Kirche als Gegenpol zu Druck und Stress erfahren

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Paul J. Kothes und Edmund Raadts, Vorsitzender des Klever Kreiskomitees der Katholiken, im Kevelaerer Priesterhaus (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer)
In einer Welt, die immer lauter und schneller werde, könne die Kirche vermeintlich langweilig wirken. Das sagte der renommierte PR-Fachmann Paul J. Kothes bei seinem Vortrag vor dem Kreiskomitee der Katholiken im Kevelaerer Priesterhaus. In seinem Referat zum Thema „Hat sich die Kirche weggeklickt? – Ihre Chance für eine neue Zeit“ stellte er dabei insbesondere dar, warum und wie die Kluft „zwischen Kirche und Wirklichkeit“ größer werde.
Das zentrale Thema der Kirche sei die Liebe und das damit zusammenhängende Gefühl der Verbindung, betonte Kothes. Jeder, sagte er nach einem kleinen Experiment mit seinen Zuhörern, kenne das Gefühl der Liebe. Im Alltag sei es jedoch oft weit entfernt und nur schwer mit ihm in Einklang zu bringen. Jeder Einzelne strebe immer mehr nach Spezialisierung, wodurch jedoch ein Verlust der Übersicht drohe.
Die Kirche sei davon ebenso betroffen. „Sie geht in diesem Funktionssystem verloren. Auch die Kirche versucht, sich zu spezialisieren und gut zu funktionieren. Doch es ist schwierig, gut zu funktionieren und dabei die Kernkompetenz zu behalten“, mahnte Kothes. Je größer das System sei, desto geringer sei am Ende die Verbundenheit. Dabei bestehe gerade in der heutigen Zeit die Chance, dass die Menschen in der Kirche den Gegenpol zu Druck und Stress kennenlernen oder wiederentdecken. „Die Kirche sollte mehr Möglichkeiten schaffen, die Verbindung zu erfahren“, forderte er.
Ein „Rezept, wie man die richtige Form findet“ habe auch er nicht, erklärte Kothes. Er wolle lediglich die derzeitigen Rahmenbedingungen darlegen, „die Kirche hat eine Chance, die sie vielleicht nicht richtig nutzt“, sagte er. Nach seinem Vortrag hatten die Mitglieder des Kreiskomitees die Möglichkeit, intensiv untereinander und mit dem Referenten zu diskutieren. Mehrfach wurde auf die Schwierigkeit hingewiesen, dass es auf der anderen Seite eine notwendige Struktur in der Kirche gebe, auf der anderen Seite jedoch den Wunsch nach Verbundenheit. (pbm/cb)
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2 Kommentare
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Willi Heuvens aus Kalkar | 12.03.2017 | 10:36  
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 13.03.2017 | 07:04  
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