"Lernort Natur" / Jäger gehen in Schulen und Vereine, um für die Umwelt zu begeistern

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So baut man einen Nistkasten. Malte Lütjens von der Kreisjägerschaft Emschergau zeigt Viertklässlern der Grundschule am Eickeler Park worauf es ankommt. Foto: Rainer Rüsing
 
Auch beim Kasinoverein Unser Fritz wurden Nistkästen gebaut. Hilfestellung geben Geschäftsführer Fritz Bödecker (l.) und Malte Lütjens von der Kreisjägerschaft Emschergau. Foto: Barbara Merten

Pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings gehen viele Vogelarten auf Wohnungssuche. Oft vergebens, denn für die Höhlenbrüter fehlt es oft an geeignetem Raum, die Jungen großzuziehen. Da kommen die Nistkästen gerade recht, die gestern auf dem Gelände der Grundschule am Eickeler Park aufgehängt wurden.

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Viele Augenpaare werden dann beobachten, wann die ersten Blau- oder Kohlmeisen die Nisthöhlen beziehen, denn Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 b haben die Kästen gestern Morgen selbst zusammengesetzt. Unter fachkundiger Leitung versteht sich: Malte Lütjens hatte Material und Werkzeug mitgebracht. Bevor es an die Arbeit ging – aber auch immer wieder zwischendurch – vermittelte der 64-Jährige den aufmerksam lauschenden Kindern viel Wissenswertes über Vögel und Natur.
Das sei schließlich Sinn der Veranstaltung, sagt Lütjens, der sich gemeinsam mit Kollegin Evelyn Piasecki bei der Kreisjägerschaft Emschergau um die Naturschutzarbeit kümmert. „Lernort Natur“ heißt das Projekt, das mit solchen und ähnlichen Aktionen das Naturwissen und -verständnis von Kindern und Jugendlichen fördern will.
„Na, wie heißen die kleinen Vögel, die sich dicht zusammengedrängt über kalte Winternächte bringen?“, fragt der pensionierte Oberstudiendirektor in die Runde, nicht ohne vorher eine Skizze an die Tafel gezeichnet zu haben. Nach ein, zwei Fehlversuchen kommt Luca Paul dran, der richtig den Namen Zaunkönig nennt. Man merkt Lütjens die Freude über die sichere Antwort an. Auch Klassenkameradin Ella punktet. Sie weiß warum die Kästen mit etwas Abstand aufgehängt werden müssen: „Damit die sich nicht streiten.“
Die Schulstunde Natur in der Eickeler Grundschule war nicht die erste in diesem Frühjahr. Am Samstag war Malte Lütjens beim Kasino-Verein Harmonie Unser Fritz zu Gast. Auch dort waren die Kinder der Mitglieder voll bei der Sache und freuen sich nun, bald die ersten Bewohner beim Einzug beobachten zu können. Die Realschule Sodingen und der Kindergarten Heilige Familie sind weitere Haltestellen des Lernorts Natur.
„Bei den Bastelstunden bleibt es natürlich nicht“, erklärt Malte Lütjens. „Im Lauf des Jahres werden wir dann wieder vor Ort sein, um zu beobachten und bestimmen, ob Blaumeise oder Star oder andere Bewohner in die Nisthilfen eingezogen sind. Im Herbst folgen dann die Reinigung und Instandhaltung, natürlich wieder mit den Kindern. Denn es ist wichtig, dass alle erkennen, dass nur nachhaltige Pflege und Hege zum Erhalt der vielfältigen heimischen Tiere erforderlich und nur dann erfolgreich ist“, so der Naturfreund, der nicht versäumt hat, für den „Lernort Natur“ zu „trommeln“. Für die einzelnen Aktionen konnten Sponsoren gewonnen werden. Die Bausätze für die Grundschule am Eickeler Park zum Beispiel hat Thomas Gockeln bezahlt, der die Parkhaus-Gastronomie in Kürze als „Gockeln‘s“ neu eröffnen wird.
Wer sich über weitere Programme der Kreisjägerschaft im Bereich Umwelt/Naturschutz informieren möchte, kann sich bei Geschäftsführer Dieter Bökelmann (Tel.: 02325/72748) informieren oder auch direkt bei Evelyn Piasecki, (0177-7384122) oder Malte Lütjens (0178-2 36 1948).
Das Material für die stabilen Nistkästen des Regionalverbandes Ruhr kostet übrigens nicht die Welt: zwischen acht und zehn Euro das Stück.
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Ulrich Dengler aus Wanne-Eickel | 12.03.2013 | 14:07  
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