Sparkassen Lünen / Selm / Werne || FUSION in trockenen Tüchern — Folgen?

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Fusion Sparkassen Lünen/Selm und Werne beschlossene Sache
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Wie angekündigt haben die Bürgermeister von Lünen, Selm und Werne am letzten Donnerstag, den 03.09.2015, in dem anberaumten Pressegespräch die Fusion Ihrer Sparkassen bestätigt.

Der kurze Zeithorizont bis zur geplanten Umsetzung, genannt ist der 01.01.2016, überrascht.

Immerhin muss das Fusionskonzept noch von den betreffenden Ratsversammlungen beraten und beschlossen werden.
Im Anschluss daran ist auch noch die Zweckverbandsversammlung der Sparkasse Lünen/Selm einzubeziehen.

Man sollte also annehmen, dass die Institute seit geraumer Zeit intensiv am Konzept Fusion gearbeitet haben und es wird interessant werden, wie detailreich die fusionsbedingten Wettbewerbsvorteile den Ratsmitgliedern und den Bürgern vermittelt werden.

Die Nachteile sollen für Kunden und Mitarbeiter vernachlässigbar sein (siehe Bericht Lokalkompass hier), im Gegenteil soll die Fusion arbeitsplatzsichernd wirken.

Da fragt sich der Außenstehende, welche wirklich nennenswerte Komponenten die Effizienzsteigerungen ausmachen sollen, wenn nicht der größte Block der Betriebskosten, eben die Personalaufwendungen, einbezogen werden.
Entlastungen aus Personalfluktuation hätte auch jedes Institut für sich separat Nutzen können.

Als angeblich einziger Wermutstropfen ist ja auch bereits von den Offiziellen am Donnerstag das Thema Filialschließungen auf Zeit nicht ausgeschlossen worden.

Aber gerade durch das Angebot der persönlichen Betreuung Ihrer Kunden könnte sich ein regionales Bankinstitut, das per Gesetz KEINE Gewinnmaximierung zum Ziel hat, sich von den sich bereits jetzt durch Filialschließungen von Ihrer Kundschaft abwendenden Großbanken abheben.

Die Förderbank KfW hält gemäß einer aktuellen Studie ein Szenario für "sehr realistisch", wonach die deutschen Banken und Sparkassen in den kommenden 20 Jahren 14 600 Filialen schließen werden, was fast einer Halbierung des Filialnetzes entsprechen würde.

Ein überlegenswertes Beispiel ist die Erzgebirgssparkasse (4 Mrd. EUR Bilanzvolumen), die 2013 insgesamt 39 ihrer 97 Geschäftstellen aus Kostengründen geschlossen hat.
Für die geschlossenen Filialen wurden mobile Finanzberater installiert, die länger erreichbar sind. Die Bargeldversorgung ist durch eine Kooperation mit lokalen Einzelhändlern sichergestellt worden.
Damit würden Dienstleistungsverödungen vermieden, wie es bereits in Cappenberg und Gahmen durch Schließung der Filialen/Bargelautomaten bereits eingetreten ist.


Diese Themen müssen sorgfältig in den Beratungen zur Fusion bewertet werden.

Ein zweiter Aspekt bei der Fusionsbewertung sollte nicht aus den Augen verloren werden.

Das Argument steht, dass die geplante Fusion nicht aus der Not heraus betrieben wird, sondern beide Häuser kerngesund dastehen.
Eine Detailanalyse der Jahresabschlüsse 2014 steht noch aus, doch ist bereits jetzt darauf hinzuweisen, dass beide Institute bei der Betrachtung der Eigenmittel-Risikorelation nach Basel III / EU-Verordnung bezüglich der Anforderung CRR (Capital Requirements Regulation) den geforderten Mindestwert übererfüllen.

Es gilt CRR für 2014:
• CRR-Mindestwertanforderung: 8 %
• Werne IST-Wert: 19,6%
• Lünen/Selm IST-Wert: 21,9%


Diese Risikoüberabdeckung lässt Überlegungen keimen, ob die Zusammenlegung der Zahlenwerke die Möglichkeit eröffnen könnte, natürlich unter Beibehaltung einer ausgewogenen Risikoabstützung, Sonderausschüttungen an die klammen Haushaltskassen zu generieren!
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