"Zum Wohl!" Neue Ausstellung im LWL-Industriemuseum

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Zum Wohl! Astrid Blum, Kuratorin und wissenschaftliche Volontärin, prostet Museumsleiter Robert Laube zu.alle Fotos: Pielorz
Hattingen: LWL-Industriemuseum Henrichshütte |

Am Freitag, 6. Mai, 19.30 Uhr, ist es soweit. Dann wird im LWL-Industriemuseum Henrichshütte die neue Ausstellung „Zum Wohl“ eröffnet. Sie zeigt sieben Getränke im Wandel der Zeit zwischen Kultur und Konsum und stellt jeweils auch einen Bezug zu Hattingen her. Die Ausstellung ist bis zum April 2017 zu sehen.

Wasser, Limonade, Schnaps, Bier, Milch, Kaffee und Tee sind die Getränke, die genauer beleuchtet werden. Zu Beginn steht allerdings die „klassische Bude“, in der unter anderem viele Getränke an den Kunden gebracht wurden. Dabei handelt es sich um eine original Trinkbude von Emmy Olschewski, die bis zum 91. Lebensjahr hinter der Theke stand. Die Bude selbst datiert aus dem Jahr 1921. Viel Wissenswertes gibt es zu den einzelnen Getränken zu entdecken. Wussten Sie beispielsweise, dass Schnaps bis in die Anfänge der Industrialisierung als billiger Energielieferant für die Armen angesehen wurde? Als der Hochprozentige später in Verruf geriet, wurde die Limonade Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Mäßigkeitsbewegung als alkoholfreie Alternative zu Bier und Schnaps produziert. „Sinalco“ entstand aus „sine alcohol“ (ohne Alkohol) und trat ab 1905 ihren Siegeszug an.
Neben vielen Fotos gibt es zu jedem Getränk auch ein größeres Exponat zu besichtigen. Dazu gehören beispielsweise eine Teebeutelmaschine, aber auch eine melkbare Kuh und vieles mehr. Die Geruchsnerven werden ebenfalls einbezogen, denn ein wichtiger Bestandteil des jeweiligen Getränkes kann auch mit der Nase erforscht werden.

Es gibt sogar Hüttentee

1926 gab es auf der Henrichshütte eine Mineralwasseranlage. Später, in den fünfziger Jahren, wurde Tee wurde im Industriezeitalter hochgeschätzt als probates Mittel gegen den hohen Flüssigkeitsverlust der Arbeiter. Sogar den medizinischen Rat, Tee zu trinken, gab es damals. Eine zeitgemäße Version des „Hüttentees“ wurde für die Ausstellung entwickelt und kann im Museumshop erworben werden.
Und es gibt noch viel mehr zu entdecken: Wo heute das Reschop Carré steht, gab es früher die Schnapsbrennerei „Weygand“. Damals wurde bis in die siebziger Jahre in Hattinger von der Firma Hildebrandt Kaffee geröstet und heute gibt es nur 500 Meter davon entfernt mit „Mayola“ wieder eine kleine Kaffeerösterei.
Zu der Ausstellung gibt es einen Katalog und ein umfangreiches Begleitprogramm. Dabei werden zum einen Filme und Vorträge angeboten, die etwas mit dem Thema „Getränke“ zu tun haben. Zum anderen gibt es Veranstaltungen, bei denen man selbst probieren kann und es gibt weiterhin Exkursionen, um noch genauer in die Herstellung von Getränken einzusteigen.
In 2016 stehen beispielsweise noch Exkursionen zum Hattinger Milchbauern Martin Schlenkermann (29. Juli) auf dem Programm, zur Brennerei Hegemann (28. Oktober) sowie zu den Mineralquellen Hövelmann (16. Dezember). Probieren kann man Bier (26. August mit einem Biersommelier), Whisky (16. September) und Kaffee (25. November).
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