Kommentar zu dem WAZ Artikel "Mülheim sucht neuen Gastronomen für den Raffelberg"

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Mülheim an der Ruhr: Raffelberg | Willkommen lieber Leser/liebe Leserin und auch jeder der sich dieser Einordnung entziehen möchte, ich gehe davon aus, dass dieser Kommentar recht ungewöhnlich ist, jedoch manchmal müssen manche Dinge einfach gesagt werden und sind zu lang um sich als Leser-Kommentar einer Zeitung wie der WAZ zu eignen. Es handelt sich um das Thema der Erhaltung der Sol Kulturbar in Speldorf (Mülheim) die eine beliebte Anlaufstelle der Mülheimer Bürger ist. Ich empfehle ihnen den hier kommentierten Artikel vorab zu lesen. hier ist der Link
Dieser Kommentar ist in keiner Weise neutral, aber schließlich handelt es sich um einen Kommentar und langsam ist man doch müde von der mangelnden Unterstützung und der einseitigen Berichterstattung der Presse.

Vorab erst einmal: Ich war bis jetzt davon ausgegangen, dass ein Journalist weiß wie man recherchiert. Nachdem ich mir diesen Artikel durch gelesen habe bin ich mir darüber nicht mehr so im Klaren schließlich nennt sich Frank-Rainer Hesselmann Journalist.
Ich weiß gar nicht so genau wo ich anfangen soll. Zuerst einmal würde ich mich doch zu Mülheim dazu zählen, genauso wie viele Steuerzahler meiner Nachbarschaft, deren Steuergelder ja doch zu einem sehr beträchtlichen Teil in das Theater fließen (Die Frage warum sich das Theater nicht ohne diese Gelder selber tragen kann muss hier nicht diskutiert werden, mir ist auch wohl bewusst das in den meisten Städten das Stadttheater unterstützt wird, nur eigentlich trägt dieses dann auch den Namen der Stadt und macht somit Werbung für diese) und obwohl wir uns gerne alle zu Mülheim dazu zählen weiß ich von keinem, dass er einen neuen Gastronomen für den Raffelberg sucht, diejenigen die um den Fall der Verlängerung eines Pachtvertrags bzw. um den Fall eines eventuellen neuen Pächters wissen und sich wirklich dafür interessieren sind doch vor allem Leute die KEINEN neuen Gastronomen suchen sondern hoffen ihr wertvolles Kulturgut erhalten zu können. Aus diesem Grund würde ich mir doch von einem Journalisten eine wesentlich neutralere Überschrift wünschen. Für jeden der dies hier liest und denk: „Na sie hat gut reden, neutral ist das hier aber nicht“ Nein ist es auch nicht, das hier ist ein Kommentar. Ein Kommentar ist nicht neutral, ein Bericht sollte es aber sein. Meine lieben DeutschlehrerInnen hätten Herrn Hesselmann wohl durchfallen lassen für dieses „Meisterwerk“.

