Freie Fahrt für die Draisinen der Grenzland-Draisine GmbH ab dem 17. März – die Strecke Kranenburg - Kleve (Folge 2)

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Kranenburg: Alte Bahn
Kleve: Draisinenbahnhof | Die Strecke Kranenburg–Kleve „die Ausgiebige“
Die Strecke Kranenburg–Kleve hat eine Länge von 10 km und führt vom Draisinenbahnhof Kranenburg nach Kleve und zurück, oder von Kleve nach Kranenburg und zurück. Es müssen in Kranenburg insgesamt vier Straßenübergänge passiert werden, bevor der Ort verlassen wird. Vor der Kreuzung der Alte Bahn macht die Eisenbahnlinie eine leichte Kurve in östliche Richtung und setzt sich unweit der Bundesstraße 9 neben ihr fort. Links und rechts von ihr liegt Bauland mit vereinzelten Bauernhöfen.
Bald darauf geht es unter die Überführung der Bundesstraße 504. Diese wird von mehreren Säulen getragen und wecken den Eindruck eines antiken Portikus.
Die Fahrt geht neben der B9 weiter. Nach ein paar Hundert Meter wird die Straße Tütthees gekreuzt. Einst war Tütthees eine Bauernschaft, ein Gebiet mit Bauerhöfen, die zusammen eine Gemeinschaft bildeten. Nun sind Neubauwohnungen zwischen ihnen errichtet worden.
An der Nordseite der Klever Straße, wie die B9 hier heißt, streckt sich das Armenveen aus, ein Naturschutzgebiet in dem die Natur sich zurückgebildet hat wie vor ihrer Urbarmachung vor vielen hunderten Jahren.
Kurz vor dem Palmengeschäft kreuzt die Schienenbahn die B 9. Beim Überqueren soll man besonders gut auf den Verkehr achten.
An dieser Seite der B9 liegt das Naturschutzgebiet Armenveen, ein etwa 2 km² großes naturüberlassenes Gebiet in welchem Schilfröhrichte, Hochstaudenflure, Gehölze, Feuchtwiesen, Moorgebiete und ein Erlenbruchwald, wie in einem Mosaik, eine Einheit bilden. Pflanzen und Tiere, die hier lebten verschwanden durch die Urbarmachung und sind nun wieder angesiedelt. Etwa 100 m nach der Überquerung der B9 kann man durch das Gestrüpp einen kleinen Teil davon sehen. Ein Besuch an das Armenveen lohnt sich. Es führt ein Lehr- und Wanderpfad durch das Naturschutzgebiet. Bei Km 126,547 wird die einzige Straße im Armenveen gekreuzt. Sie heißt Wolfsboss. Hier beginnt ein dichter Erlenbruchwald, durch welchen die Draisinenbahn führt. Der Wolfsboss, eine mitteldeutsche Andeutung für Wolf und Gehölz aus niedrigem Gesträuch, führt zu einer kleinen Siedlung im Armenveen. Hier war früher eine Gärtnerei und wohnen jetzt einige Familien.
Es scheint, dass die Schienen auf einem Damm liegen. Der Schein trügt. Hier liegt der Rand des Kranenburger Bruchs. In der Riss- oder Saale-Eiszeit drangen Gletscher in diese Region. An der Stelle, wo die Draisinen fahren, stoppte ihre Bewegung. Nach der Eisschmelze blieb ein etwa vier Meter tiefes Becken zurück, das durch die Eisbewegung war ausgeschürft. Das ganze Becken heißt Kranenburger Bruch. Es ist landschaftlich ein wunderschönes Gebiet. Von dem hohen Beckenrand hat man eine herrliche Aussicht auf einen Teil des Naturschutzgebietes. Große Teile des Bruchs werden noch immer agrarisch genutzt.
Es geht knapp 1 km durch den Erlenbruchwald und das Gehölz des Armenveens weiter zu einer Überführung der Hornderichstraße in Nütterden. An dieser Stelle stehen geräumige Bauernhöfe aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Auf der Überführung sind einige von ihnen zu sehen. Für die Errichtung dieser Überführung ist vor der Hornderichstraße ein Damm aufgeschüttet worden.
