Stolpersteinverlegung am 13. Juli 2016 in Lünen-Süd und Gahmen - Aktionskreis erinnert mit dem Künstler Gunter Demnig und NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer an NS-Opfer

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Auch viele Lüner wurden in Ausschwitz ermordet
Lünen: Gahmener Str. 229 Bürgersteig | Aktionskreis erinnert mit dem Künstler Gunter Demnig und NRW-Integrationsminister Rainer Schmeltzer an NS-Opfer

Lünen. Bisher erinnern in Lünen sieben „Stolpersteine“ an die Opfer von NS-Verbrechen. Sie gehören damit zu einem Kunstwerk, das bisher in über 1600 Orten in Europa mehr als 55.000mal zu finden ist. Weitere sechs Stolpersteine werden am Mittwoch, den 13. Juli 2016, durch den Initiator dieses europaweiten Projektes, den Künstler Gunter Demnig, persönlich verlegt. Einer für Helene Bruch, geb. Winter ab 14 Uhr in Lünen-Süd im Bürgersteig an der Jägerstraße 45 a und fünf für Hugo, Ilse Lina, Julie, Elsa und Lore Terhoch ab 14:45 Uhr in Gahmen an der Gahmener Straße 229, direkt gegenüber dem neuen Bürgerzentrum. Mit diesen im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
Der Lüner Aktionkreis Stolpersteine lädt die Bevölkerung zu den Veranstaltungen ein, bei denen der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Rainer Schmeltzer, jeweils eine Gedenkrede halten wird. Ebenfalls ist geplant, dass nach der Einleitung durch die evangelische Pfarrerin Andrea Ohm, Martin Pianta vom Schützenverein 1925 Lünen-Süd und Umgebung e.V., Stadtarchivar Fredy Niklowitz und Filmemacher Michael Kupcyk sprechen.
Bereits in den Jahren 2009 und 2014 wurden in Lünen die ersten Gedenksteine vor den ehemaligen Wohnhäusern ermordeter Juden in die Bürgersteige eingelassen. Darunter auch für Albert Bruch, den Mitbegründer und ehemaligen Schatzmeister des Schützenvereins Lünen-Süd, der in der Pogromnacht 1938 in seiner Wohnung erschossen wurde. Jetzt soll ein weiterer Stein an seine Ehefrau Helene Bruch erinnern. Sie überlebte zwar die nächtliche Gewalttat, wurde aber 1942 deportiert und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Für beide Steine hat der Schützenverein Lünen-Süd die Kosten und die Patenschaft übernommen.
Im Haus Gahmener Straße 229 wohnte die fünfköpfige, jüdische Familie Terhoch, deren Vorfahren im münsterländischen Drensteinfurt wohnten. Die Stolpersteine werden durch den Fussballverein SG Gahmen 24/74, die ortsansässigen Firmen Rolladen Kiehm und Teutenberg innovative Bautechnik, durch die katholische Kirche in Lünen sowie dem Frühstücksbasar Gahmen der evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen finanziert. Mutter, Vater und die drei Töchter Terhochs flohen 1936 bzw. 1939 nach Holland. 71 Jahre nach Kriegsende, im Juni 2016, interviewte der Lüner Filmemacher Michael Kupcik die jetzt 93jährige Lore Terhoch in Israel nach ihren bewegenden Lebenslauf. Der Film soll am 9. November in Lünen gezeigt werden. Auch davon und was für persönliche Schicksale ihre Eltern und Schwestern erlitten, wird am 13. Juli 2016, beim Verlegen der Stolpersteine, die Rede sein.
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Viktor Sons aus Lünen | 07.07.2016 | 09:01  
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