„Keine Einigung gibt es bisher zwischen dem Theater an der Ruhr und der Stadtverwaltung auf der einen sowie den Betreibern der Sol-Kulturbar“ tatsächlich, nun jetzt bin ich ja kein allzu informierter Journalist der beide (in diesen Fall sogar alle drei) Seiten befragen kann, dennoch weiß ich sehr wohl, dass durch die aktuelle Lage in der Flüchtlingspolitik es sehr lange keine Rückmeldung seitens der Stadtverwaltung gab, was vollkommen verständlich ist da zurzeit viel zu tun sein muss. Allerdings lässt dieser Artikel darauf schließen, dass es keine Einigung gab, weil die Parteien nach dem sie sich zusammengesetzt haben nicht auf einen Zweig kamen. Man sollte vielleicht versuchen seine Sätze und Formulierungen etwas besser zu wählen. Ich kann natürlich nichts Genaueres über die Sitzungen die es zwischen den drei Parteien gab sagen. ABER hier möchte ich doch kurz anmerken, dass anders als im Artikel erläutert die Bürgerinitiative „Save My Sol“ an diesen Sitzungen/dieser Sitzung gar nicht teilgenommen haben, da während dieser Sitzung Vertragsrechtliche Dinge besprochen werden sollten, also kann Herr Waldmann, Sprecher der Initiative, während der Sitzung die genannte Äußerung gar nicht gemacht haben, er war nämlich gar nicht anwesend. HIER würde ich mich gerne einmal persönlich an die WAZ wenden und nicht mehr nur über Herrn Hesselmann reden: solche Art der falschen Informationsverbreitung könnte einige Leser doch abschrecken, Sie sollten sich überlegen, ob Ihre Journalisten mit dem nötigen Abstand an diese Dinge heran treten und in der Lage sind neutral und von beiden Seiten ausgehen darüber zu berichten. Hier scheint einiges schief gelaufen zu sein.
Es ist natürlich nicht nur ein Fall für Speldorf sondern für ganz Mülheim, dennoch finde ich die Stellungen des Speldorfer SPD-Ortsverein und des Ortsverband der CDU nur in einem Satz zu erwähnen etwas wenig wenn es hierbei wirklich um einen Informativen Artikel über die jetzige Lage der Dinge handeln soll. Wenn deren Meinungen so unwichtig sind sollte man ja schon fast überlegen ob man dann noch Ortsbezogene Politikverbände braucht.
Ich verstehen nicht warum Herr Hesselmann versucht es ins Lächerliche zu ziehen, dass die Sol Kulturbar auf Augenhöhe mit dem Theater steht. Ich selber wohne in unmittelbarer Nähe zum Theater und somit auch zur Sol Kulturbar und kann aus regelmäßiger Erfahrung sagen, dass das Theater meist leerer ist als die Kulturbar. Zudem haben sich, wie Herr Hesselmann auch wissen müsste, wenn er sich etwas über die Lage informiert hat, noch kein Restaurant lange neben dem Theater halten können. Die meisten Theaterbesucher haben diese Restaurants nach den Vorstellungen nicht aufgesucht und für ein Restaurant gibt es in der Umgebung einfach nicht genug Laufkundschaft (um das zu wissen müsste man sich nur kurz umsehen) schließlich isst keiner mehrmals die Woche im gleichen Restaurant. Abgesehen davon sind drei weitere Restaurants in unmittelbarer Nähe. Ein „Theater mit Restaurant“ fordert Dezernent Ulrich Ernst. Das Theater müsste dann schon mehrere Vorstellungen am Tag haben die alle sehr gut besucht sein müssten von denen auch die meisten, wenn nicht sogar alle, Zuschauer anschließend in dem Restaurant essen müssten, damit sich ein Restaurant ohne Steuergeld-Zusatz an diesem Standort halten könnte.
Was ich sowieso nicht versteh ist: warum müssen diese beiden Räumlichkeiten zusammen gehören warum muss es ein „Theater mit Restaurant“ oder ein „Restaurant mit Theater“ sein? Wieso nicht „Ein Theater neben einem Restaurant“? Es liegen zwar beide Räumlichkeiten in einem Gebäude aber weder teilen sie sich einen Eingang noch liegen beide Eingänge unmittelbar neben einander.
„Beide Seiten sind zerstritten.“ Meines Erachtens nach (und das ist auch nur logisch schließlich will die Sol Kulturbar ja ihren Standort behalten) sind die Pächter der Kulturbar offen für Einigungen mit dem Theater. Es gab vorher schon genügend Einigungen; zum Beispiel wurde in der Sol Kulturbar NIE live Musik gespielt während im Theater eine Vorstellung lief dabei hat sich die Sol Kulturbar komplett den Zeiten des Theaters angepasst wodurch diese keinerlei Einschränkungen durch die Kulturbar erleiden mussten, die Abneigung des Theaters gegenüber der Kulturbar ist also etwas verwunderlich für mich und viele andere. Auch wundere ich mich darüber, dass es in diesem Artikel heißt, dass es „Streitigkeiten um die Regie“ gegeben haben soll. Schließlich bin ich schon öfter abends nach der Arbeit in der Kulturbar eingetroffen um dann herauszufinden, dass das Konzert erst später anfangen kann da es im Theater länger dauert. Dabei sind nie Beschwerden aufgetreten, die die am nächsten Tag morgens früh zur Arbeit mussten konnten manchmal dann nur das halbe Konzert erleben. Nicht einmal habe ich mitbekommen, dass die Kulturbar das Theater bei einer Veranstaltung gestört hat, dieser Vorfall ist mir auch nie zu Ohren gekommen darum glaube ich auch das so etwas noch nicht passiert ist. Ich kenne mich ein klein wenig mit dem Vertrag den die Pächter der Räumlichkeiten bekommen aus, da meine Familie und ich mit einigen der vorherigen Pächter auch im privaten Kontakt standen. Daher weiß ich, dass es dem Theaterangestellten, bzw. einem Teil davon, vorbehalten ist sich kostenfrei in den Restaurants bzw. in der bestehenden Kulturbar zu verköstigen. Da in der Kulturbar das Essen nicht an erster Stelle steht, sondern die Musik (wobei ich hier gerne anmerke, dass das zur Verfügung stehende Buffet stets sehr köstlich war) ist das Essen nicht so vielfältig wie in einem Restaurant wodurch wohl einige der Theaterangestellten nicht mehr so gerne dort diniert haben. Aber ob das wirklich als „Streitigkeiten um die Regie“ interpretiert werden kann finde ich doch etwas umstritten.
Zudem habe ich diese Klausel im Vertrag nie verstanden. Dadurch, dass die letzten Bürgermeister Wahlen für meinen Wahlkreis im Theater stattfanden, meine ich auch gesehen zu haben, dass das Theater jetzt selber ein kleines Café betreibt, die Idee finde ich ganz gut, so kann man diese beiden Parteien unabhängig voneinander betrachten und einsehen, dass die anliegenden Räumlichkeiten der Stadt und nicht dem Theater gehören, auch wenn ich langsam glaube das Theater hat mehr Einfluss auf die Geschehnisse der Stadt als die meisten Politiker. Sonst wären mir zu meiner Schulzeit kaum Platten von der Decke auf den Kopf gefallen während das Theater Steuergelder kassiert.
Aber das sollen die Wichtigen mal selber unter sich klären. Alles in allem bin ich ziemlich enttäuscht von der WAZ. Die Rechtschreibfehler und Grammatikfehler die leider immer häufiger in der gedruckten Zeitung zu finden waren konnte ich ja noch lange übersehen (auch wenn ich diese schon als sehr traurig empfinde) allerdings weiß ich nicht ob ich über eine so einseitige und schlecht recherchierte Berichterstattung hinweg sehen kann. Ich wünschte der „Journalist“ Frank-Rainer Hesselmann hätte seinen Job etwas ernster genommen.
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2 Kommentare
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Jürgen Bleekmann aus Bottrop | 08.11.2015 | 00:47  
13
Daniel Heiming aus Mülheim an der Ruhr | 08.11.2015 | 15:24  
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