Die Schienenbahn setzt sich am Nordrand Nütterdens fort. Die Neubauhäuser, an die vorbeigefahren wird, stehen am Mühlenweg. An der anderen Seite der Schienenbahn liegt ausgedehntes Bauland. Hier ist viel Landwirtschaft.
Bei km 125 näheren wir den Straßenübergang Antoniusweg in Nütterden. Als der Personenzug Nijmegen–Kleve in Nütterden noch anhielt, stand hier ein Bahnhofgebäude. Dieser ist schon längst abgerissen. Am Straßenübergang steht ein Haus, das ursprünglich der Deutschen Bundesbahn gehörte. Es ist nun Privatbesitz.
Ein Blick ins Dorf lohnt sich. Am Antoniusweg stehen malerische Wohnhäuser aus den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts und die schöne neugotische St. Antoniuskirche aus dem Jahr 1853, erbaut vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner. Diese Kirche ist ein Saalbau mit einem vieleckigen Chor, der mit einem Satteldach abgedeckt ist. Der Glockenturm ist auf die Westfassade gesetzt. An den Ecken davon sind Lisenen die als kurze Säule über der Oberseite sind ausgebaut. Diese sind mit Balustraden mit einander verbunden und umgeben die schmale Spitze. In der Westfassade befinden sich ein Portal, mehrere Spitzbogenfenster und eine Rosette.
Die Schienenbahn setzt sich an der Nordseite Nütterdens auf einem Damm durch Wiesen- und Bauland in nordöstlicher Richtung fort. Hier stehen vereinzelte Bauernhöfe.
Das Bauland geht abrupt in eine Waldparzelle über. Hier wird der Erlendeich gekreuzt, eine Straße auf einem niedrigen Deich, die de B9 in Nütterden mit der Wibbeltstraße in Mehr verbindet. Sofort dahinter offenbart sich eine wunderbare Parklandschaft mit Wiesen- und Bauland, vereinzelten Bäumen, Gehölzen und Gesträuchen.

800 Meter weiter ist der Straßenübergang der Kämpstraße in Donsbrüggen. Unterwegs dahin ist der Turm der St. Lambertuskirche in diesem Dorf sichtbar. Die Kämpstraße führt zur Holländer Mühle, eine achtkantige mit Schindeln gedeckte Mühle mit Propellerflügeln, worin noch immer Weizen gemahlen wird. Im neben gelegener Bäckerei wird davon Brot gebacken.
Es geht am Nordrand des Dorfes entlang weiter zur Kreuzung der Mehrer Straße. Da sieht man die neugotische St. Lambertuskirche aus 1954, die, wie die St. Antoniuskirche in Nütterden, von Ernst Friedrich Zwirner errichtet wurde. Sie ist aber mit mehr gotischen Bauteilen geschmückt und besitzt Fialen (= Türmchen auf den Strebepfleilern) und Dachgauben. Über dem Eingangsportal befindet sich das Wappen des Barons von Hövell.
Es geht am Nordrand des Dorfes entlang zur Kreuzung der Mehrer Straße. Da sieht man die neugotische St. Lambertuskirche aus 1954, die, wie die
St. Antoniuskirche in Nütterden, von Ernst Friedrich Zwirner errichtet wurde. Sie ist aber mit mehr gotischen Bauteilen geschmückt und besitzt Fialen (= Türmchen auf den Strebepfleilern) und Dachgauben. Über dem Eingangsportal ist das Wappen des Barons von Hövell.
An der Schienenbahn, kurz vor der Mehrer Straße, steht der ehemalige Bahnhof der Deutschen Bundesbahn. Nachdem die Haltestelle Donsbrüggen aufgelöst wurde, ist das Bahnhofsgebäude in Privathände übergegangen und als Wohnhaus eingerichtet worden. Längere Zeit waren da einige Bundesbahnrelikte zu sehen. Als aber die Draisinen regelmäßig an das Haus vorbeifuhren, haben die Besitzer einen Zaun um den Garten gebaut. Wenn man jetzt vorbei fährt, sieht man nur noch den Oberteil des ehemaligen Bahnhofs.
