Bruno Schmitz: "Satire braucht ein klares Feindbild"

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Bruno Schmitz (Foto: Tim Tripp)
Ein Schmähgedicht mit Folgen: Auf ZDF-Satiriker Jan Böhmermann kommt ein Verfahren wegen möglicher Beleidigung des türkischen Staatschefs Erdogan zu. Das Klever Wochenblatt sprach darüber mit dem Klever Kabarettisten Bruno Schmitz.


Befürworten Sie die Einleitung eines Strafverfahrens gegen Böhmermann, weil dieser in einem Schmähgedicht den türkischen Präsidenten Erdogan beleidigt haben soll?

Nein.

Wurden mit seinem Gedicht die Grenzen der Satire überschritten?

Oberflächlich gesehen, ja. Das Gedicht ist absoluter Bullshit für sich gesehen. Aber jetzt kommt das ABER. Es steht in einem klaren Kontext. Böhmermann wollte ausloten, wie es denn nun steht in unserem Lande mit der so hoch gelobten Meinungsfreiheit im Vergleich zur Türkei. Und siehe da, auch hier darf man nicht alles sagen, bekommt Anzeigen, Drohungen, muss den Polizeischutz anfordern. Und um das vorzuführen, sichtbar zu machen, darf Satire auch mal Grenzen überschreiten. Übrigens: Menschen, die Geld in Briefkastenfirmen verstecken und dem Staat entziehen, überschreiten ständig Grenzen, im doppelten Sinne.

In der Stunksitzung 2011 haben Sie den Papst verspottet und sich anschließend beschimpfen und beleidigen lassen müssen. Haben Sie Ihre Rolle als Ex-Bischof Walter Mixa eigentlich mal bereut?

Niemals! Satire braucht ein klares Feindbild. Und die Kirche ist nun mal eins. Und dagegen darf und muß man als Kabarettist „schießen“ mit Witz, Gags, Gemeinheiten … Denn die Schweinereien, um die es ja geht u. ging, lieferte mir ja die Kirche: Kindesmißhandlung.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 15.04.2016 | 23:15  
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