Beeindruckendes Gedenkkonzert in der Klever Stiftskirche

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Kleve: Stiftskirche | Die Städtische Singgemeinde Kleve, der Bachkoor Nijmegen und die Chorgemeinschaft Emmerich führten gemeinsam das „Stabat Mater“ von Antonín Dvořák auf.Es war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Konzert, das den Zuhörern am 12. Oktober in der fast bis zum letzten Platz gefüllten Klever Stiftskirche geboten wurde.

Drei Chöre aus den Städten Nijmegen, Emmerich und Kleve sangen gemeinsam das „Stabat Mater“ von Antonín Dvořák. Kleve bildete den Schlusspunkt, nachdem an den beiden vorangegangenen Tagen das Stück bereits in Emmerich und Nijmegen aufgeführt worden war. Für die Chöre stellte dies eine große Herausforderung dar: Sie mussten sich in drei verschiedenen Kirchen mit unterschiedlichen klanglichen Bedingungen zu einem einzigen großen Chor unter wechselnden Dirigenten zusammenfinden. Stefan Burs in Emmerich und Kleve sowie Rob Vermeulen in Nijmegen interpretierten das Werk auf ihre persönliche Weise und hoben seine vielfältigen Facetten hervor.

Zusammen mit dem Sinfonieorchester Vác (Ungarn) waren mehr als 200 Musiker an der Aufführung beteiligt. Aber es war nicht nur die Klangfülle, die beeindruckte, sondern auch der Anlass. Die Chorgemeinschaft St. Aldegundis/St.Martini Emmerich, der Bachkoor Nijmegen und die Städtische Singgemeinde hatten sich zusammengefunden, um der Bombardierung ihrer Städte vor 70 Jahren zu gedenken.

Schirmherren der Konzerte waren die Bürgermeister der drei beteiligten Städte. In Kleve setzte Bürgermeister Theodor Brauer das „Stabat Mater“, die Vertonung eines mittelalterlichen Gedichtes über die Trauer Marias über den Tod ihres Sohnes Jesus am Kreuz, in Beziehung zum Leid der Menschen in Nijmegen, Emmerich und Kleve im Jahr 1944. Das Konzert verstand er als einen grenzüberschreitenden und eindringlichen Appell gegen das Vergessen und für ein Miteinander in Frieden und Freiheit.

Im „Stabat Mater“ verarbeitete Dvořák den Verlust seiner drei Kinder. Es ist ein Stück großer Gefühle und den Ausführenden gelang es, die Zuhörer durch die ungeheure Dynamik und Intensität der Darbietung mitzureißen und anzurühren. Großen Anteil daran hatten auch die Solisten Hanneke de Wit, Margareth Beunders, Andreas Post und Jens Hamann. Nach dem fulminanten Schluss dankte das Publikum mit langanhaltendem Beifall.

Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Und so beginnen am 20.Oktober die Proben für die „h-Moll-Messe“ von Johann Sebastian Bach. Geprobt wird montags von 20.00 bis 22.00 Uhr im Pfarrheim der Christus-König-Kirche „Ons Lind“. Die Städtische Singgemeinde hat zur Zeit 90 Mitglieder. Neue Sängerinnen und Sänger sind herzlich willkommen.
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