In der Nähe von Donsbrüggen, in Richtung Kleve, befindet sich das Schloss Gnadenthal in einem Wald. Es wurde zu Beginn des 18. Jh. errichtet und von der adeligen Familie de Cloots bewohnt. Das Schloss war Anfang des 19. Jh. Besitz der Familie von Hövell, wessen Wappen sich über dem Eingangsportal der St. Lambertuskirche befindet. Die Hövells ließen das Schloss in klassizistischem Stil umbauen.
Heut zu Tage ist es kein adliger Besitz mehr, sondern ein Tageshotel und Seminarhaus in einer herrlichen Umgebung. Auf dem Gelände befindet sich auch eine Orangerie, ein Gebäude, in dem Zitrusbäumchen gegen die Winterkälte geschützt werden und gezüchtet werden. Im Gehölz wird die Straße Gnadenthal überquert. Es geht im Wiesenland über 300 m weiter. Da wird die Eichenallee gekreuzt. Diese Allee, mit an beiden Seiten Eichen und anderen Baumarten, verbindet die Tiergartenstraße mit Rindern. Diese Allee ist ein ganz schöner Wanderpfad und Fahrradweg.
Es sind noch etwa 450 m nach Stiller Winkel, einem verträumten Sträßchen, Verbindungsweg der Tiergartenstraße mit Rindern. Hier sind wir im Hoheitsgebiet von Kleve.
Stiller Winkel läuft durch eine Parklandschaft, wohinter sich der Klever Tiergarten befindet. Die Schienenbahn liegt in seiner unmittelbaren Nähe. Wir aufmerksam zwischen den Bäumen und Sträuchern an den Schienen schaut, kann welche seiner Bewohner sehen.
Bei km 120,2 befindet sich eine der fünf Haltestellen der Draisinenbahn. Ursprünglich sind diese gedacht, um an dieser Stelle die Fahrraddraisine aus den Schienen zu heben und auf den Bahnsteig daneben zu parken, damit man einige Zeit dort verweilen kann. In der Praxis gibt es für diese Möglichkeit zu viele Probleme. Die fünfte Haltestelle ist eine besondere. Sie ist genau auf der Stelle angelegt, wo Kaiser Wilhelm II und Kaiserin Augusta Viktoria bei ihrem Besuch an Kleve im August 1909 aus dem Zug stiegen. Für diesen Besuch war der so genannte Kaiser-Wilhelm-Bahnhof errichtet worden. Kaiser Wilhelm besuchte die Stadt, weil sein Vorvater, der Kurfürst von Brandenburg, das Herzogtum Kleve 300 Jahr davor erbte.
Als Prinz Johann Moritz von Nassau in 1647 vom Brandenburgischen Fürst als Statthalter des ehemaligen Herzogtums Kleve ernannt worden war, traf er die Stadt Kleve in Schutt und Asche an. Verwüstungen im dreißigjährigen Krieg hat die halbe Stadt verwüstet. Die Einwohnerzahl war bis um ein Drittel reduziert. Als Der Statthalt hat ein besonderes Interesse für die Residenz- und Hauptstadt Kleve und ihre Umgebung. Die berühmten Architekten Pieter Post und Jacob van Campen waren bereit Johann Moritz von Nassau bei dem Wiederaufbau und Ausbau der Stadt zu helfen. Kleve entwickelte sich zu einer durch Alleen und Schneisen gegliederte Stadt, die mit Wald- und Parkanlagen war umgeben.
Vom Sternbusch und Sternberg in Kleve erstrecken diese Linien in einem Kreis in die (weite) Umgebung und enden bei mittelalterlichen Burg- und Kirchtürmen und anderen Zielen, points de vue genannt. Die Draisinenspur kreuzt einen davon. Es ist die Linie, die von dem Obelisk auf dem Sternberg, über den Cerestempel, Minervabrunnen, Eisernen Mann, Prinz-Moritz-Kanal, mit am Anfang davon zwei viereckigen Barokinseln, zum Turm der St. Vituskirche auf dem Eltenberg in Hoch-Elten führt.
Für den Zugverkehr ist später ein Damm im Prinz-Moritz-Kanal gebaut. Dieser liegt nur wenige Meter östlich des Kaiser-Wilhelm-Bahnhofs.
