BV DJK Kellen wird 100 Jahre alt: Ein Rückblick (I)

Anzeige
Das ist bitter! Ausgerechnet im Jubiläumsjahr muss BV DJK Kellen in die Kreisliga A absteigen. Im vorletzten Spiel wurde der direkte Klassenerhalt bei der Niederlage von 1:4 gegen die Zweitvertretung des 1 FC Kleve verspielt. Hikmet Eroglu l. im Zweikampf mit Sergio Gary Luna Anaya (Foto: Heinz Holzbach)
Am Wochenende (22./23. Juni) wird das 100jährige Jubiläum des BV DJK 1913-1929 Kellen gefeiert. Der Fusionsverein besteht erst seit zwölf Jahren. Vor 100 Jahren war aber die Geburtsstunde des Ballspielvereins (BV) Kellen.

Die Geschichte der beiden einst selbstständigen Vereine BV Kellen und DJK Hermania Kellen hat Wolfgang Dahms für die jüngste Ausgabe der Zeitschrift "Cellina" des Kellener Heimat- und Kulturvereins aufgeschrieben. Bemerkenswert: So etwas wie eine erste Fusion gab es bereits 1929. Zumindest trat die Fußballabteilung der DJK zum BV über. Für die Kellener Fußballfans brachen goldene Zeiten an. "Erstmalig wurde auch mit der Verpflichtung des österreichischen Fußballlehrers Otto Semrock ein hauptamtlicher Trainer verpflichtet. Zum Ende der Saison 1930/1931 trug die Tätigkeit des österreichischen Trainers Früchte: Der BV Kellen spielte um den Aufstieg in die höchste westdeutsche Spielklasse, die 1. Bezirksklasse. Gegner war "Preußen" Krefeld, das Spiel fand in der Krefelder Grotenburg statt. Der BV Kellen konnte das Entscheidungsspiel- obwohl stark ersatzgeschwächt - gegen die "Preußen" gewinnen, war somit in die höchste westdeutsche Spielklasse aufgestiegen. Dies wäre heute mit dem Aufsstieg in die Regionalliga in etwa vergleichbar", schreibt Wolfgang Dahms.

Zurück zu den Wurzeln. Der BV Kellen wurde am 9. August 1913 von etwa 30 Fußball-Freunden in der Gaststätte Tenhaff gegründet. Erster Vorsitzender der Gelb-Schwarzen war Theodor Beysiegel. Das erste Fußballspiel trug der BV am 7. Dezember 2013 gegen die 1. Mannschaft der 9. Kompanie des Infanterieregeiments 56 aus. "Das Spiel fand auf dem alten Sportplatz an der Kalkarer Straße (Bartelgasse) in Kleve statt und endete mit 4:4 Unentschieden", ist in der Cellina-Zeitschrift nachzulesen. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges endete das Vereinsleben.

Viele Leistungsträger verlor der BV auch zu Beginn des 2. Weltkrieges, weil viele Spieler zum Wehrdienst eingezogen wurden. Jetzt musste der Nachwuchs ran. 1941 wurde der BV sogar Kreismeister. Dann 1944 der Luftangriff auf Kleve. Ein zweites Mal musste das Vereinsleben ruhen. Aber schon 1946 ging es aufwärts. Wir lesen in der "Cellina": "Die förmliche Neugründung des BV 1913 erfolgte am 10.Juli 1946 im Lokal Tenhaaf ("Kreuzhofschänke") an der Kreuzhofstraße. Der neue Vereinsvorstand mit Willi Verfers, G. Ruffen und Willy Reintjes hatte eine Vielzahl von Herausforderungen zu meistern. Es galt die Ausstattung des Sportplatzes für den Spielbetrieb sicherzustellen. Es mussten Trikots und Bälle für Training und Punktspiele besorgt werden. Sicherlich nicht einfach in einer Zeit, wo vieles fehlte. Nach dem Neubeginn erfolgte 1947 die Gründung einer BV-Tischtennisabteilung, die sich zunehmender Beliebtheit erfreute und im Jahre 1953 bereits 70 Aktive zählte.

1953 wurde zum 40-jährigen Vereinsjubiläum auch der Grundstein für das Platzhaus an der heutigen van-den-Bergh-Straße gelegt. Zwei Jahre später wurden in Kellen 7.000 Besucher beim Freundschaftspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und NEC Nijmegen gezählt. Weitere Stationen: 1968 erhielt der BV Kellen einen Aschenplatz, ein Jahr später wurde die Tennisabteilung gegründet. 1973 stieg der BV Kellen unter Trainer Rudi Lindenberg in die Landesliga auf. Das gelang auch 1976 unter Coach Theo Roelofsen. Ein Jahr später dann der Sturz in die Kreisklasse.

Dort ist BV DJK Kellen ausgerechnet in der Saison 2013/2014 wieder gelandet.

.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.