Drei Bienen gefährdende Pestizide für zwei Jahre vom Markt.

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(Foto: Naturbildarchiv Günter)

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die deutschen Landwirte aufgerufen, das ab Dezember europaweit für zunächst zwei Jahre geltende Anwendungsverbot für drei Bienen gefährdende Pestizide einzuhalten. Dabei handelt es sich um die sogenannten „Neonikotinoide“ mit den chemischen Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Diese Pestizide seien mitverantwortlich für das Sterben von Bienenvölkern und den Verlust der Artenvielfalt bei Insekten und Vögeln, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Bislang seien sie flächendeckend zur Behandlung von Raps- und Zuckerrübensaatgut eingesetzt worden.

„Das zweijährige Verbot ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von Bienen, Insekten und Vögeln“, sagte Weiger. „Die Entscheidung der EU-Kommission, die drei Neonikotinoide vom Markt zu nehmen, eröffnet vielen Tierarten die Chance, sich wenigstens teilweise von den Wirkungen der hochgiftigen Insektizide zu erholen. Wegen der großen Gefährlichkeit der Neonikotinoide für Insekten und Vögel fordern wir als nächsten Schritt ein generelles Verbot dieser Agrarchemikalien“, sagte der BUND-Vorsitzende.
„Studien belegen, dass die von Bayer CropScience, Syngenta und BASF produzierten Neonikotinoide bei Bienen zu Verhaltensstörungen führen. Dazu gehören Flug- und Navigationsprobleme, aber auch reduzierte Fähigkeiten zur Nahrungssuche und eine verminderte Reproduktion der Bienenvölker“, sagte der BUND-Pestizidexperte Tomas Brückmann. Neonikotinoide seien nicht nur für Bienen gefährlich, sondern hätten auch einen erheblichen Anteil am Verschwinden vieler Vogelarten in Agrarregionen. Die Pestizide töteten Insekten in großer Menge, die dann für die Vögel nicht mehr als Nahrung zur Verfügung stünden.
„Auf gefährliche Pestizide kann ohne Weiteres verzichtet werden, wenn Agrarpflanzen nicht mehr in Monokulturen angebaut werden“, sagte Brückmann. „Die Landwirte müssen gesetzlich verpflichtet werden, vernünftige Fruchtfolgen einzuhalten. Dadurch werden Schädlinge auf dem Acker optimaler bekämpft als mit der chemischen Keule“, so Brückmann.
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Renate Sültz aus Lünen | 01.12.2013 | 19:44  
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