Nach der Überquerung des Prinz-Moritz-Kanals geht es knapp 200 m in einem Gehölz weiter. Dieser macht Teil aus von der historischen Gartenanlage Forstgarten. In 1782 ist dieser entstanden. Exotische Bäume und schöne Teiche in einer herrlichen Komposition trifft man hier an. Der Forstgarten ist Teil der rheinischen Straße der Gartenkunst. Die klevischen Herzöge und als später in der Zeit von Bad Cleve die Kurgäste machten in diesem Garten ihre Spaziergänge. Sofort gegenüber dem Klever Kurhaus, momentan restauriert und als Kurhausmuseum eingerichtet, ist seit jeher ein Eingang zu diesem Garten.
Neben dem Forstgarten läuft die Wasserburgallee mit beidseitig hohen Platanen und architektonisch interessanten Villen. Sie verbindet die Tiergartenstraße mit der Wasserburg in Rindern, einst einer alten Burg, die im letzten Krieg verwüstet wurde und danach abgerissen. Das Bistum Münster baute eine neue „Burg“ eine Unterrichtsburg der katholischen Heimvolkshochschule.
Sturm Kyryll hat in 2007 mehrere der schönen Platane an dieser Allee entwurzelt.
Nach der Überquerung der Wasserburgallee sind es etwa 200 m zum nächsten Straßenübergang, dem über den Rindernscherdeich.
Der Rindernscher Deich verbindet die Tiergartenstraße mit Landwehr, kurz vor dem Ortseingang Rinderns. An dieser Straße stehen mehrere Häuser aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts. Einige davon besitzen Jugendstilmerkmale.
Von dem Straßenübergang sind welche von ihnen van der Seite sichtbar. Nach dem Straßenübergang verschwinden ihre Frontfassaden leider größtenteils hinter Gesträuch. Gut sichtbar ist der renovierte Kate sofort vor der Schienenbahn.
Etwas weiter von den Schienen entfernt steht das „Klösterchen“, wie das neugotische Kapuziner Kloster aus dem Jahr 1871 liebevoll von den Klevern genannt wird. Der schmälere Teil mit dem Dachreiter ist die Herz Jesukirche und der breitere Teil, mit einem Portiko als Anbau, das ehemalige Klostergebäude. Die Franziskaner Bettelmönche haben das Kloster 1978 verlassen. Das schöne Gebäude wird nun als Zentralrendantur benutzt. Gelegentlich werden noch Messen in dieser Kirche zelebriert. Jeden Tag getreu um 12.00 Uhr wird ihr Glöckchen geläutet. Als die Franziskaner da noch wohnten, wurde die Glocke geläutet wenn sie Essen benötigten, nicht nur für sich selbst, auch für die Ärmsten der Stadt. Sie war also mal eine Bettelglocke.
Auf dem folgenden Straßenübergang, dem über die Spyckstraße, ist das Klösterchen von einem anderen Blick-
winkel zu sehen. Die Wohnhäuser in der Spyckstraße wurden 1944 bei den Bombardierungen gespart. Nach der Überführung des Klever Rings geht es etwa 1 km durch Gehölz nach der Flutstraße. Diese führt in die Niederung. Der Name deutet schon auf Überflutung bei Hochwasser. In dieser Niederung stehen auch ein Bau- und Supermarkt, eine Prüfungsstelle für Autos und anderen Betrieben.
Die Stadtwerke Kleve sind hier auch daheim. Sie haben sich als Sitz ein schönes Jugendstilgebäude ausgesucht. Von dem Straßenübergang ist dieses sichtbar. Aber es steht etwas hinter dem Laub mehrere Bäume versteckt.
Nach der Überquerung der Flutstraße kommt das Ziel der Fahrt in Sicht, der Draisinenbahnhof Kleve an der Wiesenstraße. Es sind nur etwa 250 m zum Endstation. Zuerst geht es durch ein Gehölz und Gesträuch und die letzten Metern geht es an einem verlassenen Lager eines Baumarkts nach dem Draisinenbahnhof. Hier endet die Fahrt. In Kleve kann man eine kleine Stunde verweilen, bevor die Zurückreise angetreten werden muss. Vom Bahnhof sind es nur 5 bis 10 Gehminuten zum Stadtzentrum.
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