Vom Entenangeln bis zum Chorgesang

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Zweimal im Jahr verwandelt sich die Kamp-Lintforter Innenstadt in eine riesige Flaniermeile. Vergangenes Wochenende war es wieder so weit: Stadtfest in der Hochschulstadt.

Am Bussteig 2 und 3 halten heute keine Busse. Die Linie 911 muss heute einen Umweg fahren, denn stattdessen hängen an den beiden Bussteigen zahlreiche Kleider, Hosen und T-Shirts. Es ist Stadtfest in Kamp-Lintfort und in der Innenstadt ist gefühlt ganz Kamp-Lintfort unterwegs.

Am Schloss Entenstein angelt der zweieinhalbjährige Fabian Eekels voller Begeisterung kleine gelbe Enten. 12 Stück hat er angeln können und darf sich jetzt dafür etwas aussuchen. Eine Ententröte und ein Flummi machen das Rennen. Den Flummi führt Fabian direkt begeistert vor: „Das hat Spaß gemacht“, erzählt der Zweieinhalbjährige lachend. Mutter Romina Eekels erzählt, dass sie heute Morgen beim Einkaufen gesehen hatte, dass heute Stadtfest ist: „Und dann sind wir jetzt ganz spontan hier vorbeigekommen.“

Applaus Applaus in Gebärdensprache


Ganz so spontan ist der Auftritt vom Chor „Inklusive“ am Rathausplatz nicht. Schon etwas länger steht fest, dass dieser Chor mit behinderten und nicht behinderten Menschen den Tag des Flüchtlings, der heute, am 1. Oktober ist, eröffnen wird. Susanne Hausmann vom Familienzentrum St. Joseph, erklärt, wie es zu diesem Projekt kam: „Ein junger Mann mit Down-Syndrom wollte gerne in einem Chor singen, aber nicht in einem Kirchenchor.“ Daraufhin wurde 2012 der Chor „Inklusive“ gegründet. Wichtig bei der Auswahl der Lieder ist Chorleiterin Monique Bleeck und Chorleiter Günter Sanders, dass auch Lieder dabei sind, die sich gut in Gebärdensprache darstellen lassen: „Das sind zum Beispiel Applaus Applaus von den Sportfreunden Stiller oder Wunder von Andreas Bourani“, erklärt Hausmann.

Aber auch auf der Bühne am EK3 sorgen Bands für beste Stimmung. Am frühen Vormittag spielt das Rheinpreussen Orchester, das vor allem ältere Leute anlockt. Auch Kristina Brouwers-Nasser ist mit ihrer Mutter und ihrer dreijährigen Tochter Amina aufs Stadtfest gekommen: „Wir sind vor allem für Amina hier. Die Sachen für die Kinder sind immer toll. Aber auch das Bühnenprogramm gefällt uns immer gut.“ Amina gefällt hingegen besonders gut, dass sie an so vielen Glücksrädern drehen darf und Oma Ingrid Brouwers hat noch einen Verbesserungstipp: „Das Bühnenprogramm ist wirklich toll, aber ich vermisse hier richtige Handwerksstände. Von dem Trödel wird man erschlagen, aber so tolle Handwerksstände fehlen.“

Alle Fotos: Heike Cervellera
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