälfte eingeleitet hatte und rechts auf Farfan hinaus gepasst hatte, passte dieser an der Strafraumgrenze wieder klug zurück in die Mitte, wo Höger den Ball mustergültig ins rechte obere Eck zum 1:0 schlenzte. Die Schalker zeigten sich am Samstagnachmittag ausnahmsweise mal effizienter, als sonst. Denn mit der nächsten Chance klingelte es erneut im Gehäuse der Hoffenheimer, die nun überraschend wenig Gegenwehr zeigten. Draxler hatte links per Hacke auf Kolasinac gepasst, der dann bis zur Grundlinie weiterlief und an die Fünfmeterraumgrenze zurückpasste, wo der für Bastos eingewechselte Raffael stand und den Ball problemlos ins lange Eck zum 2:0 einschob (79.).

Farfan scheiterte keine Zeigerumdrehung später noch mit seinem schwächeren linken Fuß, als Pukki es in der 83. Minute besser machte. Raffael hatte den für Marica eingewechselten Schalker Publikumsliebling rechts im Strafraum bedient. Der finnische Nationalstürmer, der am letzten Wochenende noch das 1:1 im Länderspiel gegen Spanien geschossen hatte und somit schon da der viel umjubelte Spieler war, fackelte nicht lange und setzte den Ball ins lange linke Eck gegen den Innenpfosten, von wo aus das runde Leder den Weg ins Tor fand.

Keller beweist glückliches Händchen: Einwechselspieler treffen

Von Hoffenheim kam schon unmittelbar nach dem ersten Gegentor kein Aufbäumen mehr, was Kapitän Andreas Beck nach Spielende auch schockierte. „Dass wir hier verlieren, ist nicht so schlimm. Dass wir allerdings nach dem 0:1 fast auseinanderfallen, stimmt mich viel bedenklicher, darüber müssen wir sprechen.“ Die Hoffenheimer belegen nach der 17. Niederlage im 27. Spiel weiterhin den vorletzten Platz in der Tabelle. Der Rückstand auf den Relegationsplatz 16 (Augsburg) beträgt vier Punkte. Bis zum rettenden Ufer und Platz 15 (Düsseldorf) sind es ganz neun Punkte.

Ganz anders die Schalker, die wieder auf Platz Vier vorrückten. Allerdings kann die Frankfurter Eintracht sich den Platz mit einem Sieg am Sonntagabend in Fürth wieder zurückholen. Schalkes Trainer Jens Keller freute sich natürlich über den wichtigen Heimsieg. „Ich bin sehr froh darüber, denn wir wussten, dass es schwer und ein Geduldspiel werden würde. Hoffenheim hat sich zuletzt defensiv stabiler gezeigt. Ein früheres 1:0 hätte uns natürlich noch früher mehr Räume geben können, aber es war auch mal schön zu sehen, dass die Mannschaft so viel Geduld über 90 Minuten gezeigt und vor allem auch mal zu Null gespielt hat.“

Sein Gegenüber, Marco Kurz, konnte sich nicht über vieles freuen. „Wir haben das Spiel lange offen gehalten, hätten aber gerne öfter besser gekontert. Das 1:0 fiel dann in eine Phase, wo wir uns eigentlich erhofft haben, mehr Räume zu bekommen, weil Schalke hätte mehr riskieren müssen. Dann laufen wir selber in einen Konter, das darf nicht passieren. Dass die Mannschaft danach hat die Köpfe hängen lassen, ist in Anbetracht unserer Situation aber vielleicht auch nicht ganz ungewöhnlich. Am Ende hat Schalke verdient mit 3:0 gewonnen.“

Tore: 1:0 Höger (71.), 2:0 Raffael (79.), 3:0 Pukki (83.)
Zuschauer: 60.743


Hier geht es zur Bildergalerie von Gerd Kaemper
0
1 Kommentar
27.181
Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 31.03.2013 | 12:12  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.