Früher war alles besser? Denkste!

Wer die Szenekneipe Lockvogel von früher kannte, der wird auch stets den heutigen Lokvogel damit vergleichen wollen.

Bisher haben sich einige Gastwirte daran versucht, an die grandiose Atmosphäre vergangener Zeiten anzubinden. Durchweg alle sind aber an mangelndem Pulsschlag für die anspruchsvolle Szene gescheitert.

Die Folge war ein ständiges Neueröffnen und nach kurzer Zeit wieder schließen. Der Zeitraum des Geschäftsbetriebes war im Schnitt ein Jahr Laufzeit. Dann war die Bude wieder dicht und die urkultivierten Lockvögel wandelten, heimatlosen Marsianern ähnlich, durch die eingefahrenen Dorfgastronomien, auf der Suche nach ihrer Alternative.

Auch dieses Mal eröffnete der Lok am 02.10.2014 wieder neu. Die Szene hat schon lange den Glauben an einen pulsierenden Lokvogel aufgegeben, nimmt aber an den Neueröffnungen regelmäßig teil, um dann wieder in den gelangweilten Alltag abzugleiten.

Doch mit den neuen Gastwirten, im Doppelpack Nadine und Markus, bleibt kein Zweifel mehr bestehen. Hemer hat endlich wieder eine der ganz großen Szenekneipen in der Region nördliches Sauerland. Der Lok wird mit vollem Rahmenprogramm wieder regelmäßig zum pulsieren einladen.

Wie vor Jahr und Tag

Man merkt dem Wirtepärchen an, das sie es mit dem Spaß an der Gastronomie ernst nehmen und Beide auch geschäftstüchtig sind!

Reichlich freundliches Personal war vorhanden. Auch bei größerem Andrang entstand durch die freundliche Unterstützung der Familie keinerlei Wartezeit. Es war ein Nehmen und ein Geben, mit einem Bitte und Danke. Die Freundlichkeit lud zu entspannenden Gespräch der zahlreichen Gäste in der Kneipe und im Biergarten ein. Berauschende Gesprächskulisse war in Westig wieder eingekehrt, welche Markus im Vorfeld bereits der gesamten Nachbarschaft anständig anmeldete.

Gefahrenbereich besteht noch!

Durch reichlich Bierkonsum entsteht regelmäßig im Lok bei Großveranstaltung ein kuscheliges Gedränge rings um den Tresen beim Gang zur Toilette. Doch Vorsicht ist geboten! Die kleine Gefahrenzone auf der Herrentoilette im Bereich des Handwaschbeckens liegt im Schwenkbereich der Tür! Die alten Herren sind es bereits gewohnt, beim Hände waschen nach dem Geschäft, ihren Fuß als Türstopper zu nutzen, um zu vermeiden von herein drängenden Personen mit elanvollem Türschwung an den Wandspiegel gedrückt zu werden. Aber irgendwie gehört das begrenzte Platzangebot am Handwaschbecken hinter der Tür schon immer dazu und es gab noch nie größere Unfälle. Im Gegenteil, es steigert die Kommunikation unter Gents auf dem Örtchen.

Lobenswert!

Es fluppte einfach nur so mit dem frischen Bierchen für ortsüblich bezahlbare 1,40€, den (wirklich leckeren) Minifrikadellen für ein paar Cent und der frischen Mettwurst für auf die Hand, für´n Euro. Kleine Preise! Große Auswahl! Eine passende Musik und ein, nicht nur langweilig aufgefrischtes und durchgewischtes, sondern durch notwendige große Sanierung völlig zeitgemäßes modernes Ambiente mit akzentuierenden farbigen Glanzlichtern, zeigen offen den frischen Generationswechsel.

Die gekonnte Gastfreundlichkeit von Nadine und Markus bot, den im Laufe des Abends permanent ansteigenden Besucherandrang, die "alten Zeiten" überraschten im neuen Lok. Die Gäste haben es genossen, sich in Ruhe am Tresen das lecker Bierchen im Gespräch schmecken zu lassen.

Frisch gemachte Musik

Als Liveact spielte zur Eröffnung natürlich die Hauskapelle des Wispa Vereins, der Buena Wispa Social Club, ein Abend füllendes Programm.

Hinweis an die Musiker! Die hauseigene Kleinkunstbühne bietet regionalen Bands die Möglichkeit für ihre Gigs. Interessierte Bands sind herzlich eingeladen, sich im Lok für ein Programm zu bewerben!

Kopflastig Deutsch? Aber bitte mit Haare!

Im Anschluss an die Livemusik legte "unser Dieter" auf und ließ hören, das er mehr als nur die auslaufende Metal-Konservenmusik drauf hat. Das junge Publikum tanzte und sang begeistert zur Mucke. Besonders Lieder von Rammstein, tote Hosen und Anderen erfreute das Jungvolk zum mit singen.

Gediegenheit hat Platz

Auch für die ältere Generation war aufgrund der ausgelassenen und durchweg friedlichen Stimmung, bei bester Versorgung, der Heimweg sicherlich etwas windig. So wie beim Hademare Herold und seinem Weib selbst. Man schaut ja nicht so auf die Uhr, wenn das Leben einen so schön umgibt.

(Quelle: Hademare Herold)

Autor:

Christoph Diederich aus Hemer

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