Beninische „Willkommenskultur“ beeindruckt Gäste aus Kleve

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„Trotz ihrer großen Probleme, sind die Menschen zu uns so unglaublich freundlich!“. Viktor Vehreschild, Konditor- und Bäckermeister aus Kleve, brachte es auf den Punkt.

Gemeinsam mit Josef Joeken, Joachim Schmidt und Jörg Smits fuhr er nach Benin und war, wie seine Mitreisenden, von der „Willkommenskultur“ in dem kleinen, sehr armen Land angetan. Anstatt mit Misstrauen oder Neid begegneten die Beniner/innen ihnen herzlich und mit offenen Armen.

Für Vehreschild und Smits war es der erste Besuch in Benin. Begleitet wurden beide von zwei „Senioren“, die das Land schon von früheren Reisen kennen: Josef Joeken, ehem. Bürgermeister von Kleve und Vereinsvorsitzender von pro dogbo, und Joachim Schmidt, stellv. Bürgermeister von Kleve und pro dogbo-Mitglied. Es wurde eine Besuchsreise, mit offiziellen Programmpunkten und informellen Begegnungen mit Projektmitarbeitern und den Jugendlichen, die von der Arbeit des Klever Vereins profitieren.

So stand die Bauabnahme einer von pro dogbo gebauten Grundschule auf dem Plan: Die Grundschule von Houédjamé bestand bislang nur aus einem löchrigen Blechdach auf einem wackeligen Holzgestell. Im März wurde in dem Stadtteil von Dogbo der Grundstein zum bereits siebten Schulbau gelegt. Nach vier Monaten Bauzeit ist der dreiklassige Gebäudeblock fertiggestellt. Die Besucher aus Kleve nahmen an der offiziellen Bauabnahme teil, die vom beauftragten Kontrolleur durchgeführt wurde.

Alle Details wurden überprüft: Qualität der Fenster und Türen, der Maurer-, Schreiner- und Malerarbeiten. Der Unternehmer Raoul Tossou konnte an diesem Tag aufatmen: Es gab nur kleine Beanstandungen – das Gebäude kann bald genutzt werden.

Hochoffiziell war der Besuch bei König Robert Djehloué von Dogbo. Über holprige rote Sandpisten ging es ins Dorf Dogbahomé. Ein Besuch bei der Autorität der Region ist nicht nur ein Erlebnis, sondern gehört auch zu den Gepflogenheiten für Gäste. Erhöht auf einem „Thron“ sitzt König Robert in seinem weißen Gewand, geschmückt mit allerlei Ketten und Ringen, über ihm ein Schirm, der von einem Träger gehalten wird, begrüßt er die alten und neuen Bekannten. Höflichkeiten werden ausgetauscht und während ein Gläschen mit hochprozentigem Palmschnaps zum Schluss die Runde macht, betet der König für die gute Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Beninern.

Wie der brennbare Schnaps, Sodabi genannt, vor Ort produziert wird, schauen sich die Gäste aus Deutschland auf einer Palmplantage an. Mitten im beninischen Busch liegen gefällte Palmen am Boden, aus denen nach ein, zwei Wochen ein süßer, gegorener Palmwein gewonnen wird. Mehrmals destilliert entsteht daraus der echte Sodabi – ein klarer Palmschnaps, für den Dogbo in Benin bekannt ist.

Unweit von der Plantage hat die Kommune Dogbo eine Ausgrabungsstätte für Touristen geöffnet: Wohl zwischen dem 5. und 15. Jahrhundert wurde hier unterirdisch nach Eisenerz gegraben. Zurück blieb ein mehrere Kilometer langes Tunnelsystem, das nun Stück für Stück erforscht und rekonstruiert wird.

Feierlich wurde es, als pro dogbo Spenden vom Niederrhein an die Leiter/innen der sechs Sozialbüros im Departement Couffo übergab. Sie erhielten jeweils einen PC. Das staatliche Ausbildungszentrum in der Region bekam davon fünf und u.a. einen kompletten Friseursalon, der dort zur handwerklichen Ausbildung von Friseurinnen eingesetzt werden wird. Vertreter von Polizei und Gendarmerie aus Dogbo freuten sich ebenfalls über jeweils einen PC – eine technische Ausstattung, die immer noch nicht überall zu finden ist. Eine Heimorgel wurde an die katholische Pfarrgemeinde Dogbos übergeben – der Pfarrer sicherte eine pflegliche Behandlung des Musikinstrumentes zu.

Bereits zuvor konnte das Ausbildungszentrum von pro dogbo gespendetes Werkzeug und Geräte in Empfang nehmen. Vor allem die Bäckerei profitiert bis heute von den Maschinen, die im Frühjahr in Dogbo eintrafen. Hier, in der Ausbildungsbäckerei von pro dogbo, arbeitete auch Bäckermeister Vehreschild mit und machte sich ein Bild über die Arbeitsweise seiner beninischen Kollegen. „Nächstes Jahr komme ich wieder!“, lautet sein Fazit.
Das Projekt von pro dogbo und auch die Städtekooperation zwischen Kleve und Dogbo leben vom Austausch und den direkten Begegnungen zwischen den Menschen. Denn kein Foto oder Bericht kann die Eindrücke ersetzen, die die Gäste wieder mit zurück nach Deutschland nehmen. (kvb)


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