Finanzbeben erschüttert auch Lünen

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Lüner Haushalt in Not
*** Aktualisierung unten nach dem Originalbeitrag ***
Die unangekündigte Beendigung der Bindung des Schweizer Franken zum EUR durch die Schweizerische Nationalbank am 15.01.2015 löste auf den Finanzmärkten ein Beben aus.
Der bisherige Stützungskurs fiel zeitweise von 1,20 Schweizer Franken (= CHF) auf unter 1 CHF, d.h. in der Spitze wertete der EUR zwischenzeitlich um nahezu 30% gegenüber dem CHF ab, aktuell pendelt der Kurs um die Marke 1:1.

Deutsche Exporteure freuen sich, die Produkte werden für die Schweizer billiger, der DAX springt aktuell auf ein Allzeithoch von über 10.000 Punkten.

Doch leider hat das für die deutschen Kommunen, die sich vermeintlich billige Kredite in CHF-Währung verschafft haben, katastrophale Folgen.
Die Kämmerer müssen deutlich mehr in EUR zurückzahlen, als noch zum damaligen Einstandskurs.

Das trifft auch den Stadthaushalt von Lünen.

Bereits im Herbst 2014 wurde bekannt, dass Lünen Kredite in CHF über 45 Millionen EUR in den Büchern haben soll, hier.
Gegenüber dem damaligen Kurs bei Aufnahme der Kredite in 2010/2011 betragen die aktuellen Kursverluste aus den Krediten damit rund 22,5 Millionen EUR !

Diese Darlehen stehen angabegemäß in 2015 zur Rückzahlung an.

Der Lüner Kämmerer hat bisher die Strategie verfolgt die Entwicklung auszusitzen und auf eine verbesserte Kursentwicklung zu warten. Seit September 2014 sind allerdings durch die aktuelle Entwicklung neue Kursverluste von 9 Millionen EUR zusätzlich entstanden.

In den bisherigen Zahlen des Stadthaushaltes sind keine entsprechenden Rücklagen erkennbar.
Wenn es dem Kämmerer in 2015 nicht gelingt die Kredite in der bestehenden Konstellation zu verlängern, könnten die realisierten Kursverluste bei Rückzahlung der Darlehen das nur noch geringe Eigenkapital aufzehren und es droht der Nothaushalt für Lünen.

Ob an dieser Perspektive die beabsichtigte Erhöhung der Grundsteuereinnahmen etwas ändern könnte, darf bezweifelt werden.

Aktuelle Ergänzung nach Mitteilung der Stadtverwaltung per 20.01.:
— der Verlust beträgt NUR 20 Millionen EUR.
— der höhere Kredit über 25 Millionen EUR läuft bereits Ende Januar aus!

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