Läuft bei dir! Großes Kino in Moers

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Das Team hinter dem SpontanFilmFestival freut sich schon auf zwei lustige und schlaflose Tage: (von links nach rechts) Mark Bochnig (Organisations-Team), Roswitha Weyandt (Vertriebsleiterin Sparda Bank West), Lena Brandau (Leiterin des Kinder- und Jugendbüros) und Christian Spiaß (Organisation-Team und Film-Experte). (Foto: privat)

„Läuft bei dir“ ist das Jugendwort - oder besser gesagt der Jugendsatz - des vergangenen Jahres. Jugendliche haben immer mehr Worte, die bei Erwachsenen für Fragezeichen sorgen. Deswegen lautet das Motto des SpontanFilmFestivals dieses Jahr „Raus mit der Sprache“.

Die Idee ist so simpel wie gut: Es gibt fünf Teams mit jeweils fünf Teilnehmern, die 24 Stunden Zeit haben, einen Film zu drehen. Unmöglich? Nicht für die ambitionierten Jugendlichen.
Am Freitag, 5. Juni, treffen sich die Teams in den Räumen des Kinder- und Jugendbüros. Dann werden die Teams vorgestellt, die vorab von den Organisatoren per Losverfahren zugeteilt wurden. Nach einer kurzen Beschnupperzeit heißt es auch schon: Los geht‘s. Ab 14 Uhr läuft die Zeit. Die Jugendlichen haben dann die nächsten zwei bis drei Stunden Zeit, sich ein Thema zum Motto „Raus mit der Sprache“ auszudenken. Das Kamera-Equipment wird vorab vom Organisations-Team ausgeliehen und den jungen Filmemachern zur Verfügung gestellt. Es folgt eine kurze Einführung in die Kameraarbeit und dann heißt es auch schon: Ab nach draußen und Klappe die Nächste.
Bis zum gemeinsamen Abendessen um 20 Uhr haben die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Ideen filmisch umzusetzen. Nach dem Abendessen ist aber noch lange kein Ende. Schließlich gilt es, in den 24 Stunden nicht nur den Film zu drehen, sondern auch zu schneiden, mit Musik zu unterlegen und zu überarbeiten. Eine Menge Arbeit. Schlaf? Vollkommen überbewertet, wie der ehemalige Teilnehmer Hans Lietz erklärt. „Wenn man wirklich mal nicht mehr kann, legt man sich vielleicht mal auf die Couch, aber prinzipiell machen wir durch.“ In der Nacht kommt der Musiker Andreas Pasieka, der mit den Gruppen ihre Filme musikalisch unterlegt. Jede Gruppe hat 45 Minuten Zeit mit dem Musiker zu arbeiten, Konzepte sollten am Besten schon vorher feststehen. Wenn der Morgen naht, geben die Team nochmal alles, um pünktlich um 14 Uhr fertig zu sein. Organisator Mark Bochnig erklärt den Reiz in der Veranstaltung darin, dass die Jugendlichen die Möglichkeit haben, ihre eigenen Ideen ganz frei umzusetzen und im Anschluss auf der Leinwand zu sehen. Auch Lietz sieht darin den besonderen Reiz: „Manchmal bin ich selbst überrascht, wenn ich den fertigen Film sehe und erkenne, was ich in den letzten 24 Stunden so gemacht habe.“ Zudem sei es besonders cool und witzig, wenn man mit einer Kamera durch Moers laufe und von Leuten angesprochen werde, wofür man drehe und was man genau mache. Ein bisschen Promi sein für einen Tag, gibt es also auch gratis dazu. Die Vertriebsleiterin der Sparda Bank West, Roswitha Weyandt, nennt zu dem noch einen ganz anderen Punkt, der ihr besonders am Herzen liegt: Die Fähigkeit der Jugendlichen zu schulen, im Team etwas zu erarbeiten. Die Sparda Bank sponsert das Projekt seit zwei Jahren.
Zudem weist Bochnig noch darauf hin, dass sie bewusst ein so offenes Motto gewählt haben, damit die jungen Filmemacher möglichst viel Spielraum haben. Fest steht nur eines: „Es soll um Ju-gendsprache gehen, darum, wie die Jugendlichen untereinander kommunizieren.“ Worte wie Selfie, Hashtag oder YOLO (You only life once) werden in den Beiträgen der Jugendlichen sicher auch vorkommen.
Die fertigen Werke werden dann am 6. Juni um 20.15 Uhr zur Primetime auf der Freifläche hinter dem Alten Rathaus als Open-Air-Kino gezeigt. Für eine Ausweichmöglichkeit bei schlechtem Wetter ist natürlich auch gesorgt. Dieser Moment ist dann nochmal etwas ganz Besonderes, wenn vor Publikum und auf der großen Leinwand gezeigt wird, was in nur 24 Stunden produziert wurde. Die Teilnahme ist für alle Jugendlichen über 16 Jahre kostenlos über die Internetseite www.spontanfilmfestival.de möglich.
Klar, dass die jungen Filmemacher natürlich auf großes Publikum hoffen, vor denen sie ihre Filme zeigen dürfen, und die im Anschluss dann zu ihnen sagen: „Läuft bei euch!“
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