Körperverletzungsdelikte nehmen zu - Zahl der Straftaten insgesamt im Märkischen Kreis gesunken

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Die Kreispolizeibehörde stellte jetzt die Kriminalitätsstatistik vor (v.l.): Erster Kriminalhauptkommissar Peter Kurzawe, Kriminaloberkommissarin Nicole Beyhl, Kriminaldirektor Hans-Joachim Spröde und Polizeioberrat Thomas Volkmann.

Die Gesamtzahl der Straftaten im Märkischen Kreis ist gesunken“, gab Hans-Joachim Spröde, Leiter der Direktion Kriminalität im Märkischen Kreis, bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik bekannt. Und mit einer Aufklärungsquote von über 50 Prozent liege man gut drei Prozent über dem Landesdurchschnitt. Doch nicht in allen Bereichen sieht es „rosig“ aus.

Aufklärungsquote über Landesdurchschnitt
Was die Kriminalitätsbelastung im Märkischen Kreis im Hinblick auf die Einwohnerzahl angeht, liegt Iserlohn hinter Lüdenscheid auf Platz zwei. Allerdings seien Einkaufs- bzw. Großstädte immer stärker von Kriminalität betroffen, und auch Besucher seien in der Statistik berücksichtigt. „Im Märkischen Kreis ist es deutlich sicherer als im Schnitt in NRW“, erklärte Spröde.
Im Bereich der Gewaltkriminalität gibt es einen leichten Anstieg von 2,17 Prozent. Während beim Handtaschenraub ein deutlicher Rückgang (- 41,67 Prozent) zu verzeichnen ist, nehmen die Raubdelikte insgesamt zu. Dies erkläre sich durch das „Abziehen“ unter Jugendlichen, das statistisch in diesen Bereich falle.
Die Zahl der Körperverletzungsdelikte und Beleidigungstatbestände - letztere häufig über die sozialen Netzwerke - nimmt zu. „Sie spielen eine sehr viel größere Rolle als noch vor fünf Jahren“, sagte Peter Kurzawe. „Das Kriminalitätsgeschehen wandelt sich“ - das werde in der Langzeitbetrachtung deutlich. „Vor allem bei den Jugendlichen und jungen Heranwachsenden nimmt die Körperverletzung zu“, erklärte Spröde. „Wenn früher einer am Boden lag, war Schluss - heute wird nochmal d´raufgetreten.“ Diese Tendenz sei landesweit sichtbar, in Großstädten noch deutlicher.

Keine Entwarnung bei Computerkriminalität
Im Bereich Computerkriminalität gibt es einen Rückgang von 20,44 Prozent - das hört sich zunächst positiv an. Fakt ist aber: „Neue Schutzmaßnahmen in dem Bereich sind in der Regel in fünf Minuten geknackt“, so Spröde. „Wir können hier leider keine Entwarnung geben.“ Der statistische Rückgang erkläre sich dadurch, dass der tatsächliche Tatort oft nicht nachzuweisen sei. Liegt der aber nicht nachweislich in Deutschland, taucht der Fall in der Statistik nicht auf. Und noch mehr macht das „world wide web“ möglich: Zum Beispiel den Kreditbetrug „bequem vom Sofa“ aus. „Nichts ist einfacher - aber nichts wird auch schneller angezeigt“, sagte Spröde. Das Internet sei daher hauptverantwortlich für die deutliche Zunahme von Fällen im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte (3.964 Fälle, + 5,09 Prozent).
Im Bereich Diebstahl insgesamt liegt der Märkische Kreis mit einem Rückgang von 6,58 Prozent im Landesdurchschnitt noch sehr gut. Bei den Wohnungseinbrüchen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von „nur noch“ 1,85 Prozent. „Wir haben die Entwicklung hoffentlich langsam gestoppt“, so Spröde.
Einen „Ausreißer“ im Märkischen Kreis gibt es im Bereich Kfz-Diebstahl: In Iserlohn zeigt die Statistik einen deutlichen Rückgang (- 31 Prozent), im Kreis einen Anstieg (+ 17,14 Prozent). Spröde dazu: „Derzeit suchen die Täter in bergigen Regionen gezielt nach modernen Landrovern und geländetauglichen SUVs.“

Zahlen und Fakten
- 25.825 Straftaten gab es 2014 im Märkischen Kreis (2,13 % weniger als im Vorjahr); Aufklärungsquote 52,82 %
- Im Bereich Sexualdelikte gab es 215 Fälle (+1,90 %, AQ 86,51%); davon Vergewaltigung/ schwere sex. Nötigung 41 (-2,38 %; AQ 85,37%), sexueller Missbrauch von Kindern 59 (-16,9 %; AQ 89,83%)
- Raubdelikte gesamt 249 Fälle (+ 6,14%, AQ 61,45%) .
- Körperverletzung: 2.666 Fälle (-5,43%, AQ 90,47%; davon gefährliche/ schwere Körperverletzung 598 (+ 2,57%, AQ 84,45%);
- Diebstahl gesamt: 9.890 Fälle (-6,58%, AQ 29,13%); davon 123 Kfz-Diebstähle (+17,14%, AQ 44,72%) und 992 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl (+ 1,85%, AQ 16,03%);
- Vermögens- und Fälschungsdelikte: 3.964 Fälle (+ 5,09%, AQ 64,88%);
- Sachbeschädigung gesamt: 3.353 (-13,76%, AQ 24,13%);
- Rauschgiftdelikte gesamt: 1.553 Fälle (+ 47,62%, AQ 94,59%);
- Gewaltkriminalität: 894 (+2,17%, AQ 78,08%);
- Computerkriminalität: 716 (-20,44%, AQ 10,06%);
- Straßenkriminalität: 5.824 (-11,19%, AQ 19,73%)
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