Mobbing an Schulen: Lünen tut etwas dagegen

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Horst Müller-Baß, Jochen Otto, Stefanie Lippert und Ellen Pilzecker stellten das Anti-Mobbing-Projekt vor. (Foto: pra)

Mobbing an Schulen aufklären und verhindern – das ist das Ziel eines Anti-Mobbing-Projektes in Lünen. Schüler, Lehrer und Eltern sollen gleichermaßen für das Thema sensibilisiert werden. Mit Workshops, Aktionen und Einzelprojekten.

Jeder vierter Jugendlicher ist von Mobbing betroffen – das sagen jüngste Statistiken. Auch Cyber-Mobbing – also die Diffamierung, Belästigung, Schikane und Ausgrenzung im Internet – ist ein aktuelles Problem. Hier sei jeder siebte Schüler betroffen. Einmal ein falsches Foto oder Video online gestellt, womöglich noch ohne das Wissen des Betroffenen und der Albtraum fängt an. Mit teils schwerwiegenden Konsequenzen wie Angst, Krankheit oder Schulwechsel. Dagegen möchte das Anti-Mobbing-Projekt, das 2015 aus dem Arbeitskreis Netzwerk Jugend entstanden ist, aktiv vorgehen.

No Blame Approach in Grundschulen

Horst Müller-Baß, Erster Beigeordneter der Stadt Lünen und Schirmherr des Projekts: „Uns ist das als Schulträger ein wichtiges Anliegen. Mobbing ist nicht zu akzeptieren.“ Auch die Bürgermeister-Harzer-Stiftung engagiert sich für das Projekt und unterstützt es finanziell – mit einem Betrag „über 1.000 Euro“, wie Jochen Otto von der Stiftung sagt. Es werden Grundschulen besucht und Lehrern der „No Blame Approach“ vorgestellt, der „Ansatz ohne Beschuldigung“. Stefanie Lippelt aus der Schulpsychologischen Beratungstelle des Kreises Unna, die wie viele andere Institutionen ebenfalls an dem Anti-Mobbing-Projekt beteiligt ist, erklärt: „Es gibt keine Strafen für den Mobber. Es wird stattdessen nach konkreten Lösungen gesucht, die das Mobbing stoppen.“ Der Ansatz habe sich als wirksames Instrument erwiesen.

Sponsoren für Projekt mit Jugendlichen gesucht

Ellen Pilzecker, Abteilung Präventiver Jugendschutz der Stadt Lünen, weiß, dass man Mobbing nicht ganz verhindern kann. „Mobbing verstehen, erkennen und wissen, was konkret dagegen getan werden kann – darauf kommt es an.“ Deshalb soll zum Beispiel eine Broschüre für Lehrkräfte herausgegeben werden. „Die Streetworker würden auch gerne ein eigenes Projekt mit Jugendlichen machen, aber dafür ist im Moment kein Geld da.“ Benötigt würden ca. 1.500 Euro. Wer als Sponsor einspringen möchte, kann sich gerne im Projektbüro bei Ellen Pilzecker unter Telefon 02306 / 104-1704 melden.
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