Freiwillige Feuerwehr wirbt um Migranten

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Im Rahmen der landesweiten Kampagne „Feuerwehrensache“ gehört Gladbeck zu den vier Kommunen, die sich verstärkt um die Anwerbung von Personen mit Migrationshintergrund für den aktiven Dienst in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr bemühen wollen. Und bereits bei einem ersten Treffen sagten die Vertreter zahlreicher Moscheevereine ihre Unterstützung zu.
Gladbeck: Feuer- und Rettungswache |

Andernorts schlagen die Freiwilligen Feuerwehren lautstark Alarm: Es mangelt schlicht und einfach an aktiven Mitgliedern. Dieses Problem kennt die Freiwillige Feuerwehr in Gladbeck zwar nicht, dennoch gehört Gladbeck landesweit zu vier den Projektkommunen, die sich verstärkt und gezielt um neue Mitglieder mit Migrationshintergrund bemühen wollen.

Rund 80 hauptamtliche und 135 freiwillige Feuerwehrleute sorgen derzeit rund um die Uhr für Sicherheit in Gladbeck. Menschen mit Migrationshintergrund sind dabei allerdings immer noch unterrepräsentiert. Denn rund 30 Prozent der Gladbecker Bürger stammen aus Familien mit Migrationshintergrund, bei der Freiwilligen Feuerwehr liegt der Anteil der Aktiven aus diesem Personenkreis aber gerade einmal bei fünf Prozent.

Die Kampagne „Feuerwehrensache“ des Innenministeriums des Landes NRW und des Verbandes der Feuerwehren in NRW soll dies nun ändern. Die Stadtverwaltung und die Gladbecker Feuerwehr haben das Projekt nun Vertretern der Gladbecker Moscheevereinen vorgestellt.

Landesweite Kampagne "Feuerwehrensache"


„Ziel ist es, mehr Ehrenamtliche für die wichtige Arbeit in der Feuerwehr zu begeistern und zugleich mehr Migranten in die Feuerwehr zu integrieren. In Gladbeck leben Menschen aus über 100 Nationen. Fast jeder dritte Gladbecker stammt ursprünglich aus einem anderen Land. Es ist deshalb wichtig, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund in allen Bereichen unserer Stadtgesellschaft wiederfinden“, so Bürgermeister Ulrich Roland.

In den vergangenen Jahren konnte die Jugendfeuerwehr Gladbeck diesbezüglich bereits einige Erfolge erzielen. So haben immer mehr Mädchen und Jungen bei der Jugendfeuerwehr einen Migrationshintergrund. Im Gladbecker Süden sind es bereits 25 Prozent, die später auch zu den Erwachsenen bei der Freiwilligen Feuerwehr wechseln können.

Informationsdefizit soll behoben werden


„Das reicht aber allein nicht aus, um den Bedarf an Mitgliedern zu sichern. Und es reicht natürlich nicht aus, um den Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte spürbar zu erhöhen“, so Roland.

Ein Grund, warum sich Migranten noch nicht von einem Engagement in der Feuerwehr angesprochen fühlen, sei vielleicht ein Informationsdefizit über die Struktur und Organisation der Freiwilligen Feuerwehr, glaubt Ulrich Roland.

Und genau hier setzt das Projekt an. Im Rahmen des ersten Treffens wurde vereinbart, dass die Freiwllige Feuerwehr künftig bei Veranstaltungen der Gladbecker Moscheevereine verstärkt Präsenz zeigen, Informationsabende anbieten und auch Brandschutzseminare durchführen wird. Auf jeden Fall wollen die Freiwillige Feuerwehr und die Moscheeverein künftig einen ständigen Kontakt pflegen.
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Wolfgang Kill aus Gladbeck | 12.09.2015 | 14:32  
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