Junge Flüchtlinge spielen Theater auf der Wasserburg

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Sie freuen sich auf die Arbeit mit den jungen Geflüchteten: (v.l.) Marjet de Boer, Melanie Liewes, Adelheid Bachman, Raijai Amiri und Markus Topmöller. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
Kleve: Wasserburg Rindern | (pbm/cb). Sprechen kann man auch, ohne die jeweilige Landessprache zu beherrschen – davon ist die niederländische Schauspielerin Marjet de Boer überzeugt. Mit strahlenden Augen und gewinnendem Lachen erzählt sie von einem Projekt, das am Montag, 20. Februar, auf der Wasserburg in Rindern beginnt und jungen Flüchtlingen ermöglichen soll, sich mit ihrer und der deutschen Kultur auseinanderzusetzen. „Es geht nicht um die gesprochene Sprache, sondern um Mimik und Gestik. Auch Musik kann eine Sprache sein“, erklärt de Boer. Entsprechend begeistert war sie, dass sie als Hauptreferentin ein Team aus Schauspielern, Musikern und anderen Kreativen zusammenstellen durfte, um den maximal 18 Geflüchteten das Seminar anbieten zu können.
„Kultur erleben – die Welt verbinden“ lautet der Titel des Projekts, das nach Angaben von Markus Toppmöller, Fachbereichsleiter in der Wasserburg, komplett vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Mit im Boot sind neben dem katholischen Bildungszentum Wasserburg der Runde Tisch Kranenburg, der Rinderner Verein Culucu und der Verband der Bildungszentren im ländlichen Raum. „Es ist das erste von drei Seminaren dieser Art, die wir in diesem Jahr anbieten wollen“, erklärt Toppmöller. Zielgruppe sind junge geflüchtete Erwachsene im Alter von 18 bis 26 Jahren, über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde.
Das Programm während der fünf Tage ist voll. Es reicht vom gemeinsamen Kennenlernen über Grundlagen des Theaterspiels und Kreativ-Workshops bis zu einer öffentlichen Aufführung eines Theaterstücks am Donnerstag, 23. Februar, in den Räumen von Culucu. Zudem wird ein Sportprogramm mit Fußball angeboten – schließlich soll die Bewegung neben der Theaterarbeit nicht zu kurz kommen.
Adelheid Bachmann vom Verein Culucu hatte am Runden Tisch in Kranenburg von dem Konzept gehört und war sich sofort sicher: „Da machen wir mit. Die Leute möchten sich hier integrieren, dabei möchten wir helfen.“ Und auch wenn die Verständigung im Theater vor allen Dingen mit Händen und Füßen laufen soll: Mit dem Syrer Raijai Amiri steht dem Team noch ein Sprachmittler zur Verfügung, der übersetzen kann, wenn Gesten versagen. Der 30-Jährige war in Damaskus selbst Schauspieler, seit gut einem Jahr lebt er nun in Deutschland. „Mit so einem Projekt fühlt man sich nicht mehr fremd. Es hilft bei der Integration und dem Zusammenleben“, sagt er mit schüchternen Lächeln – doch aus seinen Augen blitzt die gleiche Begeisterung wie bei den anderen Organisatoren.
Mehr Informationen zu dem Seminar „Kultur erleben – die Welt verbinden“, zu Folgeterminen und zur Aufführung des Theaterstücks gibt es bei der Wasserburg Rindern, Telefon 02821 73210, und auf der Seite www.wasserburg-rindern.de im Internet.
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